Naher Osten und Nordafrika

Der Nahe Osten und Nordafrika befinden sich in einer tiefgreifenden Umbruchsphase. Diese geht mit großen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen sowie der Eskalation regionaler Spannungen einher. Die langwierigen und komplexen Transformationsprozesse innerhalb der Länder sowie die geopolitische Neuordnung der Region sind dabei keineswegs abgeschlossen, sondern bleiben ergebnisoffen. Insgesamt jedoch ist seit dem „Arabischen Frühling“ 2010/2011 eine Destabilisierung der Region und eine weitere Aushöhlung von Staatlichkeit zu beobachten. Dies schafft Raum für radikale nicht-staatliche Akteure, einschließlich terroristischer Gruppen. Die strukturellen Ursachen wie die sozio-ökonomische Marginalisierung und die Perspektivlosigkeit der jungen Generation, die damals zu den Protestbewegungen geführt haben, sind weithin noch vorhanden. Sie drohen sich nun verstärkt in Radikalisierung und gesellschaftlicher und ideologischer Polarisierung Bahn zu brechen. Die Folgen betreffen nicht zuletzt über Migrationsbewegungen und Terrorismus auch Deutschland und Europa. Setzen sich die innerstaatlichen und internationalen Verwerfungen im Nahen Osten und Nordafrika fort, werden zudem die negativen ökonomischen und geopolitischen Auswirkungen noch spürbarer werden. Einen Hoffnungsschimmer und wichtigen Ansatzpunkt für die deutsche politische Zusammenarbeit stellen hingegen die demokratischen und reformorientieren Kräfte dar, die oft aus der jungen Generation, der Zivilgesellschaft oder der Privatwirtschaft kommen. Sie erheben zunehmend selbstbewusst ihre Stimme, um die künftige Ordnung in ihren Ländern und der Region mitzugestalten.

 

Unsere Arbeit in der Region

So umfangreiche Transformationsprozesse müssen auf möglichst allen Ebenen begleitet werden. Die Maßnahmen der Konrad-Adenauer-Stiftung zielen dabei auf strukturelle Veränderungen genauso wie auf die Stärkung und Befähigung gesellschaftlicher Akteure und vor allem Institutionen, die für einen Wandel eintreten, der nicht nur zur dringend notwendigen Stabilisierung der Region beiträgt, sondern der eine wirklich nachhaltige Entwicklung voranbringt. Dabei orientiert sich die Stiftung an der Zielsetzung der deutschen Außen-, Sicherheits-, und Entwicklungspolitik sowie ihrem von den Werten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität geprägten christdemokratischen Leitbild. Darüber hinaus schafft und pflegt die Stiftung einzigartige Dialogplattformen und Netzwerke und stärkt damit Austausch, Vertrauensbildung und Verständnis innerhalb der jeweiligen Länder, zwischen den verschiedenen regionalen Akteuren, aber auch zwischen Deutschland und Europa einerseits und dem Nahen Osten und Nordafrika andererseits.

Dazu ist die Konrad-Adenauer-Stiftung mit acht Länderbüros (Marokko, Tunesien, Israel, Palästinensische Gebiete, Jordanien, Libanon, Syrien/Irak mit Sitz in Beirut sowie Türkei), einem Regionalprogramm für die Golf-Staaten mit Sitz in Amman und drei thematischen Regionalprogrammen (zu Rechtstaat, Politischem Dialog und Klima- und Energiefragen) in Nordafrika und dem Nahen Osten aktiv.

 

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Unsere Themen

Publikationen zum Thema

The Agony of Choice – Political Participation in the Middle East and North Africa in the 2020’s KAS
Die Qual der Wahl
Politische Partizipation im Nahen Osten und Nordafrika in den 2020er Jahren
Lokalwahlen im Westjordanland (Symbolbild) Kremlin.ru / Wikimedia Commons / CC BY 4.0
Lokalwahlen im Westjordanland
Im Westjordanland fanden am 26. März 2022 Lokalwahlen in den größten Städten und Gemeinden statt
Der jorandische König Abdullah II. hält eine Rede vor dem europäischen Parlament 2020. Bildquelle: CC-BY-4.0: © European Union 2020– Source: EP European Union 2020– Source: EP/ https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Jordaniens Einfluss auf den Nahost-Konflikt
Jordanien-Experte Dr. Edmund Ratka zum Besuch des jordanischen Königs Abdullah II. in Deutschland
Checkpoint Ramallah Flickr / Agnóstico Fotográfico / CC by 2.0
Ein Sicherheitsapparat ohne Gewaltmonopol
Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) steht in enger Sicherheitskooperation mit dem israelischen Militär.
Parlamentswahlen im Irak - Wahlurne Shutterstock / Sadik Gulec
Zwischen Legitimitätskrise und Hoffnungsschimmer
Der Irak vor den Parlamentswahlen am 10. Oktober 2021
Ümit Özdağ
Neue nationalistische Partei in der Türkei
Zafer Partisi – Partei des Sieges?
Naftali Bennett und Jair Lapid Reuters / Ronen Zvulun
Israel: Zwei Monate zwischen Kompromiss und Krise
Die Regierung Bennett-Lapid: „Koalition des Wandels“ oder politisches Kurzzeitexperiment?
Beirut ein Jahr nach der Explosion REUTERS/Imad Creidi
Erstarrte Ermittlungen – alles eine Frage der Immunität?
Die gewaltige Explosion des 4. August 2020, das Parlament und der Untersuchungsrichter – und ein Rechtsstaat, der nicht vorankommt.
Panorama der Hauptstadt Algeriens
Escaping the Blackbox – oder auch nicht?
Algerien nach den ersten Parlamentswahlen nach Bouteflika
Frauen an der Wahlurne im Iran Reuters / Wana News Agency
Präsidentschaftswahl im Iran 2021
Von Wächterrat, Wahlboykott und Wettbewerbsverzerrung

Mediathek

Le Maroc, une terre de coexistence: Hommage à André Azoulay
Steffen Krueger ehrt André Azoulay im Rahmen des von KAS Marokko organisierten Ftour Talk unter dem Thema "Marokko, Land der Koexistenz".
Podcast, Episode 6
„A Seat at the Table ─ Recap“ (Episode 6)
Dies ist unsere sechste und letzte Folge von A Seat At The Table. In dieser Folge haben wir alle bisherigen Episoden mit unseren Gästen zusammengefasst.
Podcast, Episode 5
„A Seat at the Table ─ Women & Entrepreneurship in the Middle East“ (Episode 5)
In dieser Folge diskutieren wir mit Cerine Farhat, Nour Elwan, Lara Nina Shabb und Hamad Elias über die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verschlechterung im Libanon auf Frauen.
Podcast, Episode 4
„A Seat at the Table ─ Economic Deterioration in Lebanon & Women“ (Episode 4)
In dieser Folge diskutieren wir mit Hayat Mirshad, Lara Nina Shabb und Hamad Elias über die Auswirkungen der wirtschaftlichen Verschlechterung im Libanon auf Frauen.
Podcast, Episode 3
„A Seat at the Table ─ Women & The Electoral System in Lebanon“ (Episode 3)
In dieser Folge diskutieren wir mit Houda Osta Asas, Lara Nina Shabb und Hamad Elias über das Wahlsystem im Libanon mit besonderem Augenmerk auf Frauen.