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Kernaussagen Winno Freiherr von Wangenheim

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Essays on Family Firm Financing

Kernaussagen

  • Eine der wichtigsten Determinanten für das langfristige Überleben von Familienunternehmen ist die Verfügbarkeit von Finanzmitteln.
  • Zwischen Familienunternehmen und Fremdkapitalgebern, wie Banken, gibt es unter bestimmten Bedingungen eine Interessensangleichung, die sich in günstigeren Fremdkapitalzinsen widerspiegeln.
  • Familienunternehmen sind Willens, zur Erhaltung ihres „Socioemotional Wealth“ (SEW) auf finanzielle Vorteile zu verzichten. Sieht eine Familie ihren SEW allerdings gefährdet, ist sie bereit zu dessen Schutz hohe operative Risiken in Kauf zu nehmen.

Wirtschaftspolitische Implikationen

  • Ein tieferes Verständnis der Besonderheiten der Familienunternehmensfinanzierung könnte für Stakeholder von Familienunternehmen sowie die potenziellen Anbieter von Kapital von Vorteil sein.
  • Auch für den Gesetzgeber ist es von Bedeutung, die Besonderheiten von Familienunternehmen bei der Schaffung von rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
  • Familienunternehmen sind nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftspolitisch von höchster Relevanz. So zeichnen sich Familienunternehmen durch eine ausgeprägte Werteorientierung aus, aus der ein überdurchschnittliches gesellschaftliches, kulturelles und soziales Engagement folgt, welches nur durch nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aufrechterhalten werden kann.

Kurzbeschreibung

Finanzierung ist eine der wichtigsten Determinanten für das langfristige Überleben von Familienunternehmen. Obwohl die Forschung sich in diesem Bereich seit den 1990er Jahren weiterentwickelt hat, bleibt die Finanzierung von Familienunternehmen ein nicht ausreichend erforschtes Feld. Dies ist deshalb beachtenswert, weil das Familienunternehmen die vorherrschende Organisationsform auf der Welt ist. Trotzdem stützen sich die meisten Forschungsprojekte auf den Prototyp eines öffentlich gehandelten Unternehmens mit hohem Streubesitzanteil. Doch Familienunternehmen haben viele Charakteristika, die sie von anderen Typen von Unternehmen unterscheiden.

Familienunternehmer ziehen nicht nur ökonomischen, sondern auch nicht-ökonomischen Nutzen (Socioemotional Wealth = SEW) aus dem Eigentum und der Kontrolle ihres Unternehmens. SEW wird als wichtige Einflussgröße bei strategischen Entscheidungen anerkannt. Aus diesem Grund stehen die Wirkungen dieser Besonderheit auf das Finanzierungsverhalten von Familienunternehmen im Mittelpunkt dieser Dissertation. Beispielhaft genannt werden soll hier die Kapitalstruktur. Einige Forscher gehen davon aus, dass Familienunternehmen eine besonders hohe Eigenkapitalausstattung aufweisen, da Unternehmerfamilien nicht nur ihren ökonomischen Nutzen (Gehalt, Dividende etc.), sondern auch ihren nicht-ökonomischen Nutzen (Reputation, gesellschaftliche Stellung etc.) in ihre Entscheidungen einbeziehen. So haben Familienunternehmen u.a. aufgrund ihrer hohen Eigenkapitalausstattung die Wirtschafts-und Finanzkrise ab 2009 mit einer höheren Wahrscheinlichkeit gut überstanden als Nicht-Familienunternehmen. Daraus ergibt sich unter anderem die Frage, inwieweit sich Familienunternehmen risiko-avers im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen verhalten.

Die Finanzierung der Familienunternehmen ist für die Gesamtwirtschaft von großer Bedeutung. Die Mehrzahl der Arbeitsplätze in Deutschland wird von Familienunternehmen geschaffen, häufig ist vom „Rückgrat der deutschen Wirtschaft“ die Rede. Akteure in der Politik sollten die Besonderheiten von Familienunternehmen bei politischen Entscheidungsprozessen in Betracht ziehen. Die Sicherung einer angemessenen Kapitalausstattung und rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen in Familienhand ist von existentieller Bedeutung für eine auch in Krisenzeiten robuste Wirtschaftsleistung.

Vor dem Hintergrund der vergangenen Wirtschafts- und Finanzkrise und den daraus resultierenden veränderten Regulierungen für Banken ist die Verfügbarkeit von Krediten für Unternehmen erschwert worden. Es ist fraglich, ob das in Familienunternehmen vorherrschende Hausbankprinzip als Folge der regulierten und standardisierten Kreditvergabeprozesse weiter aufrecht erhalten werden kann. Auch deshalb bedienen sich immer mehr Familienunternehmen alternativer Finanzierungsformen wie Anleihen, Factoring oder Mezzanine-Kapital.

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