Seit der Einführung des neuen Sozialkundelehrplans durch das NCCD im Jahr 2023 stehen viele Lehrkräfte vor der Herausforderung, ihre Unterrichtsmethoden an komplexe gesellschaftspolitische Themen anzupassen. Der überarbeitete Lehrplan behandelt zentrale Themen wie politische Parteien, Menschenrechte und Wahlen. Diese Inhalte erfordern innovative didaktische Ansätze, um Schülerinnen und Schüler wirksam einzubinden. Es ist daher entscheidend, die Lehrkräfte mit den notwendigen Fähigkeiten, Kenntnissen und Werkzeugen auszustatten, damit sie diese Inhalte erfolgreich vermitteln können.
In seiner Eröffnungsrede betonte Dr. Muhammad Kinanah, Direktor des NCCD, dass die politische Bildung ein wesentlicher Bestandteil des Lehrplans sei. Sie umfasse Inhalte zu verschiedenen Themen der politischen Bildung und der nachhaltigen Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung sei ein wichtiger Baustein für die Herausbildung der Identität von Bürgerinnen und Bürgern. Darüber hinaus hob Dr. Kinanah hervor, dass die Schulung darauf abziele, die Teilnehmenden zu befähigen, praxisnahe Aktivitäten zu entwickeln. Diese sollen die Leitfäden bereichern und den Bildungsprozess stärken.
In ihren Begrüßungsworten führte Veronika Ertl, Repräsentantin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jordanien aus, dass die Aspekte von Bildungsreformen und Bildungsförderung einen wichtigen Bestandteil der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung darstellen, die in Partnerschaft mit verschiedenen Akteuren umgesetzt werde. Sie fügte hinzu, dass der Zeitpunkt dieses Workshops besonders wichtig sei. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Einführung und Erprobung des neuen Lehrplans, da diese Phase eine Gelegenheit biete, die Weiterentwicklung der Kompetenzen von Lehrkräften gezielt in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Bedeutung dieses Workshops liege insbesondere im Fokus auf den Lehrerleitfaden, dessen Rolle gehe weit über die bloße Vermittlung von Inhalten hinaus gehe. Er schaffe den theoretischen Rahmen, der der praktischen Umsetzung vorausgeht. Der Leitfaden solle Lehrkräfte unterstützen und sie dabei befähigen, Wissen in wirksame Unterrichtspraxis zu übertragen. Es gehe nicht nur darum, Themen vorzustellen und zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehe der Erwerb von Lehr- und Lernkompetenzen. Zudem gehe es darum, Theorie durch klare und systematische Aktivitäten in praktische Anwendung zu überführen. Abschließend betonte sie, dass es die Aufgabe der Entwicklerinnen und Entwickler sei, die Leitfäden mit Leben zu füllen.
In ihrem einführenden Beitrag gab Mona Al Alami, Direktorin des Jordanian Center for Civic Education (JCCE), einen Überblick über die Arbeit und Programme des Zentrums. Sie stellte außerdem die langjährige Partnerschaft mit dem KAS-Auslandsbüro Jordanien vor. Zudem erläuterte sie die Zusammenarbeit des JCCE mit dem National Center for Curriculum Development. Dabei ging sie insbesondere auf die Bereiche Sozialkunde sowie nationale und politische Bildung ein. Sie hob auch die Rolle des NCCD bei der Entwicklung von Lehrplänen hervor.
Der dreitägige Workshop behandelte die wichtigsten Inhalte des neuen Lehrplans. Er umfasste gezielte interaktive Aktivitäten für die Autorinnen und Autoren. Im Mittelpunkt stand die Förderung eines vertieften Verständnisses zentraler Konzepte der politischen Bildung. Gleichzeitig sollten die Teilnehmenden befähigt werden, diese Konzepte in konkrete Unterrichtsaktivitäten umzusetzen. Hierfür entwickelten die Expertinnen und Experten Unterrichtssimulationen, in denen Konzepte der politischen Bildung praktisch angewandt werden. Dabei integrierten sie geeignete Strategien und entwickelten Aktivitäten, die im Unterricht umgesetzt werden können. Außerdem gestalteten sie Lernsituationen, die an die Lebensrealität der Schülerinnen und Schüler anknüpfen.
Die Schulung befasste sich des Weiteren mit der Vereinheitlichung des Schreibstils bei der Erstellung der Leitfäden, sowie der Entwicklung klarer Vorgehensweisen und praktischer Hinweise für den Unterricht. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Förderung von kritischem Denken und Problemlösungskompetenz. Zudem ging es um die Entwicklung geeigneter Lösungsansätze. Darüber hinaus wurden Leitlinien vorgestellt, die die Vermittlung nationaler Werte und demokratischer Praktiken im Unterricht unterstützen. Dazu gehören die Förderung eines Zugehörigkeitsgefühls, die Achtung von Gesetzen, die Stärkung des Dialogs und die Zusammenarbeit im Team.
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