Diese Publikation versammelt eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Reportagen, Fotografien, Dokumentarfilmen und investigativen Recherchen, die zwischen 2017 und 2024 mit dem Deutschen Journalistenpreis Walter Reuter ausgezeichnet wurden. Auf diesen Seiten findet die Leserschaft ein vielschichtiges Porträt des jüngeren Mexikos: strukturelle Korruption, Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten sowie Aktivistinnen und Aktivisten, soziale Ungleichheit, Migration, Umweltzerstörung und zivilgesellschaftlicher Widerstand. Jeder Beitrag steht für journalistische Sorgfalt, Mut und Exzellenz - und für die Suche nach Wahrheit unter prekären und riskanten Bedingungen.
Der Preis trägt den Namen von Walter Reuter, einem deutschen Fotografen und Journalisten, der vor dem Nationalsozialismus floh und in Mexiko einen neuen Horizont fand, um seinem Engagement für Wahrheit und Dissens nachzugehen. Sein Vermächtnis prägt eine Auszeichnung, die die Vielfalt der Stimmen und Formate würdigt, die das mexikanische Informationsökosystem ausmachen.
Ins Leben gerufen wurde der Preis im Jahr 2001 von neun Organisationen der deutschen Zusammenarbeit in Mexiko: der Deutschen Botschaft, der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), dem Goethe-Institut, der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (CAMEXA), der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), der Friedrich-Naumann-Stiftung (FNS), der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS), der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) und der Deutschen Welle (DW).
Die Anthologie zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus: Sie vereint Beiträge aus großen nationalen Redaktionen ebenso wie aus unabhängigen lokalen Medien; aus kollektiven Projekten und selbstorganisierten Initiativen; von etablierten Journalistinnen und Journalisten ebenso wie von Nachwuchstalenten. Die Auswahl, die in einem anonymen und pluralen Verfahren getroffen wurde, würdigt ausschließlich journalistisches Verdienst und bekräftigt: Exzellenz gehört weder einer Ideologie noch einem Geschäftsmodell, sondern dem ethischen Anspruch an die Fakten.
In einer historischen Phase, die von digitaler Desinformation und physischer Gewalt gegen die Presse geprägt ist, versteht sich diese Publikation als lebendiges Archiv und als Hommage. Sie lädt dazu ein, zu lesen, zu verstehen und zu handeln. Denn Qualitätsjournalismus zu verteidigen heißt, die Demokratie selbst zu verteidigen.
Thèmes
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