Diese Publikation analysiert die internationalen Standards, die jede Reform des Wahlrechtsrahmens leiten sollten. Obwohl solche Reformen häufig als technische Anpassungen dargestellt werden, haben sie sich in Mexiko und Lateinamerika zu einem zentralen Feld politischer Auseinandersetzungen entwickelt. Daher ist nicht nur ihr Inhalt, sondern auch das Verfahren ihrer Verabschiedung von entscheidender Bedeutung.
Die Studie untersucht die von der Venedig-Kommission, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und International IDEA entwickelten Maßstäbe. Darüber hinaus analysiert sie die Leitprinzipien der Wahlverwaltung, das Konzept des offenen Parlaments als Voraussetzung legislativer Integrität, bewährte Praktiken hinsichtlich Zeitpunkt und Konsens bei Reformen sowie die vergleichende Erfahrung einer Region, die seit 1977 mehr als 239 Wahlrechtsreformen verzeichnet hat. Als zentralen Beitrag präsentiert die Publikation einen Zehn-Punkte-Katalog zum Schutz der demokratischen Stabilität und bewertet anhand dieser Standards den jüngsten Wahlrechtsreformprozess in Mexiko.
Über eine rein theoretische Betrachtung hinaus regt die Veröffentlichung zu einer grundlegenden Reflexion darüber an, wie die Regeln des demokratischen Wettbewerbs verändert werden sollten. Sie vertritt die Auffassung, dass keine Mehrheit – so groß sie auch sein mag – die Bedingungen ihres eigenen Machterhalts einseitig neu festlegen sollte.