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The War on Iran: Where we stand and where we are heading

Webinar in cooperation with the Israel Council on Foreign Relations (ICFR) on the current situation of the war in the Middle East and possible future scenarios.

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Am 25. März hielten die Konrad Adenauer Stiftung und der Israeli Council on Foreign Relations ein weiteres Webinar zum aktuellen Kriegsgeschehen in der Region und dessen Auswirkungen auf Israel ab. Drei renommierte Experten – Ksenia Svetlova (Chatham House), Dr. Shmuel Bar (IntuView), and Prof. Chuck Freilich (IJFA) - ordneten die aktuelle in Israel und Nahost Lage ein, um danach mögliche Szenarien und relevante Chancen wie Risiken darzulegen. Moderiert durch Dr. Michael Rimmel (KAS), analysiert das Webinar die Gegenwart des Krieges und gibt fundierte Perspektiven auf die Zukunft.

 

Michael Rimmel leitete das Webinar mit einem Zitat des früheren deutschen Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, ein: „In der heutigen Welt [Adenauer sprach von den 1950ern] ist militärische Macht wichtiger als internationales Recht.“ Damit stellte Dr. Rimmel die Frage, welche Rolle militärische Macht und Stärke in der Gegenwart und Zukunft spielen werden. Er wies ebenfalls darauf hin, dass zwei Wochen zuvor bereits ein Webinar stattfand, damals unter der Annahme, der Krieg ende bald. Da der Krieg aber weiterhin tobt und nicht ans Ende zu kommen scheint, so Dr. Rimmel, ist eine tiefgreifende Debatte über mögliche Szenarien für die Region von großer Relevanz.

 

Prof. Chuck Freilich, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Israels, argumentierte, dass der Iran langfristig unter den Folgen der Angriffe leiden werde, während kurzfristig vor allem arabische Staaten und die USA belastet würden. Laut ihm steht Teheran politisch derzeit stark da und könnte strategisch vom Krieg profitieren. Überlebt das Regime den Konflikt mit intakten militärischen Kapazitäten, gilt dies bereits als Erfolg. Für Israel entsteht dadurch eine gefährliche Situation. Die Gefahr wächst, dass Iran verstärkt nach Atomwaffen strebt. Prof. Freilich kritisierte, dass USA und Israel ohne klare, erreichbare strategische Ziele agieren würden. Für Trump wie Netanjahu gehe es politisch ums sehr viel. Das Erbe beider Politiker werde sich am Ausgang des Krieges entscheiden. Vor allem US-Präsident Trump wird durch seine Entscheidung den Fortgang des Krieges bestimmen, da Israel ohne US‑Rückhalt kaum Optionen hat. Diplomatie bleibt schwierig, weil unklar ist, welche Zugeständnisse Iran machen würde. Ein Regimekollaps ist möglich, aber wenig wahrscheinlich. Optimistisch sei, dass die Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Staaten von der Situation langfristig profitieren könnten.

 

Laut Ksenia Svetlova, Senior Fellow bei Chatham House, profitiert Russland trotz des höheren Ölpreises nur gering vom Krieg, da die europäischen Staaten am Ölpreisdeckel weiterhin festhalten. Politisch profitiert Russland vom Krieg, vor allem durch seine neue Positionierung. Es ist militärisch nicht beteiligt, nutzt die Lage jedoch für eine Vermittlerrolle, für die die USA teilweise offen scheinen. Sogar eine Abgabe iranischen Urans an Russland gegen Sanktionserleichterungen wäre denkbar. Gleichzeitig gerät der Ukraine‑Krieg aus dem Fokus, was Russland ebenfalls nutzt. Auch wenn der Iran aufgrund ausbleibender Waffenhilfe weiterhin skeptisch bleibt, ergeben sich für Moskau viele Vorteile gegenüber der Ukraine und Europa. Scheitert Pakistans Mediation, könnte Russland in die Lücke treten und versuchen, gegenüber der USA den Krieg gegen den Iran mit dem eigenen Krieg in der Ukraine zu verbinden. Zudem behält der Kreml Einfluss auf Teheran, während das geopolitische Umfeld chaotisch bleibt und sich der Westen schwer koordinieren kann. Sie hob hervor, wie wichtig es sei, eine neue „Containment“-Strategie gegen Staaten wie Russland und dem Iran zu entwickeln, um ihnen bei ihrer aggressiven Außenpolitik besser entgegen treten zu können.

 

Dr. Shmuel Bar blickte in seinem Beitrag auf den Iran. Laut Dr. Bar dominieren die Revolutionsgarden die Entscheidungsprozesse innerhalb des Irans, angetrieben vom Überlebensinstinkt des Regimes und ökonomischen Interessen. Da keine Person mit Autorität im Iran geblieben ist, sind Entscheidungen schwerer durchzusetzen. Dadurch bleiben auch die Verhandlungen schwierig, da interne Machtstrukturen und gegenseitige Beschränkungen kaum Spielraum für Zugeständnisse lassen. Die „Mosaic‑Doktrin“, die im Kriegsfall Autonomie für Einheiten bietet und zentrale Entscheidungen per se erschweren, führt zu autonomen IRGC‑Einheiten, die teils unkoordiniert agieren. Das Regime ist kein homogener Block; viele Kämpfer verlassen bei Gefahr ihre Einheiten. Die ohnehin schwache Wirtschaftslage verschlechtert sich weiter, was zu mehr Wiederstand gegen das Regime und zu einer weiter zunehmenden Repression führen dürfte. Widerstand bleibt besonders in Minderheitenregionen ein Problem. Irans Forderungen sind bewusst unrealistisch, um Gespräche zu blockieren. Auf der anderen Seite des Persischen Golfes beginnt Saudi‑Arabien offensiver gegen den Iran zu agieren, was weitere Eskalation begünstigen könnte. Eine teilweise Desintegration Irans ist denkbar, bei zugleich härterem, aber weniger effektivem Regime.

 

In seinen Abschlussbemerkungen betonte Dr. Laurence Weinbaum (ICFR), dass die „unbekannten Unbekannten“ in diesem Krieg uns besonders zu denken geben sollten. Er hob hervor, dass taktische Erfolge mit narrativen Erfolgen einhergehen müssen und dass der Kampf um „die Geschichte“ von entscheidender Bedeutung ist. Die derzeitige Situation, so sagte er, habe die Unterstützung für Israel in den Vereinigten Staaten geschwächt, wo es für viele seiner Unterstützer zu einer Belastung geworden sei. Dies, argumentierte er, berge ernsthafte langfristige Konsequenzen für Israel.

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Contact Dr. Michael Rimmel
Michael Rimmel Tobias Koch
Leiter des Auslandsbüros Israel
michael.rimmel@kas.de +972 (0) 2 567 1830 +972 (0) 2 567 1831

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