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Informeller Handel zwischen Jordanien und Syrien

von Dr. Qasem Hamouri

Jordanien und seine Nachbarschaft

Jordanien und seine Nachbarschaft ist eine Publikationsreihe des KAS-Büro Jordanien, die die Beziehungen des Königreichs zu seinen Nachbarstaaten sowie zu den Konflikten an seinen Grenzen untersucht. Jede Studie widmet sich einem spezifischen sicherheits-, außenpolitischen oder wirtschaftlichen Thema und formuliert konkrete politische Handlungsempfehlungen.

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Nr. 2 | Juli 2026 - Informeller Handel zwischen Jordanien und Syrien

Dr. Qasem Hamouri
 

Der informelle Handel zwischen Jordanien und Syrien ist seit Langem ein fester Bestandteil der Grenzwirtschaft im Norden Jordaniens. Dieser Artikel untersucht die Entwicklung des informellen grenzüberschreitenden Handels, seine sozioökonomischen Auswirkungen sowie die Art und Weise, wie regionale politische und wirtschaftliche Entwicklungen die grenzbezogenen Wirtschaftsaktivitäten im vergangenen Jahrzehnt verändert haben. Der Artikel betont, dass informeller Handel nicht ausschließlich als Zoll- oder Sicherheitsproblem verstanden werden sollte, sondern als Teil einer umfassenderen Grenzwirtschaft, die von geografischen Gegebenheiten, historischen Verbindungen, den Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und den sich wandelnden regionalen Entwicklungen geprägt ist.

 

Die Analyse zeigt, dass der Konflikt in Syrien sowohl den formellen als auch den informellen Handel grundlegend beeinflusst hat. Entgegen der verbreiteten Annahme, dass ein Rückgang des formellen Handels automatisch zu einer Ausweitung des informellen Handels führt, kommt der Artikel zu dem Ergebnis, dass beide Formen wirtschaftlicher Tätigkeit infolge von Grenzschließungen, Mobilitätsbeschränkungen und Unterbrechungen der Transportwege zurückgegangen sind. Die jüngsten Verbesserungen der jordanisch-syrischen Wirtschaftsbeziehungen, die sich im deutlichen Anstieg des bilateralen Handels im Jahr 2025 widerspiegeln, deuten darauf hin, dass eine neue Phase der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beginnen könnte. Sollten sich diese Entwicklungen fortsetzen, könnten sich daraus neue Chancen für die Grenzregionen sowie für die Bereiche Transport, Logistik und regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit ergeben.

 

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse empfiehlt der Artikel einen ausgewogenen politischen Ansatz, der eine wirksame regulatorische Kontrolle mit Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung in den Grenzregionen verbindet. Dabei wird betont, wie wichtig es ist, zwischen informellem Handel zur Sicherung des Lebensunterhalts und organisierter grenzüberschreitender Kriminalität zu unterscheiden, die Datenerhebung zu verbessern, eine schrittweise Formalisierung zu unterstützen und transparente regulatorische Rahmenbedingungen zu fördern, die legitime Erwerbsmöglichkeiten erhalten. Ein solcher Ansatz könnte die Widerstandsfähigkeit der Grenzwirtschaft stärken, die Wirksamkeit politischer Maßnahmen verbessern und die schrittweise Formalisierung grenzüberschreitender Wirtschaftsaktivitäten erleichtern.

Diese Studie ist nur auf Englisch verfügbar.

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