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Analyses et Arguments

Islas de paz criminal: cuando la ausencia de violencia no significa seguridad

par Katherine Herrera Aguilar

Was geschieht, wenn organisierte Kriminalität aufhört zu töten, aber nicht aufhört zu regieren?

Diese unbequeme — und zugleich notwendige — Frage steht im Zentrum des Policy Papers „Inseln des kriminellen Friedens: Wenn organisierte Kriminalität jenseits sichtbarer Gewalt operiert“, verfasst von Katherine Herrera Aguilar im Rahmen des Netzwerks für Strategische Studien zu Sicherheit und Verteidigung (REESD) der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS).

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Abseits klassischer Sicherheitsansätze, die Sicherheit nahezu ausschließlich anhand von Tötungsdelikten messen, bietet diese Studie eine strategische und differenzierte Analyse organisierter Kriminalität. Auf Grundlage empirischer Evidenz und feldbasierter Forschung in einer Grenzregion im Norden Ecuadors zeigt das Paper, dass die Abwesenheit tödlicher Gewalt paradoxerweise ein Hinweis auf die Konsolidierung krimineller Macht sein kann — und nicht zwingend auf eine stärkere staatliche Kontrolle.

 

Die Autorin führt das Konzept der „Inseln des kriminellen Friedens“ ein, um Territorien zu beschreiben, in denen kriminelle Organisationen Formen paralleler Governance etabliert haben. In diesen Räumen regulieren sie Alltagsleben, lokale Ökonomien und Konfliktlösungen, ohne systematisch auf sichtbare Gewalt zurückzugreifen. Stille, scheinbare Ruhe und induzierte Stabilität fungieren dabei als bewusste Kontrollstrategien, während der Staat lediglich fragmentarisch oder symbolisch präsent ist und an effektiver Steuerungsfähigkeit verliert.

Die Analyse geht über eine reine Problembeschreibung hinaus. Das Paper untersucht die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Mechanismen, die diesen „funktionalen Frieden“ tragen — von informeller Beschäftigung und Kreditvergabe über parallele Formen der Rechtsprechung bis hin zur Kontrolle illegaler Ökonomien wie illegalem Bergbau, Schmuggel und Menschenhandel. Gleichzeitig warnt die Studie vor den Risiken sicherheitspolitischer Entscheidungen, die sich ausschließlich auf Gewaltindikatoren stützen, da diese zentrale Knotenpunkte organisierter Kriminalität unsichtbar machen und trügerische Sicherheitswahrnehmungen erzeugen können.

 

Diese Publikation reiht sich in das Engagement der KAS und der REESD ein, evidenzbasierte, kritische und strategische Analysen zu den Herausforderungen von Sicherheit und Verteidigung in Ecuador und der Region zu fördern. In einem Kontext, der von kurzfristigen Reaktionen und vereinfachenden Narrativen geprägt ist, lädt Inseln des kriminellen Friedens dazu ein, das Verständnis, die Messung und die Bekämpfung organisierter Kriminalität grundlegend neu zu denken — unter Einbeziehung von Faktoren wie krimineller Governance, territorialer Kontrolle und induzierter Stabilität.

 

Die Lektüre dieses Papers eröffnet eine unbequeme, aber unverzichtbare Perspektive: Die eigentliche Bedrohung äußert sich nicht immer im Lärm der Gewalt, sondern oft im Schweigen ihrer Normalisierung. Eine zentrale Lektüre für Entscheidungsträger:innen, Analyst:innen, Journalist:innen und alle, die die tiefgreifenden Dynamiken verstehen wollen, welche die Sicherheitslage in Ecuador derzeit neu formen.

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Contact Johannes Hügel
Johannes Hügel
Directeur de bureau, KAS Ecuador
johannes.huegel@kas.de (+593) 2-401-6117 ext 812
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Luis Alfredo García

Luis Alfredo Garcia
Projektmanager
luis.garcia@kas.de 02 402 6117 ext 810

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À propos de cette collection

Cette série informe de manière concentrée sur les positions importantes de la Fondation Konrad-Adenauer sur les questions d'actualité. Les différents numéros présentent les principales conclusions et recommandations, offrent de brèves analyses, expliquent les projets futurs de la Fondation et désignent les personnes de contact du KAS.

Informations à propos des commandes

erscheinungsort

Quito

seitenzahl

44

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