Agrégateur de contenus

smarterpix / ZOOMYimages
Analyses et Arguments

Mehr Raum für Familie

par Natalie Klauser, Jacques Hermes

Familienfreundliche Politik im internationalen Vergleich

Trotz eines seit Jahren stabilen Kinderwunsches sinkt die Geburtenrate in Deutschland auf einen historischen Tiefstand. Welche Hürden erschweren jungen Menschen die Familiengründung und welche politischen Rahmenbedingungen können dazu beitragen, dass mehr Kinderwünsche verwirklicht werden? Aktuelle Forschungsergebnisse und ein Vergleich familienpolitischer Ansätze verschiedener Länder liefern Hinweise für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Familienpolitik in Deutschland.

Agrégateur de contenus

Partager

Im Jahr 2025 erreichte die Geburtenrate in Deutschland mit durchschnittlich 1,32 Kindern je Frau einen historischen Tiefstand und folgt damit dem Trend der meisten Industrieländer. Vor diesem Hintergrund haben zahlreiche Staaten ihre Familienpolitik in den letzten Jahren ausgeweitet. Selbst Länder mit gut ausgebauter Kinderbetreuung, hoher Erwerbsbeteiligung von Frauen und großzügigen Familienleistungen wie die nordischen Länder und Frankreich verzeichnen jedoch sinkende Geburtenraten.  

Der seit 2021 beobachtete Geburtenrückgang in Deutschland wird unter anderem mit vorgezogenen Schwangerschaften im ersten Corona-Pandemiejahr und einer anschließenden Fortsetzung des bisherigen Abwärtstrends erklärt. Als langfristige Ursache gilt ein gesellschaftlicher Wertewandel, der im Zusammenhang mit der zunehmenden Gleichstellung der Geschlechter und der Einführung der Anti-Baby-Pille steht und seit den 1970er Jahren zu einer Abkehr vom früheren Leitbild kinderreicher Familien beigetragen hat. Hinzu kommen Individualisierungs- und Vereinzelungstendenzen, die mit rückläufiger Paarbildung und weniger Eheschließungen einhergehen. 

In Deutschland gelten Kinderwunsch und Familiengründung als hochpersönliche Lebensentscheidungen, die sich der staatlichen Einmischung im Sinne der im Grundgesetz verankerten, freien Selbstentfaltung weitgehend entziehen. Die Forschung zeigt aber auch, dass gesellschaftliche Rahmenbedingungen Geburtenverhalten beeinflussen. Die Geburtenrate sinkt, obwohl die gewünschte Kinderzahl der Deutschen mit durchschnittlich 1,75 Kindern seit 2021 stabil geblieben ist. Demografie-Forschersprechen daher von einem „Fertility-Gap“. Zu der Lücke zwischen gewünschter und realisierter Kinderzahl trägt einerseits bei, dass die altersabhängige Abnahme der Fertilität häufig unterschätzt, die Realisierung von Kinderwünschen verschoben und später aufgrund nachlassender Fertilität nicht mehr nachgeholt wird. Andererseits werden Geburten nicht realisiert, weil junge Erwachsene die Vereinbarkeit von Familie und Karriere, aber auch unsichere Zukunftsaussichten als herausfordernd erleben. Für potenzielle Eltern rücken zunehmend krisenbedingte Zukunftsängste, finanzielle und berufliche Unsicherheiten, eine mangelnde Planbarkeit der Lebensgestaltung sowie steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten in den Fokus. 

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Bedarfe junge Menschen bei ihrer Familienplanung haben und welche politischen Maßnahmen die Realisierung von Kinderwünschen unterstützen können. Familienpolitik kann den Trend sinkender Geburtenraten nicht umkehren, aber dazu beitragen, Hürden für Elternschaft abzubauen. Internationale Erfahrungen können dabei Impulse für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung familienpolitischer Instrumente liefern.  

Agrégateur de contenus

comment-portlet

Agrégateur de contenus

À propos de cette collection

Cette série informe de manière concentrée sur les positions importantes de la Fondation Konrad-Adenauer sur les questions d'actualité. Les différents numéros présentent les principales conclusions et recommandations, offrent de brèves analyses, expliquent les projets futurs de la Fondation et désignent les personnes de contact du KAS.