Diese Wahlen gelten als erstes Stimmungsbarometer über die dann etwas mehr als ein Jahr amtierende Regierung der „Nationalen Einheit“ von Staatspräsident Santos und der Performance der diese tragenden vier Parteien. Zudem sind dies die letzten Wahlen vor den Kongress- und Präsidentschaftswahlen im Jahre 2014 und entscheidend für die mittelfristige machtpolitische Positionierung der Parteien.
Die personelle, deutlich weniger die inhaltliche Vorbereitung dieser Wahlen hat daher für die Parteien seit Monaten eine hohe Priorität. Gut fünf Monate vor den Wahlen haben die Parteien ihre kommunalen und regionalen Kandidaten, Listen und Koalitionsabsprachen weitgehend unter Dach und Fach. Die große Ausnahme ist die Hauptstadt Bogotá. Die Parteien tun sich erkennbar schwer, geeignete Kandidaten zu finden. Dies ist nicht nur ein Hinweis auf die schwierige politische Situation der Hauptstadt, sondern einmal mehr auf die reduzierte Fähigkeit der Parteien zur Rekrutierung von Führungsnachwuchs.
Die Ausgangslage
In den vergangenen acht Jahren wurde Bogotá von Bürgermeistern des Linksbündnisses „Polo Democrático Alternativo“ regiert. Zusammen mit dem Department Nariño im Südwesten des Landes waren dies die zentralen Bastionen des Polo. Die Unzufriedenheit mit dem Bürgermeister Samuel Moreno hatte in den vergangenen zwei Jahren jedoch derart zugenommen, dass zunehmend daran gezweifelt wurde, dass der Polo die Stadt auch mit einem unbelasteten Kandidaten, eine unmittelbare Wiederwahl des Bürgermeisters ist unzulässig, halten kann.
Vor wenigen Wochen nun wurde der Bruder Morenos, Senator des Polo, wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit einem Großbauprojekt in Bogotá verhaftet. Kurze Zeit später wurde der Bürgermeister selbst, dem ebenfalls eine Verwicklung in dieses „Karussell“ genannte Korruptionsszenario nachgesagt wird, durch die Procuraduría von seinem Amt suspendiert, bislang aber nur wegen mangelhafter Amtsführung.
Staatspräsident Santos ernannte die Erziehungsministerin seines Kabinetts zur provisorischen Bürgermeisterin und muss nun aus einer vom Polo vorgelegten, politisch wie juristisch höchst strittigen Dreier-Liste einen bis Ende des Jahres tätigen Übergangsbürgermeister bestimmen.
Dieses politische Desaster für den Polo, der bei den letzten Kommunalwahlen für Moreno rund 47% erreichte und 11 der 43 Stadträte errang, bietet für die anderen Parteien die Chance, sich neu zu positionieren.
Lesen Sie den ganzen Länderbericht, indem Sie auf das PDF-Symbol oben klicken.
Thèmes
Mis à disposition par
Auslandsbüro KolumbienÀ propos de cette collection
La Fondation Konrad-Adenauer est présente avec son propre bureau dans 70 pays du monde sur les cinq continents. Les collaborateurs locaux peuvent rapporter de première main les événements actuels et les évolutions à long terme dans leur pays d'accueil. Leur « rapports nationaux » présentent en exclusivité aux utilisateurs du site Internet de la Fondation Konrad-Adenauer des analyses, des informations de fond et des évaluations.
Informations à propos des commandes
erscheinungsort
Kolumbien Kolumbien