„Was dem Bäcker das Brötchen, was dem Metzger die Wurst, ist dem Redenschreiber die…“? Die Antwort auf diese Frage zu finden, war Teil unserer vier Tage in Dresden. Wir, 20 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studien-, Promotions- und Journalistischen Nachwuchsförderung, beschäftigten uns unter der Leitung von Dr. Christoph von Hehl damit, was gute politische Reden ausmacht.
Was trägt eine Rede zum Erfolg? Was soll hängenbleiben? Die Trainer Michael Dobis und Jörg Kannwischer stellten diese Fragen gleich zu Beginn – und ließen uns keine Zeit, sie zu umgehen. Im Fokus des Seminars stand die (strategische) Kernbotschaft, das Herzstück jeder politischen Rede. Sie zu entwickeln ist schwieriger, als es klingt: Man muss sein Publikum kennen, den Redner oder die Rednerin verstehen und wissen, warum sie diese Rede hält. Ist die Kernbotschaft klar, beginnt die eigentliche Arbeit erst: Einstieg, Gliederung, Sprache. Die gesprochene Sprache ist kein Beiwerk, sondern das Handwerkszeug selbst. Die richtigen Wörter und Stilmittel zu finden, braucht mehr Zeit, als man denkt. Sie sollen nicht ablenken, sondern tragen.
Theorie allein reicht nicht. Also schrieben, probierten und scheiterten wir: Kernbotschaften erarbeiten, Gliederungen entwickeln, Reden verfassen – immer wieder neu. KI diente als Hilfsmittel, nicht als Ersatz. Der Höhepunkt war die Abschlussübung: eine eigene Rede schreiben, vorstellen, Feedback erhalten. Wer das einmal gemacht hat, weiß: Eine gute Rede entsteht nicht im ersten Entwurf.
Nicht zuletzt wollten wir in dem Seminar aber auch erfahren, welchen Stellenwert die politische Rede für einzelne Akteure hat. Mit dem Sächsischen Integrationsbeauftragten Martin Modschiedler (MdL) diskutierten wir über Veränderungen in der politischen Kommunikation und über die Debattenkultur in Sachsen.
Am Ende bleibt: Was dem Bäcker das Brötchen, ist dem Redenschreiber die Kernbotschaft. Nach vier Tagen steht fest: Ohne Kernbotschaft trägt die Rede nicht. Redenschreiben ist ein Handwerk, das geübt werden muss. Dresden war dafür der Anfang. Und wer weiß, vielleicht wird der eine oder die andere von uns auch beruflich die Zunft der Redenschreiber bereichern.
Ein Veranstaltungsbericht von: Rebecca Dorothea Bruns - Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung
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Hauptabteilung Begabtenförderung und KulturÀ propos de cette collection
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