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Comptes-rendus d'événement

Unkenntnis, Beschönigung, Umdeutung: Wie die Diktatur in der DDR bis heute weiterwirkt

Der renommierte Historiker Dr. Hubertus Knabe war bei einer Abendveranstaltung in Wetzlar und bei einer Schulveranstaltung am Gymnasium Riedberg in Frankfurt zu Gast. Dabei zog er ein ernüchterndes Fazit zu unserem Umgang mit der Diktatur in der DDR nach 1990, stellte heraus, wie der Unterdrückungsapparat der SED funktionierte und wie sich Funktionäre in die neue Zeit retteten und teilweise bis heute weiterwirken. In Wetzlar durften wir außerdem MdB Johannes Volkmann willkommen heißen, der ein Grußwort sprach und am Podiumsgespräch teilnahm.

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Dr. Hubertus Knabe stellte fest, dass das Wissen der Deutschen um DDR-Unrecht leider immer weiter abnimmt. In den letzten Jahren habe es nicht einmal mehr Umfragen dazu gegeben, welches Wissen überhaupt noch vorhanden ist, was die Vernachlässigung des Themas im öffentlichen Diskurs verdeutliche. Insbesondere am Gymnasium Riedberg in Frankfurt erläuterte Dr. Knabe daher, wie die Diktatur in der DDR funktionierte und welche Mittel zur Unterdrückung angewandt wurden. Bei beiden Veranstaltungen betonte Dr. Knabe, dass nicht nur das Wissen immer weiter abnehme, sondern dass die SED-Diktatur leider immer wieder beschönigt werde.

 

Insgesamt kritisierte er eine kaum vorhandene Aufarbeitung der Diktatur nach der Wiedervereinigung. So seien Täter oftmals ungeprüft und in großer Zahl in den Staatsdienst übernommen worden, etwa in Polizei oder Bundesgrenzschutz. Anders als beim Nationalsozialismus, dessen Symbole und Organisationen zu Recht verboten wurden, gilt dies nicht für die DDR und die SED. Die Staatspartei der DDR konnte sich einfach umbenennen und sitzt unter dem Namen "Die Linke" heutzutage im Bundestag und in vielen Landesparlamenten. Dr. Knabe machte deutlich, dass Die Linke rechtsidentisch mit der SED ist und bis heute die Diktatur in der DDR verharmlose.

 

Dr. Knabe räumte auch mit weitverbreiteten Mythen auf. So widerlegte er die Behauptung, das Gesundheitssystem sei besonders gut oder der soziale Wohnungsbau besonders wegweisend gewesen. Die Behauptung, die Kinderbetreuung sei vorbildlich organisiert gewesen, wies er entschieden zurück, da dort bereits ab dem frühesten Kindesalter ideologisch indoktriniert wurde und dies kennzeichnend für autoritäre Systeme sei. Diese weitverbreitete Behauptung sei ein gutes Beispiel für die Verharmlosung der DDR.

 

Die beiden Veranstaltungen dienten dazu, DDR-Unrecht nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und das Bewusstsein für das Fortwirken von DDR-Funktionären und SED-Gedankengut bis in die heutige Zeit zu stärken.

 

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