Jahresmotiv 2014

Zeitenwenden – Die Tagesordnung der Zukunft

Jahrzehntelang schien die Welt wie eingemauert. Kommunistische Diktaturen standen den westlichen Demokratien gegenüber. Der Zusammenbruch des Kommunismus, dessen spektakulärste Ergebnisse der Fall der Mauer und die Überwindung der Spaltung Deutschlands und Europas waren, hat seit 1989 eine neue globale Dynamik freigesetzt, die früher unvorstellbare Zukunftschancen eröffnet, aber auch neue Risiken mit sich bringt. Der Freiheitswille der Menschen in der Ukraine einerseits, die Reaktionen Russlands andererseits zeigen die ungebrochene Kraft unserer Werte, aber auch die Wirkungen einer Politik, von der wir in Europa hofften, dass sie der Vergangenheit angehören. Zugleich hat eine immer schnellere technologische Entwicklung, die insbesondere den Kommunikationssektor revolutioniert, Grenzen relativiert und Gesellschaften verändert. Das globale Dorf, in dem wir alle miteinander leben, ist alles andere als eine Idylle, aber eine Quelle steter Veränderung, deren positive Beeinflussung große Gestaltungskraft und flexible Ordnungsrahmen erfordert.

Die politische Tagesordnung der Zukunft
Die interaktive Weltkarte zeigt verschiedene Statements aus den Ländern. Partner der Konrad-Adenauer-Stiftung geben in kurzen Video-Clips ganz unterschiedliche Antworten auf die Frage, was auf ihrer persönlichen politischen Tagesordnung der Zukunft steht.

Das hat uns dazu bewogen, unserer Arbeit für 2014 das Jahresmotiv „Zeitenwenden – Die Tagesordnung der Zukunft” voranzustellen. Transformationsprozesse bestimmen die Geschicke in vielen Ländern, Umwälzungen mit ungewissem Ausgang wie in der arabischen Welt. Aber auch in vermeintlich fest gefügten und in sich ruhenden Regionen gehen Veränderungen vor sich, Digitalisierung, Demografie und Migration heißen die Stichworte. Diesen Wandel zu gestalten und eine Vorstellung davon zu entwickeln, wohin die Reise gehen soll, dieser Aufgabe will sich die Konrad-Adenauer-Stiftung in diesem Jahr besonders widmen.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der sich 2014 zum hundertsten Mal jährt, und der Fall der Mauer vor 25 Jahren markieren Zeitenwenden, welche die Tagesordnung der Zukunft verändert haben. Die Katastrophe von 1914, die den Boden für die noch größere Katastrophe des Zweiten Weltkriegs bereitete, aber zugleich bis heute zur friedlichen Einigung Europas mahnt, bietet im Jahr der Wahl zum Europäischen Parlament und des Gedenkens an friedliche Revolution und Fall der Mauer, den Rahmen für vielfältige Aktivitäten und Projekte der Stiftung. Sie sollen zeigen, was möglich ist, wenn Zuversicht und Zukunftsmut das Handeln bestimmen. Aber wir sehen uns auch mit der Tatsache konfrontiert, dass das Klima für die Arbeit der deutschen politischen Stiftungen in vielen Ländern und Regionen rauer wird.

Demokratie ist kein Selbstläufer, Transformation kann auch zu anderen Ergebnissen führen. Neue Eiszeiten nach frühlingshafter Hoffnung wie in Ägypten, Ernüchterung und Rückschritte, ob in Russland oder Afghanistan, fordern unser Bemühen um eine nachhaltige demokratische Entwicklung immer wieder neu heraus.

Publikationen

Mehr Experimente!

Zwölf Thesen zur Reform der Volksparteien
Die Broschüre spitzt die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz „Mehr Experimente! Nachdenken über die Volksparteien der Zukunft“ vom Dezember 2014 thesenhaft zu. Sie versteht sich als Anregung für mögliche Parteireformen in den Bereichen Parteiorganisation, Beteiligungsformate, Weiterentwicklung der Mitgliedergewinnung, Einbeziehung der Mitglieder sowie lokale Projektarbeit. Sie soll helfen, ausgetretene Denkpfade zu verlassen und neue Perspektiven einzunehmen. 22. Mai 2015 mehr...

Wie reagieren Parteien auf den Mitgliederschwund?

Seit Jahren schon wird die „Krise“, der „Niedergang“ und das „Ende“ der Volksparteien beschworen. Mal steht dahinter die Sorge um den Verlust eines zentralen Stabilitätsankers unserer Demokratie, der Gesellschaft und Staat vernetzt und den Interessenausgleich voranbringt. Mal dient die Rede vom Niedergang als Argument in der politischen Auseinandersetzung oder sie ist gar Ausdruck einer mehr oder weniger offenen grundsätzlichen Ablehnung eines von starken Parteien getragenen parlamentarischen Regierungssystems. Ann-Kristin Kölln, 7. Jan. 2015 mehr...

Parteireformen im Ausland: Ansätze und Erfahrungen

Parteien stehen mit ihrer Umgebung in dauerhafter Wechselbeziehung. Sie wollen ihre Umwelt gestalten, gleichzeitig aber üben Veränderungen der Umwelt, wie steigende individuelle Mobilität, technischer Fortschritt, veränderte Mitsprache- und Beteiligungswünsche der Mitglieder und Sympathisanten oder neue Parteien mit innovativen Organisationsverfahren einen dauerhaften Anpassungsdruck auf ältere und etablierte Parteien aus. Karsten Grabow, Theresa Sätzler, 7. Jan. 2015 mehr...

Mitglieder- und Bürgerbeteiligung in den CDU-Kreisverbänden

„Mehr Experimente!“ – mit diesem Motto hat die Arbeitsgruppe „Zukunft der Volksparteien“ der Konrad-Adenauer-Stiftung ihre Transformationskonferenz im Dezember 2014 überschrieben. Es versteht sich als Aufforderung an die Volksparteien, auf das geänderte gesellschaftliche Umfeld und die neuen politischen Herausforderungen nicht nur verbal, sondern auch organisatorisch zu reagieren. Alexander Gajewski, 7. Jan. 2015 mehr...

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Zeitenwenden

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Dr. Bernd Löhmann
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