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Zusammenfassung zentraler Ergebnisse der Studie „Was junge Migranten bewegt. Lebenswelten von Jugendlichen und jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Herausforderungen und neue Perspektiven für die Integrationspolitik, Bildungspolitik und Sozialarbeit” von Prof. Dr. Carsten Wippermann.

In Deutschland leben etwa 15 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Entweder sind sie selber oder mindestens ein Elternteil nach Deutschland zugewandert. Sie kamen als Gastarbeiter, flüchteten vor Krieg und Gewalt, sind zurückgekommen in das Land ihrer Vorfahren, wurden von ihren Eltern mehr oder weniger freiwillig mitgenommen oder sind gekommen, weil sie sich in Deutschland ein besseres und sichereres Leben erhoffen. Die meisten von ihnen haben sich wie selbstverständlich integriert und sind ein Teil der deutschen Gesellschaft. Sie genießen die ihnen hier garantierten Freiheitsrechte, die soziale Absicherung und mögliche Aufstiegsperspektiven. Sie tragen zur gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Deutschlands bei: Sie übernehmen Verantwortung und engagieren sich auf vielfältige Weise. Viele sind durch Geburt oder durch Einbürgerung, auch unter Verzicht auf ihre bisherige Staatsbürgerschaft, deutsche Staatsbürger.

Doch es gibt auch die andere Seite: Menschen mit Migrationshintergrund, die sich aus verschiedenen Gründen den Werten und Normen der Mehrheitsgesellschaft verweigern, die Integration verdeckt, offen oder gar offensiv ablehnen, die sich ethnisch, sozial oder räumlich abkapseln, denen es auch nach jahrzehntelangem Aufenthalt in Deutschland schwer fällt, sich auf Deutsch zu verständigen, und die mit großer Beharrlichkeit an den aus den Herkunftsländern gewohnten Rollenbildern, Traditionen oder Verhaltensweisen festhalten. Sie nehmen die ihnen oft fremden und zuweilen auch aus ihrer Sicht unverständlichen oder verwerflich erscheinenden Alltagskulturen und Lebensformen ihrer deutschen Umwelt zwar hin, sind aber nicht bereit oder in der Lage, sich selbst aktiv in eine solche Gesellschaft einzubringen.

Die objektiven Ursachen wie die subjektiven Motive für mangelnde Integration, Integrationsbereitschaft und -fähigkeit sind vielfältig. Formen der sozial-ethnischen Schließung und Einnistung in einer subkulturellen Lebenswelt fördern eine selbstbewusste kollektive Identität als „dauerhafte Freunde” und erschweren die Integration.

Die Folge ist, dass in der Mehrheitsgesellschaft eine solche Separierung und Verweigerung als irritierend oder sogar als ängstigend und bedrohlich empfunden wird. Daraus entstehen Spannungen, die das Gemeinwesen belasten und das Zusammenleben erschweren. Aufgabe der Politik auf allen Ebenen des staatlichen Handelns muss es deshalb sein, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass solche Fehlentwicklungen schon in den Ansätzen verhindert werden. Ein besonders wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die junge Generation. Gelingt es, sie für den Gedanken einer selbstverpflichtenden Integration zu gewinnen, ist auch die Zukunft gewonnen.

Um differenziert und ohne Vorurteil auf Jugendliche mit Migrationshintergrund eingehen zu können, muss man wissen, wie diese jungen Menschen aufwachsen, wie sie denken, was sie fühlen und was sie empfinden. Zwar gibt es eine Fülle von Zahlen zur Lebenssituation und zum Bildungsstand, doch nur wenige Erkenntnisse, die bei der notwendigen Differenzierung und möglichst wirklichkeitsnahen Auffächerung dieser helfen könnten.

Um diese Lücke zu schließen, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung bei Sinus Sociovision, Heidelberg, eine Studie in Auftrag gegeben. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie sind im Folgenden zusammenfassend dargestellt.

Kontakt

AbbildungDr. Norbert Arnold ›
Leiter des Teams Bildungs- und Wissenschaftspolitik und Koordinator für Wissenschaft, Forschung und Technologie
Tel. +49 30 26996-3504
Norbert.Arnold(akas.de


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