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Verschiedene Modelle sollten möglich und akzeptiert sein

Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung untersucht Familienpolitik


Berlin, 30. Juni 2014

 
 

Die Familienpolitik braucht eine Neuausrichtung, die die gesellschaftliche Realität abbildet und unterschiedliche Lebensmodelle akzeptiert. Bislang ist die Familienpolitik inkonsistent, zersplittert und lässt keine strategische Ausrichtung erkennen.

 

Zu diesem Schluss kommt die jetzt veröffentlichte Studie "Familienleitbilder in Deutschland", die die Konrad-Adenauer-Stiftung vom Bundesinstitut für 2013 hat durchführen lassen.

Dafür wurden 5.000 Menschen zwischen 20 und 39 Jahren zu Wunsch und Wirklichkeit befragt. Herausgekommen ist dabei: Viele jungen Menschen, vor allem Frauen, fühlen sich überfordert mit den Ansprüchen, die gestellt werden - die teilweise auch noch konterkarieren. So gebe es heute das Bild der verantworteten Elternschaft, die hochpädagogiersiert sei und mit bestimmten materiellen Voraussetzungen verbunden sei. Christine Henry-Huthmacher, Herausgeberin der Studie und Koordinatorin für Bildungs-, Familien- und Frauenpolitik bei der KAS sagte gegenüber dem Deutschlandfunk: „Wenn ich das Haus nicht habe, wenn ich das Einkommen nicht habe, wenn ich keine Berufsausbildung habe, dann ist es immer schwieriger, Familie zu gründen. Das heißt, diese Voraussetzungen sollten dann schon alle gegeben sein, um überhaupt Familie gründen zu wollen.“ Zum anderen gebe es überfrachtete Mütterrollen, die einen Spannungsbogen in sich trügen. Henry-Huthmacher: „Frauen sollen heute bitteschön berufstätig sein und am liebsten noch Karriere machen und am Nachmittag mit dem Kind Hausaufgaben machen und dazwischen das Kind fördern und ernähren.“

Zugleich gebe es viele negativ konnotierte Mütterbilder, wie die "Rabenmutter" oder das "Heimchen am Herd". Es brauche, so die Studie, deshalb nun eine Debatte darüber: Wie kann jungen Menschen das ermöglicht werden, was sie unter einer guten Familie verstehen - und das ist, wie die Studie belegt, heute eben höchstunterschiedlich. Für 100 Prozent der Befragten ist das verheiratete Ehepaar, bestehend aus Mann und Frau, plus Kind Familie. Das ist für 97 Prozent aber auch das unverheiratete Paar mit Kind; für 88 Prozent auch das homosexuelle Paar mit Kind. Das Kind aber ist der zentrale Bestandteil und werde auch, so die Studie, von den meisten jungen Menschen als selbstverständlicher Bestandteil des Lebenskonzeptes verstanden. Es sollten deshalb ein Leitbild von der Politik vorgegeben sowie die Rahmenbedingungen dafür, damit verschiedene Modelle möglich sind - und akzeptiert werden.

Mit freundlicher Unterstützung des Deutschlandfunks.

 

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