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Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Veranstaltungsberichte

Die Konrad-Adenauer-Stiftung präsentiert sich auch in diesem Jahr wieder auf der CeBit in Hannover und veranstaltet in diesem Zusammenhang verschiedene Diskussionen und Workshops. Bei der Paneldiskussion „Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung“ diskutierten am Mittwoch neben dem Chief Digital Officer von VW Johann Jungwirth auch der Geschäftsführer des Karosseriebauers IndiKar Ronald Gerschewski, Dr. Kevin Füchsel vom Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik sowie Daniel Schnitzler vom Start-up Tesyo Technologies.

KAS goes CeBit

Künstliche Intelligenz, humanoide Robote oder Virtual Reality: Vor wenigen Jahren noch Science Fiction, heute schon Realität. Unter dem diesjährigen Tophema „d!conomy - no limits“ werden auf der CeBit in Hannover die neuesten Entwicklungen der IT-Branche präsentiert. Das Thema Digitalisierung ist in allen Bereichen unseres täglichen Lebens und somit auch in allen Politikfeldern präsent. Die Konrad-Adenauer-Stiftung untersucht die wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Auswirkungen der Digitalisierung, erarbeitet Handlungsempfehlungen für die Politik und bietet Bildungsangebote u.a. für Gründer an. Auf der CeBit präsentiert sich die Hauptabteilung Politik und Beratung auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Messestand und bringt dort Gründer und Politik zusammen. In diesem Jahr standen u.a. die Themen Open Data, FinTechs und Design-Thinking im Fokus.


Next stop: Smart Enterprise

Wenn Johann „JJ“ Jungwirth mit enthusiasm über die völlig neue user experience in self driving cars, einem notwendigen change of mindset in unserer Gesellschaft oder der Zukunft von AI (artificial intelligence) spricht, fühlt man sich als mit Füller und Notizblock bewaffneter Zuhörer einer Paneldiskussion mit dem Titel „Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung“ sofort unheimlich inspiriert aber irgendwie auch plötzlich sehr alt. Seit November 2015 leitet Jungwirth, der zuvor fünf Jahre für Apple im Bereich der Entwicklung der Mac Computersysteme tätig war, den im VW-Konzern neu geschaffenen Fachbereich Digitalisierungsstrategie. Denken wir beim Stichwort Topmanager an Maßanzug, Einstecktuch und blank polierte Budapesterschuhe, so sitzt Jungwirth, der die letzten neun Jahre im Silicon Valley verbracht hat, ganz unprätentiös im hellblauen Hemd, mit randloser Brille und Apple-Watch am Handgelenk auf dem Podium im Konferenzraum der Messehalle 11 in Hannover. Jungwirth betont, wie wichtig es für ein Unternehmen ist, dass auch die einzelnen Unternehmensbereiche sowie das Topmanagement hinter der Digitalisierungsstrategie stehen. Der Volkswagen-Konzern hat allein in den in den letzten 15 Monaten 14 verschiedene Digitalisierungsprojekte realisiert. In 37 Digital Labs (u.a. auch in Berlin) arbeiten Programmierer, Data Scientists, Design-Thinking-Experten und Cloud-Architekten zusammen an Software-Lösungen für neue Geschäftsmodelle des Automobilkonzerns. Johann Jungwirth sieht die Zukunft des Unternehmens in einer vollständigen Digitalisierung aller Geschäftsprozesse - angefangen von Design und Entwicklung bis hin zum Bereich After Sales. Durch die Anwendung von künstlicher Intelligenz könne man immer mehr Prozesse automatisieren, sodass in Zukunft der Mensch in solch einem smart enterprise mehr Zeit für kreative und schöpferische Tätigkeiten habe. Die Vorteile dieser digitalen Transformationen liegen auf der Hand: „Die Produkte werden besser, die Produktzyklen kürzer und der Kunde durch die Einbindung in den Designprozess glücklicher“, fasst Jungwirth zusammen.

Die Politik ist am Zug

In der vergangenen Woche wurde auf dem Genfer Autosalon mit dem Modell „Sedric“ (Kurzform für Self Driving Car) das erste Konzept eines autonomen Elektrofahrzeugs von VW der Öffentlichkeit präsentiert. Bis Sedric, eine Art Robotaxi ohne Lenkkrad und Pedale, auf deutschen Straßen unterwegs sein wird, werden jedoch noch einige Jahre vergehen und noch viele Gesetzesentwürfe überarbeitet werden müssen. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik“, sagt Digitalstratege Johann Jungwirth. Nicht nur bei der Schaffung von gesetzlichen Grundlagen, auch beim Ausbau der digitalen Infrastruktur (Stichwort 5G) und der Verbesserung der Attraktivität des Technologiestandorts Deutschland müsse die Politik aktiv werden und auch auf die Ängste der Bevölkerung besser eingehen. Auf dem Arbeitsmarkt werden in wenigen Jahren völlig andere Fähigkeiten gefragt sein, als das heute der Fall ist. Neben den Programmiersprachen werden vor allem Kenntnisse in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Machine Learning, Data Research, User Experience sowie Cloud Computing gebraucht. Wenn Deutschland sich in Zukunft als Technologiestandort behaupten will, dürfe man nicht weiter zusehen, wie Fachkräfte reihenweise ins Silicon Valley auswandern. „Wir müssen es schaffen, ein attraktiver Standort für die klügsten Köpfe der Welt zu werden“, fordert Johann Jungwirth zum Abschluss.

Weitere Bilder finden Sie auf Flickr:

CEBIT 2017 mit Johann Jungwirth

Kontakt

AbbildungMatthias Schäfer ›
Leiter des Teams Wirtschaftspolitik
Tel. +49 30 26996-3515
Matthias.Schaefer(akas.de


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