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Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

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Tschechiens Verteidigungs- und Ukrainepolitik unter der neuen Regierung Babiš – ein erster Eindruck

Vom Ausbau zur Stagnation

Die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen, in denen sich die Tschechische Republik seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine befindet, haben in den vergangenen Jahren zu einer Veränderung der Verteidigungsplanung geführt. Unter der Regierung von Petr Fiala (ODS) war Tschechien bereit, die Verteidigungsausgaben schrittweise zu erhöhen und sie ließ keinen Zweifel an der Unterstützung für die Ukraine. Doch die neue Koalitionsregierung von Andrej Babiš, die durch die populistische Partei ANO, die rechtsextremistischen Antisystempartei SPD (Freiheit und Direkte Demokratie) und die populistisch-konservative Partei der Motoristen gebildet wird, schlägt in vielen Bereichen einen neuen Kurs ein. 

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Ein Jahr Mahama und NDC-Regierung in Ghana

Zwischen makroökonomischer Stabilisierung und ungelösten Strukturproblemen

Das Jahr 2025 markierte einen politischen Wendepunkt in Ghana: Mit der Rückkehr von John Dramani Mahama in das Präsidentenamt im Januar 2025 übernahm ein erfahrener politischer Akteur erneut die Führung, der in der ghanaischen Politik sowohl für substanzielle Infrastrukturinvestitionen als auch für wirtschaftliche Turbulenzen steht. Ein Jahr später stellt sich nun die Frage: Wo steht Ghana heute? Welche Fortschritte hat die neue NDC-Regierung erzielt – und welche Herausforderungen bleiben bestehen?

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Wahrnehmungen jordanischer Außenpolitik: Wandel und Kontinuität

Umfragen zeigen Verschiebungen in außenpolitischen Prioritäten und Partnerschaften bei gleichbleibender Grundausrichtung jordanischer Außenpolitik

Im Kontext regionaler Instabilität bleibt die jordanische Außenpolitik geprägt von einer pragmatischen Herangehensweise und dem Fokus auf die Erhaltung von Sicherheit und Stabilität. Aufgrund wirtschaftlicher Herausforderungen steigt gleichzeitig die Erwartungshaltung der Bevölkerung, dass die Außenpolitik konkrete Ergebnisse für Jordaniens Wirtschaft liefert. Während die USA und Saudi-Arabien weiterhin das Feld der Partnerländer Jordaniens anführen, nimmt das Vertrauen in die stabilisierende Rolle der USA in der Region ab. Das Deutschlandbild erholt sich trotz Kritik im Kontext des Gaza-Kriegs im Ver-gleich zum Vorjahr.

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Machtfaktor Energie: Wie wichtig wird die Türkei für Deutschland und Europa?

Erfolge und Potenziale der türkischen Energiepolitik

Nach dem EU-Importstopp auf russisches Gas wird Europa nach Alternativen suchen müssen. Hierbei könnte die Türkei noch wichtiger als bisher werden. Sie diversifiziert kontinuierlich ihre Energiequellen sowie ihre Energielieferanten und sucht nach Energiereserven im eigenen Land. Damit macht sie sich schrittweise unabhängiger. Und schon jetzt ist die Türkei ein wichtiges Energietransitland. Sie wird voraussichtlich trotz ihrer zumindest mittelfristig bestehenden Abhängigkeiten, vor allem von Russland, ein zunehmend attraktiver Energiepartner und zukünftig möglicherweise auch Energiehändler für Deutschland und Europa. Vor allem eine Zusammenarbeit im Bereich der erneuerbaren Energien birgt Potential für beide Seiten. Die Weltklimakonferenz (COP 31) im November in Antalya wird weitere Hinweise darauf geben können, wie energie- mit klimapolitischen Zielen abgestimmt werden.

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Vance in Armenien - Rückenwind für Jerewan?

Als erster US-Vizepräsident besucht JD Vance Armenien – TRIPP, Rüstungskooperation und neue Dynamik im Friedensprozess

Erstmals reist ein US-Vizepräsident nach Armenien – und kommt nicht nur mit Investitionszusagen, sondern mit einem geopolitischen Angebot. TRIPP, nukleare Kooperation und neue Rüstungsdeals markieren eine qualitative Vertiefung der Beziehungen zwischen Washington und Jerewan. Für Premierminister Paschinjan bedeutet dies Rückenwind im Wahljahr, für Russland und Iran eine weitere Verschiebung der regionalen Machtbalance. Die EU steht vor der Frage, ob und wie sie die neue Dynamik in den kommenden Jahren aktiv mitgestalten kann. 

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Rechtsstaatlichkeit in Südosteuropa im Jahr 2025

Bericht aus der Region: Fortschritt, Stagnation, Rückschritt

Ende 2025 hat das World Justice Project (WJP) seinen neuesten Index zur Entwicklung der Rechtsstaatlichkeit weltweit veröffentlicht. Die Daten helfen dabei, ein Bild der Situation in den untersuchten Ländern anhand eines breiten Spektrums an Informationen zu präsentieren. Der vorliegende regionale Bericht fasst Daten aus dem World Justice Project Rule of Law Index 2025, den Rechtsstaatlichkeitsberichten der Europäischen Kommission und unseren eigenen Analysen zusammen, um einen Überblick über die Unabhängigkeit der Justiz, Regierungsführung, Korruption und Einschränkungen von Grundrechten in zehn südosteuropäischen Ländern zu geben. Die Region präsentiert sich 2025 als komplexes Geflecht unterschiedlicher Entwicklungen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit. Während Kroatien und Rumänien im WJP Rule of Law Index regional führend sind, gehört Serbien zu den Ländern mit dem weltweit stärksten Rückgang der Rechtsstaatlichkeit. Während Montenegro, Nordmazedonien und Albanien einige Verbesserungen erreichen konnten, weisen Bulgarien und Moldau weiterhin einige Schwächen auf. Auch Bosnien und Herzegowina sowie der Kosovo haben schwierige Entwicklungen durchlaufen. Schließlich bleibt Korruption eine universelle Herausforderung in der Region. 

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Eine Bühne für Peking?

China vor der Münchner Sicherheitskonferenz 2026

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 findet in einer Zeit globaler Unsicherheiten und geopolitischer Neujustierungen statt und verzeichnet voraussichtlich eine Rekordbeteiligung hochrangiger Entscheidungsträger. China wird prominent vertreten sein und die MSC nutzen, um Partnerschaften zu pflegen, eigene Narrative zu platzieren und sich als stabilisierende Kraft sowie als mögliche Alternative zu den USA darzustellen. Zugleich stehen Chinas Handlungen diesen Signalen oft im Widerspruch. Trotz Annäherungen mit Kanada und dem Vereinigten Königreich begrenzen unter anderem Chinas fortgesetzte Unterstützung Russlands und wirtschaftliche Verstimmungen die Kooperationsperspektiven mit der Europäischen Union. Insgesamt profitiert Chinas Großmacht-Diplomatie von der diplomatischen Selbstschwächung der USA, doch scheitert daran, den Europäern eine ernsthafte Alternative zu bieten.

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Thailand vor den Wahlen

Richtungswechsel oder Status Quo?

Am 8. Februar 2026 wird in Thailand eine neue Regierung gewählt, weniger als drei Jahre seit dem letzten regulären Urnengang. Notwendig wurden die vorgezogenen Neuwahlen durch die Amtsenthebung von Premierministerin Paetongtarn Shinawatra im August 2025, in deren Folge eine Minderheitsregierung unter Anutin Charnvirakul, dem dritten Premierminister seit 2023, geschäftsführend und befristet die Geschicke übernahm. Diese Zeit geht nun zu Ende – am 12. Dezember 2025 wurde das Parlament aufgelöst, im Januar der Wahltermin bekannt gegeben. Zudem findet am selben Tag ein Referendum zum Für und Wider einer Verfassungsreform statt, die über die grundsätzliche politische Architektur des Landes langfristig entscheidet. Was steht auf dem Spiel, welche Szenarien zeichnen sich ab und was bedeutet das für die Zukunft des Landes? Ein Überblick.

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Neuer Jemen, neuer Golf

Der Krieg im Jemen und das Zerwürfnis zwischen Riad und Abu Dhabi

Im Zuge der dramatischen Ereignisse im jemenitischen Bürgerkrieg über den Jahreswechsel haben sich die Karten im regionalen Machtgefüge zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) neu gemischt. Die Militäroffensive von emiratisch-unterstützten Separatisten und der Gegenschlag der mit Saudi-Arabien verbündeten jemenitischen Regierung sind mehr als nur ein weiteres Kriegskapitel – sie brachten das Fass der Spannungen zwischen den beiden Golf-Monarchien zum Überlaufen. Nicht nur trat erstmals die lange schwelende Animosität zwischen Riad und Abu Dhabi offen zu Tage, die Auseinandersetzung macht auch eine weitere Runde an Konfrontationen am Golf wahrscheinlicher und wirft grundlegende Fragen über die Stabilität im Nahen Osten auf, für welche die Golf-Staaten noch vor kurzem als Garantiemächte galten. Nun könnte eine neue Phase der Politik am Golf eintreten, mit zwei konträren Polen des Golf-Kooperationsrates (GCC), die mithilfe unterschiedlicher Koalitionäre gegensätzliche regionale Visionen verfolgen. Ebenso bleibt der Bruch des einstigen Bündnisses Saudi-VAE nicht ohne Konsequenzen für Europas Außenpolitik in Nahost, welche eigentlich auf beide Protagonisten als Stabilitätsanker setzt.

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Mexiko-Ausblick 2026

Mexiko im Stresstest: US-Interventionsdruck, Demokratieabbau und fragile Sicherheit

Seit der US-amerikanischen Militärintervention in Venezuela gelten mögliche Operationen der USA in Mexiko nicht länger als bloße Drohkulisse. Entsprechende Ankündigungen aus Washington werden inzwischen auch in Mexiko als reales politisches Risikoszenario wahrgenommen und stellen Präsidentin Sheinbaum vor eine außen- wie innenpolitische Bewährungsprobe. Gleichzeitig befindet sich das Land in einer Phase tiefgreifender institutioneller Umbrüche. Nach der weitreichenden Schwächung rechtsstaatlicher Strukturen im Jahr 2025 könnte 2026 mit der angekündigten Wahlrechtsreform auch die Legislative faktisch unter die Kontrolle der Regierungspartei geraten. Sollte dieses Vorhaben umgesetzt werden, würde die ohnehin fragile demokratische Balance weiter substanziell beschädigt. Parallel dazu zeigt sich in der Sicherheitslage ein uneinheitliches Bild. Während die Zahl der registrierten Tötungsdelikte zurückgeht, steigt die Zahl der Verschwundenen weiter an. Zugleich bleibt das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung hoch.

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Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.