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Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Publikationen

IMAGO / Anadolu Agency

Aufgeladenes Klima vor den Kommunalwahlen: Fremdenfeindliche Gewalt in Südafrika nimmt zu

Die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika spiegeln eine polarisierte Migrationsdebatte wider, die das Land innen- wie außenpolitisch droht zu destabilisieren.

Die jüngsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika sind Ausdruck einer zugespitzten innenpolitischen Lage im Vorfeld der Kommunalwahlen 2026, in der Migration zunehmend polarisiert wird. Sie werden durch sozioökonomischen Druck, verbreitete anti-migrantische Narrative und die Mobilisierung entsprechender radikaler Gruppierungen verstärkt. Zugleich bergen sie erhebliche innen- und außenpolitische Risiken, insbesondere für die Stabilität des Landes und seine Beziehungen zu afrikanischen Partnern.

IMAGO / Kyodo News

Sánchez oder Fujimori

Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Peru weiterhin offen

Am Sonntag, 7. Juni 2026 fand die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen in Peru statt. Nach Auszählung von rund 98 % der Stimmen liegt die Kandidatin der nationalkonservativen Partei Fuerza Popular, Keiko Fujimori minimal über und Roberto Sánchez, Kandidat der linken Partei Juntos por el Perú, minimal unter der Marke von 50 % der Stimmen. Dies bedeutet derzeit eine Pattsituation, in der jeglicher Wahlsieger weiterhin möglich ist. Die Außenpolitik der selbstbewussten Mittelmacht Peru, die auf gute Beziehungen zum internationalen Umfeld bedacht ist, folgt traditionell langfristigen Linien. Dies wird sich voraussichtlich unter der neuen Regierung, gleich welcher Couleur, fortsetzen.

Maldives Local Council Elections: A Stress Test for Executive Power?

How Local Elections Reshaped the Political Landscape

Examining how the 2026 Maldives Local Council Elections and referendum became a key test of public confidence in government, revealing broader debates over centralisation, governance, and institutional balance.

IMAGO / ZUMA Press

Armenien vor wegweisender Parlamentswahl

Trotz polarisiertem Wahlkampf und Druck aus Russland hat Amtsinhaber Paschinjan gute Aussichten auf Wiederwahl

Armenien geht in eine wegweisende Parlamentswahl von überregionaler Bedeutung – wohl nie zuvor blickte die internationale Gemeinschaft so aufmerksam auf eine Wahl in der Kaukasusrepublik. Trump lobt, Putin droht, Alijew stellt Forderungen und die Europäische Union stellt dem Land als demokratischem Vorreiter in autoritärer Nachbarschaft eine neue Mission gegen Desinformation und Cyberangriffe zur Seite. Im Inneren erlebt das Land einen polarisierten Wahlkampf mit harten Bandagen. Doch Premierminister Nikol Paschinjan und seine Partei Zivilvertrag haben laut Umfragen gute Chancen auf ein weiteres Mandat.

Imago / Anadolu Agency

Überraschung in Kolumbien: Konservativer Außenseiter gewinnt ersten Wahlgang

Starkes Abschneiden von Abelardo de la Espriella macht einen politischen Richtungswechsel wahrscheinlicher

Die kolumbianischen Wählerinnen und Wähler haben im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen für eine Überraschung gesorgt. Im Gegensatz zu den Umfragen konnte sich der konservative Außenseiter Abelardo De La Espriella gegen den Regierungskandidaten Iván Cepeda durchsetzen. Beide treffen am 21. Juni in einer Stichwahl aufeinander. Die Sicherheitskrise und die Schwäche der politischen Mitte verändern Kolumbiens politische Landschaft. Noch während der Stimmenauszählung stellte das Regierungslager das Ergebnis öffentlich infrage und verschärfte damit die politische Polarisierung.

Christliches Leben in Israel

Zwischen Schutz, Verunsicherung und Teilhabe

Pfingsten gehört zu den wichtigsten Momenten im christlichen Jahr, Gläubige kommen zusammen und feiern den Empfang des Heiligen Geistes sowie den Beginn der Kirche, so auch vor Kurzem am Pfingstsonntag in Jerusalem. Jerusalem ist für drei Weltreligionen heilig. Juden, Muslime und Christen blicken aus unterschiedlichen Perspektiven und der ganzen Welt auf die Stadt und verfolgen aufmerksam, was dort geschieht. Vor allem die für die drei Religionen heiligen Orte stehen symbolisch für den Nahostkonflikt und die weiterhin offene Frage, ob und wie Juden und Muslime, Israelis und Palästinenser dauerhaft in Frieden mit- und nebeneinander leben können. Inzwischen hat sich jedoch eine weitere Konfliktlinie entwickelt, denn zunehmend berichten Christen in Israel und in Ostjerusalem von Übergriffen, Repression und Gewalt. Wie steht es um das Leben von Christen in Israel ?

IMAGO / Xinhua

Neue Regierung in Lettland: Vier-Parteien-Bündnis unter Kulbergs

JV bleibt sicherheitspolitischer Anker

Die Saeima hat am 28. Mai 2026 die neue Regierung unter Ministerpräsident Andris Kulbergs bestätigt. Der 47-jährige Geschäftsmann, Wirtschaftswissenschaftler und gelernte Automechaniker von der zentristischen Vereinten Liste (Apvienotais saraksts, AS) übernimmt die Amtsgeschäfte von Evika Siliņa (Jaunā Vienotība, JV), deren Kabinett am 14. Mai an einem Streit über die Neubesetzung des Verteidigungsressorts nach mehreren Drohnenvorfällen, darunter der Einschlag in ein Öllager Mitte Mai, zerbrochen war. Staatspräsident Edgars Rinkēvičs hatte Kulbergs daraufhin mit der Regierungsbildung beauftragt. Der neue Premier verspricht eine „effektive, professionelle und rechenschaftspflichtige Regierung" und bezeichnet sich selbst als „Realisten". Kulbergs führt eine vier-Parteien-Koalition an.

IMAGO / NurPhoto

Vor den Parlamentswahlen 2027 - Polens Parteienspektrum rückt nach rechts

Die polnische politische Landschaft steht vor einer Phase des Wandels

Polens Parteiensystem steht Anfang 2026 an einem sensiblen Punkt. Die bekannte Polarisierung zwischen Bürgerkoalition (KO) und Recht und Gerechtigkeit (PiS) prägt zwar weiterhin die politische Auseinandersetzung, doch unter der Oberfläche geraten gewohnte Strukturen in Bewegung. Neue Formationen gewinnen an Sichtbarkeit, etablierte Parteien ringen mit strategischen und personellen Herausforderungen, müssen sich mit einem absehbaren Generationswechsel an der Führungsspitze auseinandersetzen und die Frage nach tragfähigen Mehrheiten rückt zunehmend in den Mittelpunkt.

Grafik mit KI Copilot generiert / Konrad-Adenauer-Stiftung

Das Playbook für Gesundheitsdesinformation und der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo und in Uganda

Biowaffen, Big Pharma und einfache Heilmittel

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda wird bereits wenige Stunden nach der WHO-Notfallerklärung von gezielter Gesundheitsdesinformation begleitet. Unser Bericht analysiert die Narrative, Akteure und Dynamiken dieser Informationsmanipulation – von Biowaffen-Behauptungen über Verschwörungserzählungen bis hin zu angeblichen „einfachen Heilmitteln“ und antiwestlichen Narrativen. Die Analyse zeigt: Ebola-Desinformation ist kein neues Phänomen, sondern folgt seit Jahrzehnten einem wiederkehrenden Muster. Viele der heute verbreiteten Narrative ähneln früheren Kampagnen über AIDS, Corona oder andere Epidemien. Besonders problematisch ist dabei die Verbindung aus Angst, politischer Instrumentalisierung und wirtschaftlichen Interessen: Gesundheitsdesinformation ist längst auch ein Geschäftsmodell geworden. Der Bericht ordnet die aktuelle Lage ein, beschreibt typische Narrative und zeigt auf, warum gerade Gesundheitskrisen besonders anfällig für Desinformation sind und welche Gegenmaßnahmen Politik, Behörden und Medien jetzt ergreifen sollten.

Credit IMAGO / Anadolu Agency

Bewährungsprobe für Boliviens Regierung

Knapp sechs Monate nach Amtsantritt von Präsident Paz gefährdet eine Protestwelle die Stabilität des Landes

Akute Versorgungsengpässe und Straßenblockaden prägen das Bild der bolivianischen Hauptstadt und lassen die Erinnerung an vergangene Krisen in Bolivien aufleben. Die Eskalation speist sich aus einer explosiven Mischung aus politischen Altlasten, sozialen Konflikten und wachsender Unzufriedenheit einflussreicher Gruppen. Die Regierung von Präsident Rodrigo Paz steht unter akutem Handlungsdruck, sieht sich jedoch von Beginn ihrer Amtszeit an mit einem doppelten strukturellen Problem konfrontiert: dem schweren Erbe der sozialistischen Ära sowie einer äußerst fragilen eigenen Machtbasis.

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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