Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)

Der Archivbestand des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

Der Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Archivbestand zu 50 Jahre Wirtschaftrat der CDU e.V. | Foto: Marie-Lisa Noltenius/ACDP-WD
Foto: Marie-Lisa Noltenius/ACDP-WD

Am 9. Dezember 1963 wurde in Bonn der Wirtschaftsrat der CDU e.V. gegründet. Anlässlich des 50. Gründungstages soll hier der Aktenbestand des Wirtschaftsrates der CDU e.V., welcher sich im Archiv für Christlich-Demokratische Politik aufbewahrt wird, kurz vorgestellt werden.

Der Wirtschaftsrat ist ein unternehmerischer Berufsverband, der die Interessen der unternehmerischen Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Gesellschaft vertritt und sich zum freiheitlichen, sozialverpflichteten Unternehmertum als Kern der Sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards bekennt.

Der Wirtschaftsrat ist bundesweit über Landesverbände und Sektionen organisiert. Im Ausland ist der Wirtschaftsrat mit dem Landesverband Brüssel und der Sektion New York präsent. In Bayern ist anstelle des Wirtschaftsrates der 1948 gegründete Wirtschaftsbeirat der Union e.V., welcher der CSU nahe steht, aktiv.

Mitglied im Wirtschaftsrat können Unternehmensverbände, Unternehmen, Unternehmer, Freiberufler sowie, in begrenzter Anzahl, Angestellte werden. Eine CDU-Mitgliedschaft ist für die Mitgliedschaft im Wirtschaftsrat nicht zwingend notwendig.

Gründungsgeschichte des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

Gründung

Im Frühjahr 1963 begannen die Gründungsvorbereitungen für den Wirtschaftsrat der CDU. Mit der Gründung des Wirtschaftsrates sollte eine einseitige Orientierung der Unternehmer auf die FDP unterbunden und zugleich ein Gegenpol zu den Sozialausschüssen der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft geschaffen werden. Vorbild war der seit 1948 bestehende Wirtschaftsbeirat der Union e.V. in Bayern.

Der Wirtschaftsrat wurde bewusst als Verein gegründet, um zum einen eigenständig Verlautbarungen abgeben zu können und zum anderen auch für Unternehmer offen zu stehen, die nicht Mitglied der CDU sind. Zudem wollte der Wirtschaftsrat keine Konkurrenzorganisation zum bereits bestehenden Bundesarbeitskreis Mittelstand der CDU/CSU (später Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU und CSU) sein. Ein erster Satzungsentwurf wurde Anfang August 1963 diskutiert. Am 9. Oktober 1963 wurde der Wirtschaftsrat der CDU von Konrad Adenauer jun., Alexander Elbrächter, Franz Etzel, Alphons Horten, Albrecht Pickert, Josef Rust, Klaus Heinrich Scheufelen und Kurt Schmücker in der Rechtsform eines Vereins gegründet.

Gründungsvorstand

Den Gründungsvorstand bildeten Klaus Heinrich Scheufelen und Alphons Horten, die von den Gründungsmitgliedern zum Vorsitzenden bzw. zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins gewählt wurden. Die Zusammensetzung des Vorstandes spiegelt die Strukturen zum Zeitpunkt der Gründung der CDU wider: Der Wirtschaftsrat wurde im Spannungsfeld der Auseinandersetzung zwischen dem noch mächtigen Konrad Adenauer und dem neuen Bundeskanzler Ludwig Erhard gegründet. Die Beteiligung von Konrad Adenauer jun., Vorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU Rheinland, signalisierte die Einbindung des Altkanzlers, während der ehemalige Bundesfinanzminister Franz Etzel seine fachliche Kompetenz einbrachte. Erhard selbst hieß die Gründung ausdrücklich gut. Aktiv an der Ausarbeitung der Satzung des Wirtschaftsrates beteiligt war der Geschäftsführende Vorsitzende der CDU, Josef Hermann Dufhues.

Aufgabe dieses Vorstandes war die Vorbereitung der konstituierenden Mitgliederversammlung des Wirtschaftsrates, die am 9. Dezember 1963 in Bonn stattfand. Auf dieser konstituierenden Mitgliederversammlung wurden die ersten Mitglieder des Gesamtvorstandes des Wirtschaftsrates gewählt. Neben den Gründungsmitgliedern gehörten mit Walter Bauer, Curt Becker, Paul Binder, Erik Blumenfeld, Helmuth Burckhardt, Fritz Burgbacher, Arthur Burkhardt, Fritz Dietz, Alfred Flender, Heinrich Gewandt, Franz Greiss, Horst Gütermann, Alfred Hartmann, Hans Hartwig, Fritz Hellwig, Günter Henle, Hermann Kapp, Erhard Keltsch, Wilhelm Lorch, Ferdinand Marx, Alwin Münchmeyer, Alfred Hubertus Neuhaus, Wolfgang Pohle, Felix Prentzel, Clemens Riedel und Heinz Strangemann führende Vertreter der deutschen Wirtschaft und des wirtschaftspolitischen Flügels der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem ersten Gesamtvorstand an.

Der Vorsitzende, die stellvertretenden Vorsitzenden und die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes des Wirtschaftsrates der CDU wurden auf der ersten Sitzung des Gesamtvorstandes am 23. Januar 1964 von den Mitgliedern des Gesamtvorstandes gewählt. Erster Vorsitzender des Wirtschaftsrates der CDU wurde der bisherige Gründungsvorsitzende Klaus Heinrich Scheufelen. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Alphons Horten und Josef Rust gewählt. Mit der Wahl des geschäftsführenden Vorstandes war der Gründungsprozess des Wirtschaftsrates der CDU abgeschlossen.

Gründung auf Landesebene

Ab 1964 kam es in Baden-Württemberg, Hessen, Westfalen, Berlin, Niedersachsen, Bremen und Hamburg zu zahlreichen Sektionsgründungen. In den 1970er Jahren folgten die Gründungen von Landesverbänden. Ausnahmen bildeten Schleswig-Holstein und das Rheinland. In Schleswig-Holstein kam es erst gegen Ende der 1970er Jahre zu Sektionsgründungen. Im Rheinland verzichtete man aus Rücksicht auf die Wirtschaftsvereinigung dieses Landesverbandes bis Ende der 1980er Jahre auf Sektionsgründungen. Nur in Düsseldorf war der Wirtschaftsrat seit seiner Gründung aktiv.

Die Anfangsjahre des Wirtschaftsrates der CDU e. V.

Mit zahlreichen Publikationen, Großveranstaltungen, wie z.B. die Wirtschaftstage des Wirtschaftsrates, und die vielen Veranstaltungen auf lokaler und regionaler Ebene erzielte der Wirtschaftsrat der CDU in den 1960er und 1970er Jahren eine große Breitenwirkung.

Im Jahr 1969 kam es zu dem Versuch des Zusammenschlusses von Wirtschaftsrat der CDU und Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU zu einer bundesweiten Wirtschaftsvereinigung der CDU. Am 28.02.1969 fand die Gründungsversammlung in Bonn statt. Die Delegierten des Wirtschaftsrates der CDU und der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU wählten Kurt Schmücker zum Vorsitzenden dieser Wirtschaftsvereinigung der CDU. Diese Wirtschaftsvereinigung konnte sich nicht dauerhaft als eine Vereinigung der CDU etablieren. Die Gründe hierfür konnten aus den Unterlagen des Wirtschaftsrates und weiterer Komplementärüberlieferungen nicht geklärt werden. Der Wirtschaftsrat der CDU und die Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU blieben eigenständige Organisationen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Wirtschaftsrates war in den 1960er und 1970er Jahren die Frage der betrieblichen Mitbestimmung. Außerdem arbeitete der Wirtschaftsrat aktiv bei den Parteiprogrammen der CDU mit. Zusammen mit der Jungen Union Deutschlands wurde in den 1970er Jahren die Aktion "Unsere Forderung: Soziale Marktwirtschaft" ausgearbeitet.

Organisationsstruktur des Wirtschaftsrates der CDU e.V.

Organisationsstruktur bis 1983

Geschäftsführender Vorstand

Der geschäftsführende Vorstand setzte sich aus dem Vorsitzenden, den stellvertretenden Vorsitzenden und weiteren Mitgliedern des Gesamtvorstandes zusammen und führte die laufenden Geschäfte. Gewählt wurden die Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes von den Mitgliedern des Gesamtvorstandes.

Gesamtvorstand

Die Mitglieder des Gesamtvorstandes wurden von der Mitgliederversammlung für drei Jahre gewählt. Jedes Jahr schied ein Drittel der Gesamtvorstandsmitglieder aus, die jedoch wiedergewählt werden konnten. Weiterhin konnte der Gesamtvorstand weitere Vorstandsmitglieder kooptieren. Die Kooptationen mussten in der darauffolgenden Mitgliederversammlung durch Wahl bestätigt werden.

Der Gesamtvorstand wählte aus seinen eigenen Reihen den Vorsitzenden, die stellvertretenden Vorsitzenden, den Schatzmeister, den stellvertretenden Schatzmeister und die weiteren Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes und bestimmte die Grundlinien der Arbeit des Wirtschaftsrates der CDU.

Mitgliederversammlung

Einmal jährlich fand eine Mitgliederversammlung statt. Die Mitgliederversammlung genehmigte den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und die Jahresrechnung, entlastete den Gesamtvorstand und wählte die Mitglieder des Gesamtvorstandes sowie die Rechnungsprüfer. Satzungsänderungen konnten nur auf Beschluss der Mitgliederversammlung in Kraft treten.

Organisationsstruktur des Wirtschaftsrates ab 1983

Bundesdelegiertenversammlung

Oberstes Organ des Wirtschaftsrates der CDU ist die Bundesdelegiertenversammlung, die jährlich zusammentritt. Der Bundesdelegiertenversammlung gehören die Mitglieder des Vorstandes und die gewählten Delegierten der einzelnen Sektionen des Wirtschaftsrates an. Alle anderen Vereinsmitglieder können beratend an den Bundesdelegiertenversammlungen teilnehmen. Die Bundesdelegiertenversammlung beschließt die Grundlinien der Arbeit des Wirtschaftsrates und nimmt den Jahresbericht des Vorsitzenden entgegen. Alle zwei Jahre wählt die Bundesdelegiertenversammlung den Vorsitzenden, die stellvertretenden Vorsitzenden, den Schatzmeister, die Rechnungsprüfer und die weiteren Bundesvorstandsmitglieder. Sie entlastet das Präsidium und den Bundesvorstand und genehmigt die Jahresrechnung.

Bundesvorstand

Der Bundesvorstand ist für die grundsätzliche Willensbildung in aktuellen berufsständischen, wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen zuständig. Er legt die Arbeitsschwerpunkte fest und setzt Kommissionen ein. Der Bundesvorstand entscheidet über Mitgliederaufnahmen und wählt aus dem Kreis der Bundesvorstandsmitglieder weitere Mitglieder für das Präsidium des Wirtschaftsrates. Weiterhin kann der Bundesvorstand weitere Bundesvorstandsmitglieder kooptieren sowie Kuratoriumsmitglieder und korrespondierende Vereinsmitglieder berufen.

Dem Bundesvorstand gehören die Präsidiumsmitglieder, die von den Bundesdelegierten gewählten Bundesvorstandsmitglieder, der Bundesgeschäftsführer und die kooptierten Bundesvorstandsmitglieder an.

Präsidium

Das Präsidium des Wirtschaftsrates ist u.a. für die Durchführung der Beschlüsse der Bundesdelegiertenversammlung und des Bundesvorstandes zuständig und repräsentiert den Wirtschaftsrat der CDU e.V. Dem Präsidium gehören der Vorsitzende, die stellvertretenden Vorsitzenden, der Schatzmeister sowie eine bestimmte Anzahl vom Bundesvorstand gewählter und vom Präsidium kooptierter Mitglieder an.

Geschäftsführung

Die laufenden Geschäfte des Wirtschaftsrates werden von der Geschäftsführung, die sich aus dem Bundesvorsitzenden und weiteren Geschäftsführern zusammensetzt, erledigt. Ab dem Jahr 2000 führt der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU die laufenden Geschäfte.

Untergliederungen

Der Wirtschaftsrat der CDU e. V. ist in Landesverbänden und Sektionen untergliedert. In der Anfangszeit des Wirtschaftsrates der CDU e.V. bildete ein Bundestagswahlkreis eine Sektion des Wirtschaftsrates. Veränderungen der Bundestagswahlkreise und Mitgliederbewegungen hatten Auswirkungen auf die Sektionen. Im Laufe der Zeit kam es immer wieder zu Sektionszusammenschlüssen, Sektionsspaltungen und Sektionsanschlüssen.

Die Akten des Wirtschaftsrates der CDU e.V. im ACDP

Im Bestand sind die Unterlagen des Wirtschaftsrates der CDU von seiner Gründung am 9. Dezember 1963 bis zum Jahr 1992 überliefert. Der überwiegende Teil der Überlieferung stammt aus den Jahren 1964 bis 1984. Der Bestand beinhaltet hauptsächlich Unterlagen zu den Mitgliederversammlungen, zu den Sitzungen des Gesamtvorstandes, des geschäftsführenden Vorstandes und des Bundesvorstandes, Materialien zu den Kommissionen des Wirtschaftsrates, zu den internationalen Kontakten, zur Mitgliederverwaltung, zu den Veranstaltungen und zu den Landesverbänden und Sektionen des Wirtschaftsrates der CDU.

Weiterhin ist die Korrespondenz der Geschäftsführer bzw. Hauptgeschäftsführer mit den Landesbeauftragten, mit den Wirtschaftsratsmitgliedern und mit der CDU und einzelnen Vereinigungen und Sonderorganisationen im Bestand überliefert. Außerdem sind die Informationsdienste des Wirtschaftsrates sowie eine Presseausschnittsammlung zum Wirtschaftsrat der CDU und eine umfangreiche Materialsammlung zur Frage der betrieblichen Mitbestimmung im Bestand vorhanden.

Akten zur Arbeit der Vorsitzenden und des Präsidiums

Die Arbeit der Vorsitzenden lässt sich anhand der Unterlagen des Wirtschaftsrates nur begrenzt nachvollziehen. Eine wichtige Komplementärüberlieferung stellen die Nachlässe der Vorsitzenden Klaus Heinrich Scheufelen (01-858) und Manfred Schäfer (01-750) im Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung dar. Dort sind auch die Nachlässe der Vorstandsmitglieder Curt Becker (01-162), Paul Binder (01-105), Franz Etzel (01-092), Alphons Horten (01-805), Alfred Müller-Armack (01-236), Clemens Riedel (01-094), Heinz Riesenhuber (01-560), Christian Schwarz-Schilling (01-824), Gerhard Stoltenberg (01-626) und des langjährigen Bundesgeschäftsführers und Generalsekretärs Rüdiger von Voss (01-533) überliefert. Unterlagen zum Präsidium des Wirtschaftsrates sind bisher nicht im Bestand vorhanden.

Akten zu den Mitgliederversammlungen

Große Überlieferungslücken wiesen die Unterlagen zu den Mitgliederversammlungen und zu den Sitzungen des Gesamtvorstandes und des geschäftsführenden Vorstandes auf. So fehlten die Unterlagen zu den Mitgliederversammlungen für die Jahre 1969 bis 1975. Vom Gesamtvorstand waren nur die Unterlagen für den Zeitraum 1970 bis 1983 überliefert. Bei den Unterlagen zu den Sitzungen des geschäftsführenden Vorstandes fehlte der größte Teil der Materialien aus den Jahren 1965 bis 1972. Die Überlieferungslücken konnten größtenteils über Ersatzüberlieferungen aus den Nachlässen Paul Binder und Curt Becker geschlossen werden, so dass zumindest für jede Mitgliederversammlung und für jede Vorstandssitzung ein Sitzungsprotokoll im Bestand überliefert ist.

Die im Bestand überlieferten Unterlagen zu den Mitgliederversammlungen und Bundesdelegiertentagungen enthalten in der Regel Einladungen, Protokolle, Tätigkeitsberichte, Tagungsunterlagen, teilweise auch Ansprachen und Korrespondenz. Für die Mitgliederversammlungen aus den Jahren 1969 bis 1975 sind nur Einladungen, Protokolle und Tätigkeitsberichte überliefert. Die Tätigkeitsberichte, die auch im Bibliotheksbestand der Konrad-Adenauer-Stiftung vorhanden sind, geben in knapper Form Auskunft über die fachliche Arbeit und über die Veranstaltungen des Wirtschaftsrates auf Bundes-, Länder- und Sektionsebene. Weiterhin sind in diesen Tätigkeitsberichten die Vorstandsmitglieder sowie alle Landes- und Sektionsvorsitzende des Wirtschaftsrates aufgelistet.

Akten zur Arbeit des Gesamtvorstandes

Die Unterlagen zu den Sitzungen des Gesamtvorstandes, des geschäftsführenden Vorstandes und des Bundesvorstandes sind von 1964 bis 1984 im Bestand vorhanden und beinhalten hauptsächlich Einladungen, Protokolle und Tagungsunterlagen. Vereinzelt sind auch Schriftwechsel und Ausarbeitungen überliefert. Die Tagungsunterlagen enthalten Protokolle über vorangegangene Sitzungen, Tätigkeitsberichte, Auflistungen der Neuaufnahmen sowie Informationsmaterialen und Ausarbeitungen zu den vorgesehenen Tagesordnungspunkten. In den Unterlagen aus den 1960er und 1970er Jahren sind in den Tagungsunterlagen auch die Protokolle über die Sitzungen der Arbeitskreise und Kommissionen überliefert.

Akten zur Geschäftsführung

Unter dem Gliederungspunkt Geschäftsführung sind die Unterlagen einzelner Hauptgeschäftsführer und Mitarbeiter der Geschäftsstelle, die Unterlagen zu den Landesbeauftragten des Wirtschaftsrates, die allgemeine Korrespondenz und Rundschreiben der Geschäftsstelle, die Pressemitteilungen, die Informationsdienste und die Presseausschnittsammlung des Wirtschaftsrates verzeichnet.

Die allgemeine Korrespondenz der Geschäftsstelle aus den Jahren 1967 bis 1990 beinhaltet v.a. Dankschreiben, Meldungen von Beitrittswilligen und Übersendungen von Informationsmaterialien.

Die Unterlagen zu den Landesbeauftragten umfassen u.a. die Korrespondenz der Haupt- bzw. Bundesgeschäftsführer mit den Landesbeauftragten über die Landesverbands- und Sektionsarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit, Rundschreiben der Landesbeauftragten, Einladungen zu Veranstaltungen und Veranstaltungsübersichten. Ebenfalls unter dem Gliederungspunkt Landesbeauftragte sind die Protokolle über die Besprechungen des Hauptgeschäftsführers mit den Landesbeauftragten und die Protokolle über die Landesgeschäftsführerkonferenzen aus den Jahren 1983 bis 1990 verzeichnet.

Rundschreiben sind für die Jahre 1964 bis 1989, Pressemitteilungen für die Jahre 1966 bis 1990 und Informationsdienste für die Jahre 1965 bis 1989 im Bestand überliefert.

Die Presseausschnittsammlung enthält überwiegend Presseberichte über Veranstaltungen des Wirtschaftsrates auf Landes- und Sektionsebene in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein aus den Jahren 1979 bis 1990. Weiterhin befinden sich in dieser Sammlung auch Berichte über Sektionsneugründungen, Vorstandswechsel, Mitgliederversammlungen und Verlautbarungen des Wirtschaftsrates und deren Repräsentanten. Vereinzelt sind auch Interviews und Manuskripte von Rundfunkinterviews mit Wirtschaftsratsmitgliedern überliefert.

Akten zur Arbeit der Arbeitskreise und Kommissionen

Die Kommissionen des Wirtschaftsrates der CDU sind im Bestand unterschiedlich dicht überliefert. Sehr umfangreich sind z.B. die Unterlagen der Kommission Mitbestimmung. Von anderen Arbeitskreisen und Kommissionen sind nur einzelne Protokolle überliefert.

In der Regel beinhalten die Unterlagen zu den Arbeitskreisen und Kommissionen Einladungen, Protokolle, Ausarbeitungen, Mitgliederübersichten und Korrespondenz. Die Arbeit der Arbeitskreise und Kommissionen wird auch in den Tätigkeitsberichten des Wirtschaftsrates dokumentiert. Eine Vielzahl der Sitzungsprotokolle der Arbeitskreise und Kommissionen sind ebenfalls in den Tagungsunterlagen des geschäftsführenden Vorstandes überliefert und in den Enthält-Vermerken der Titelaufnahmen gesondert vermerkt.

Akten zur Arbeit der Landesverbände und Sektionen

Die Unterlagen zu den Landesverbänden sind ab Ende der 1960er Jahre im Bestand überliefert. Diese Unterlagen enthalten hauptsächlich Einladungen, Protokolle über Sitzungen der Landesvorstände und über Besprechungen mit den Sektionsvorsitzenden der Landesverbände sowie vereinzelt Rundschreiben, Ausarbeitungen und Vorträge. In der Korrespondenz mit den Sektionen sind überwiegend Einladungen, aber auch Veranstaltungsberichte und Vorstandsprotokolle überliefert. Die Überlieferungsdichte der einzelnen Sektionen ist sehr unterschiedlich. Während die Unterlagen zu einigen Sektionen in Schleswig-Holstein die Arbeit des Wirtschaftsrates der CDU sehr gut dokumentieren, sind von anderen Sektionen nur einzelne Veranstaltungseinladungen überliefert.

Akten zu den Veranstaltungen

Die Unterlagen zu den Wirtschaftstagen, Kongressen, Fachtagungen, Symposien und Gesprächsabenden beinhalten hauptsächlich Einladungen, Referate, Einladungsverteiler und Anwesenheitslisten. Die zu den Wirtschaftstagen, Kongressen und Symposien veröffentlichten Publikationen sind in der Regel im Bibliotheksbestand der Konrad-Adenauer-Stiftung vorhanden.

Akten zur Zusammenarbeit mit der CDU und anderen Verbänden

Die Zusammenarbeit des Wirtschaftsrates der CDU mit dem Bundesverband der CDU und den Vereinigungen und Sonderorganisationen ist ab Mitte der 1960er Jahre im Bestand überliefert. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Unterlagen zu den Bundesparteitagen der CDU sowie um die Korrespondenz mit dem Generalsekretär und der Bundesgeschäftsstelle der CDU, der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, mit einzelnen CDU-Landesverbänden sowie mit der Jungen Union Deutschlands, der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, dem Ring Christlich-Demokratischer Studenten und der Wirtschaftsvereinigung der CDU Rheinland. Ebenfalls überliefert sind die Unterlagen zur Gründungsversammlung der Wirtschaftsvereinigung der CDU am 28.02.1969 in Bonn.

In den 1970er Jahren intensivierte der Wirtschaftsrat seine Kontakte mit west- und südeuropäischen Wirtschaftsvertretern und Wirtschaftsverbänden. Über Tagungen im Ausland versuchte der Wirtschaftsrat die Idee der Sozialen Marktwirtschaft in West- und Südeuropa weiter zu verbreiten. Die Unterlagen zu den internationalen Kontakten enthalten v.a. Gesprächsprotokolle, Tagungsunterlagen, Ausarbeitungen und Schriftwechsel.

Materialsammlungen

Schwerpunkt der Materialsammlungen des Wirtschaftsrates sind die Unterlagen zur Frage der betrieblichen Mitbestimmung. Diese Unterlagen enthalten neben Ausarbeitungen und Stellungnahmen des Wirtschaftsrates der CDU auch Ausarbeitungen, Stellungnahmen und Informationsmaterialien von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften.

Benutzung

Der Bestand Wirtschaftsrat der CDU e.V. ist mit Genehmigung des Generalsekretärs des Wirtschaftsrates der CDU e.V. im Rahmen der Benutzungsordnung des Archivs für Christlich-Demokratische Politik (ACDP) der Konrad-Adenauer-Stiftung einsehbar.

Literatur (Auswahl):

  • Dittberner, Jürgen: Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. In: Parteiensystem in der Legitimationskrise. Studien und Materialien zur Soziologie der Parteien in der Bundesrepublik Deutschland. Hrsg. von Jürgen Dittberner und Rolf Ebbighausen, Opladen 1973, S. 200 - 228.
  • Kleinmann, Hans-Otto: Geschichte der CDU 1945 - 1982. Stuttgart 1993, S. 478 - 479.
  • Kleinmann, Hans-Otto: Wirtschaftsrat der CDU e.V. In: Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Hrsg. von Winfried Becker, Günter Buchstab, Anselm Doering-Manteuffel, Rudolf Morsey, Paderborn, München, Wien, Zürich 2002, S. 692.
  • Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.): Kleine Geschichte der CDU. Stuttgart 1995, S. 306 - 308.