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Die USA vor dem „super-tuesday”

Interview mit Dr. Norbert Wagner, KAS-Washington, D.C.

In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur hat der Büroleiter der KAS-Außenstelle Washington, Dr. Norbert Wagner, einen Tag vor dem Super-Tuesday seine Einschätzung zum Wahlkampf abgegeben. Wagner sieht auf Seiten der Republikaner John McCain favorisiert, Hillary Clinton sieht er auf demokratischer Seite im Vorteil. Er betonte allerdings, dass die beiden Herausforderer Mitt Romney und Barack Obama keinesfalls chancenlos sind.

Obama habe nicht nur bei den Umfragen stark aufgeholt, sondern auch bei den Spendeneinnahmen seit Beginn der Vorwahlen beachtliche Ergebnisse erzielt. So kam er im Januar 2008 auf ein Spendenvolumen von 32 Millionen Dollar. Wagner erläuterte, dass jeder amerikanische Bürger maximal 2300 Dollar spenden darf, und zwar einmal im Vorwahlkampf und dann noch mal im September und Oktober, wenn die Entscheidung zwischen Republikanern und Demokraten fällt. Dieser Betrag sei nicht groß genug, um sich damit politischen Einfluss zu erkaufen. Die hohen Spendenerlöse basierten hauptsächlich auf gut gepflegten Kontaktdatenbanken: „Wenn sich ein Kandidat bei einer Fernsehdebatte gut geschlagen hat, dann geht am nächsten Morgen sofort eine E-Mail an alle Unterstützer oder bisherigen Unterstützer raus. Die werden gebeten, wieder eine Spende zuzulegen, nachdem ihr Kandidat doch bei der Fernsehdebatte beispielsweise so gut abgeschnitten hat.“

Nach Erkenntnissen aus der Wahlkampfbeobachtung befragt, wies Wagner vor allem auf die Rolle des Internets hin. Neben Spendenwerbung seien es vor allem die ausgefeilten Auftritte bei Youtube und auf Social Networking-Plattformen, die eine wesentliche Rolle in den Kampagnen der Bewerber spielten. Interessant sei auch die Beobachtung der Blogosphäre, die in den USA viel weiter entwickelt ist als in Deutschland. Dort würden nicht nur Gerüchte verbreitet, sondern vor allem nach öffentlichen Debatten eine Bewertung der Kandidaten vorgenommen, die viel Aufmerksamkeit findet und damit zum Stimmungsbild beiträgt.

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Dr. Norbert Wagner