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"Solidarität gilt auch für den innergewerkschaftlichen Ausgleich"

KAS-Wirtschaftsexperte Matthias Schäfer im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur

Nach der Urabstimmung der Lokführer muss sich Deutschland auf eine längere Streikphase im Bahnverkehr einstellen - und das, obwohl die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Januar mit der Deutschen Bahn (DB) und den sechs großen Privatbahnen in Deutschland einen Tarifabschluss erreicht hat. Dieser gilt jedoch nicht für die in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisierten Bahnmitarbeiter, die nun streiken wollen, um ein deutlich besseres Verhandlungsergebnis zu erzielen.

Im Interview mit dem Deutschlandradio Kultur sieht KAS-Wirtschaftsexperte Matthias Schäfer in diesem Vorgehen eine "drohende Entsolidarisierung" zwischen den Gewerkschaften. Kleinere Einzelgewerkschaften wie die GDL oder auch Cockpit seien "gut beraten, dieses sehr starke Spezialisieren zu überdenken." Schließlich habe die Bundesrepublik jahrelang davon profitiert, dass in großen Einheitsgewerkschaften die Arbeitnehmer in starker Verhandlungsposition auch die in den schwächeren Positionen mitvertreten. "Eine Solidarität starker Schultern mit schwachen Schultern gilt eben nicht nur für die Sozialpolitik, sondern auch für den innergewerkschaftlichen Ausgleich", so Schäfer.

Der Wirtschaftsexperte warnt vor negativen Folgen für die Gewerkschaften, wenn dieser Solidaritätsgedanke nicht mehr berücksichtigt wird: "Ich könnte mir vorstellen, dass das am Ende den Gesetzgeber auf den Plan ruft, der sich das ja auch nicht unbegrenzt anschauen möchte." Die Zukunft der Gewerkschaften liege daher nicht in der Spezialisierung, sondern in mehr Flexibilität.

Das ganze Interview können Sie im Web-Angebot des Deutschlandradio Kultur nachhören.

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