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Veranstaltungsberichte

Europatag 2026

Von Schumans Vision zur geopolitischen Realität: Die neuen Herausforderungen der europäischen Integration mehr als sieben Jahrzehnte später

Am 20. Mai 2026 fand in Skopje die Konferenz mit dem Titel „Sieben Jahrzehnte später: Von Schumans Vision zu Europas neuen geopolitischen Herausforderungen“ statt, organisiert von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), der Europäischen Bewegung in der Republik Nordmazedonien und dem Wilfried Martens Centre for European Studies (WMCES). Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Feierlichkeiten zum Europatag – dem 9. Mai – durchgeführt und diente als Plattform für Diskussionen über aktuelle europäische Herausforderungen, den Erweiterungsprozess der Europäischen Union sowie die Rolle der Jugend für die Zukunft Europas.

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Die Konferenz wurde von der Präsidentin der Europäischen Bewegung in Nordmazedonien, Mileva Gjurovska, eröffnet. Sie betonte, dass der Europatag ein Symbol für Frieden, Solidarität und die Einheit der europäischen Völker ist. Sie stellte fest, dass der heutige europäische Kontext von ernsthaften geopolitischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen geprägt ist, was neue politische Energie und eine stärkere europäische Zusammenarbeit erfordert. Gjurovska unterstrich, dass die Erweiterungspolitik für die Europäische Union erneut an strategischer Bedeutung gewinnt, und forderte die Länder des westlichen Balkans auf, das derzeitige Momentum aktiv zu nutzen, um Reformen zu beschleunigen und Fortschritte auf dem Weg zur Mitgliedschaft zu erzielen.

Der offizielle Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung, Daniel Braun, betonte, dass es eine besondere Freude sei, auch in diesem Jahr den Europatag gemeinsam mit den Partnern, der Europäischen Bewegung und dem Wilfried Martens Centre for European Studies aus Brüssel, zu begehen. Er hob hervor, dass Nordmazedonien und die EU gemeinsam vor großen Herausforderungen stehen, weshalb die Zusammenarbeit auf dem europäischen Kontinent von besonderer Bedeutung sei. Gleichzeitig äußerte er sich zufrieden darüber, dass die Konferenz einen offenen Austausch über aktuelle Themen mit hochrangigen Vertretern aus dem Land und Europa ermöglicht.

In seiner Ansprache warnte Peter Hefele, Policy Director des Wilfried Martens Centre for European Studies, dass das sogenannte „Momentum“ für die Erweiterung nicht lange anhalten werde und sich die politischen Rahmenbedingungen in Europa rasch ändern könnten. Seiner Meinung nach sei das Zeitfenster der Möglichkeiten offen, aber nicht unbegrenzt, und die Beitrittskandidaten sollten die günstigen Bedingungen nutzen, solange sie bestehen.

Die Hauptrede der Veranstaltung hielt der Präsident der Versammlung der Republik Nordmazedonien, Afrim Gashi. Er bekräftigte, dass die europäische Integration weiterhin die strategische Verpflichtung des Landes und der einzige tragfähige langfristige Weg für die politische, wirtschaftliche und institutionelle Entwicklung sei. Er betonte, dass der Beitrittsprozess nicht nur als administrativer oder technischer Vorgang betrachtet werden sollte, sondern als echte gesellschaftliche Transformation, die auf europäischen Werten, institutioneller Verantwortlichkeit, demokratischer Kultur und Rechtsstaatlichkeit basiert.

Der zentrale Teil der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Von der Vision zur geopolitischen Antwort: Neubewertung der EU-Erweiterung in einer neuen geopolitischen Ära“. Die Diskussionsteilnehmer erörterten die sich wandelnden geopolitischen Rahmenbedingungen in Europa, die Auswirkungen globaler Sicherheitskrisen auf die Erweiterungspolitik sowie die Notwendigkeit, dass die Europäische Union gegenüber den Beitrittskandidaten mehr politischen Willen zeigt.

Die deutsche Botschafterin Petra Drexler eröffnete die Diskussion und betonte, dass die Integration des westlichen Balkans ein strategisches Interesse der Europäischen Union und ein Schlüsselfaktor für regionale Stabilität und Sicherheit sei. Sie unterstrich, dass die EU ein glaubwürdiger Partner für die Kandidatenländer bleiben müsse, gleichzeitig jedoch Reformfortschritte und die Einhaltung europäischer Standards eine unverzichtbare Voraussetzung für Fortschritte seien.

Dies wurde von Steffen Hudolin von der Delegation der Europäischen Union in Nordmazedonien bekräftigt. Er hob hervor, dass der aktuelle Moment neue Chancen für die Erweiterung biete, der Erfolg des Prozesses jedoch von konkreten Ergebnissen in den Bereichen Rechtsstaatlichkeit, Reform der öffentlichen Verwaltung, Korruptionsbekämpfung und Stärkung der Institutionen abhänge.

Antonijo Miloshoski, Vizepräsident des Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für europäische Angelegenheiten, verwies auf unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze zur Erweiterung innerhalb der Europäischen Union und betonte, dass die Kandidatenländer eine klarere und verlässlichere europäische Perspektive benötigen. Er unterstrich, dass die Glaubwürdigkeit des Beitrittsprozesses sowohl für die EU selbst als auch für das Vertrauen der Bürger in den europäischen Integrationsprozess von großer Bedeutung sei.

Der Präsident des Nationalrates für europäische Integration, Venko Filipche, hob hingegen hervor, dass das Land dem europäischen Weg verpflichtet bleiben und die Reformprozesse unabhängig von politischen und regionalen Herausforderungen fortsetzen müsse. Er betonte zudem, dass die Erweiterung heute auch eine geostrategische Notwendigkeit für die Europäische Union darstelle, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender globaler politischer und sicherheitspolitischer Spannungen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem der Preis „Europäer des Jahres 2025“ an Sasko Kedev verliehen, interventioneller Kardiologe, Universitätsprofessor und Bergsteiger. Die Auszeichnung erfolgte in Anerkennung seines außergewöhnlichen Beitrags zur Medizin, zur Bildung und zur internationalen Förderung des Landes durch seine beruflichen und sportlichen Leistungen. Die Organisatoren betonten, dass seine Professionalität, sein Engagement und seine internationale Reputation ein Beispiel für europäische Werte und persönliche Integrität darstellen.

Die Konferenz widmete der Jugend und ihrer Rolle für die europäische Zukunft des Landes besondere Aufmerksamkeit. Es wurde eine Jugenddebatte zum Thema „Junge Menschen und das digitale Europa: Von Followern zu Führungspersönlichkeiten“ organisiert, an der Vertreter staatlicher Institutionen, der Wissenschaft sowie von Organisationen aus den Bereichen Jugendpolitik und Bildung teilnahmen. Zu den Rednern gehörten Dragana Bojkovska, Abgeordnete und Koordinatorin des parlamentarischen Clubs für Jugendfragen und -politik; Monika Zajkova, Abgeordnete und Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei (LDP); Ana Mihajlov, Direktorin der Nationalagentur für europäische Bildungsprogramme und Mobilität; sowie Konstantin Minoski, Professor an der Philosophischen Fakultät, Institut für Soziologie, der Universität „St. Kyrill und Method“ in Skopje. Die Diskutanten präsentierten aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz weltweit und diskutierten mit jungen Menschen über die Chancen und Herausforderungen der kommenden Zeit. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz und neuer Technologien sowie die Notwendigkeit, kritisches Denken, Medienkompetenz und digitale Fähigkeiten bei jungen Menschen zu fördern.

Im Programm enthalten war außerdem ein studentischer Redewettbewerb zum Thema „Warum wandern wir aus?“, der sich mit Jugendmigration, den Herausforderungen für junge Menschen im Land sowie der Notwendigkeit besserer Chancen für Bildung, berufliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe befasste.

Den ersten Platz belegte Ivan Petreski von der Universität „St. Kliment Ohridski“ – Bitola, den zweiten Platz Iskra Postolova von der Universität „Goce Delcev“ – Stip, während sich den dritten Platz Enisa Sinani vom American College – Skopje und Marija Stojanovska von der Universität „St. Kliment Ohridski“ – Bitola teilten.

Die Veranstaltung umfasste außerdem ein EU-Wissensquiz für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen mit dem Ziel, das Interesse an europäischen Institutionen, der Geschichte der europäischen Integration und europäischen Werten zu stärken. Mehr als 25 Schülerinnen und Schüler aus Skopje nahmen teil; den ersten Platz belegte David Misovski, den zweiten Platz der Vorjahressieger Aleksej Stojanovic und den dritten Platz Dimitar Culev – alle drei Schüler des Gymnasiums „Rade Jovcevski – Korcagin“.

Die Konferenz endete mit einer Preisverleihung für die jungen Teilnehmer sowie der gemeinsamen Bekräftigung, dass die europäische Perspektive Nordmazedoniens weiterhin eine zentrale strategische Priorität bleibt. Reformen, demokratische Werte, regionale Zusammenarbeit und die aktive Einbindung junger Menschen wurden als wesentliche Säulen auf dem Weg zu einer erfolgreichen Integration in die Europäische Union hervorgehoben.

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Daniel Braun
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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.