Subsahara - Afrika

Der Aufbau funktionierender demokratischer Staaten ist das Kernziel der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Subsahara-Afrika. Um dieses Ziel zu erreichen, verfügt die KAS in Subsahara Afrika über 14 Büros. Eine detaillierte Übersicht über unsere Standorte finden Sie in der rechten Spalte.

Unsere Standorte in Afrika
Unsere Standorte in Afrika

Grußwort der Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel

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Die Regionalprogramme der KAS in Subsahara-Afrika arbeiten zu den folgenden Thematischen Schwerpunktbereichen:

Rechtsstaatlichkeit

Das Ziel des Rechtstaatsprogramms Subsahara-Afrika ist es, zur Entwicklung und Stärkung leistungsfähiger legaler und juristischer Systeme auf der Grundlage internationaler Rechtsstaatsmaßstäbe beizutragen. Dabei konzentrieren wir uns auf die Unabhängigkeit der Justiz, Konstitutionalismus, Menschenrechte, Demokratie und regionale Integration.

Medien & politische Kommunikation

Das Medienprogramm Subsahara-Afrika ist Teil der weltweiten Medienprogramme der KAS. Seine Aktivitäten sind auf Demokratieförderung, Meinungsbildung und politische Kommunikation fokussiert. Mit seiner regionalen Ausrichtung stärkt es den Austausch zwischen Medienschaffenden in Afrika. Bei den Maßnahmen des Medienprogramms Subsahara-Afrika stehen in der praktischen Arbeit folgende Aktionsbereiche im Vordergrund: die gesellschaftspolitische Information- und Wächterfunktion der Medien, eine unabhängige und vielfältige Medienlandschaft und eine werteorientierte Politische Kommunikation.

Sicherheitspolitische Maßnahmen in Subsahara-Afrika

Das Regionalprogamm Sicherheits-politischer Dialog in Subsahara-Afrika (SIPODI) arbeitet mit Parlamentariern, Sicherheitskräften und -experten zusammen. Es wird ein Umfeld geschaffen, in dem politische Entscheidungsträger und junge zivile Eliten mit dem Militär in Dialog treten können und gemeinsam das Ziel der demokratischen Verfasstheit der Streitkräfte verfolgen.

Energiesicherheit und Klimawandel

Das in Jaunde, Kamerun ansässige Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel zielt darauf ab, die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Klima- und Energiepolitik zu verbessern. Das Programm arbeitet dazu mit ausgewählten Entscheidungsträgern und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Politischer Dialog Westafrika

Hauptaufgabe des Regoionalprogramms Politischer Dialog Westafrika (PDWA) ist die Förderung demokratischer Institutionen und Prozesse v. a. in Côte d’Ivoire, Benin und Togo, aber auch darüber hinaus. Das Programm arbeitet mit lokalen Institutionen und Organisationen aus Regierung, Legislative und Zivilgesellschaft und gewährt diesen finanzielle Unterstützung und Beratung bei der Durchführung von Bildungs-programmen, Konferenzen, Workshops oder der Entwicklung von Strategiekonzepten.

Ernährungssicherheit

Die Ernährungssicherheit ist ein wesentliches Thema in Subsahara-Afrika. Aufgrund der globalen Erwärmung, wirtschaftlicher und politischer Krisen sowie des raschen Bevölkerungswachstums, sind mehrere afrikanische Länder von Nahrungsmittelknappheit betroffen, was zu anhaltender Unterernährung, Wachstumsretardierung und Kindersterblichkeit führt (FAO, 2018). Um einen Beitrag zur Ernährungssicherheit zu leisten, konzentriert sich die KAS im Rahmen der Initiative "Eine Welt ohne Hunger" auf Krisenprävention durch Förderung stabiler Verwaltungsstrukturen im Bereich der Ernährungssicherheit. Die KAS ist dazu in Kenia, der DR Kongo und in der Sahel-Grenzregion Mali, Niger und Burkina Faso tätig. Andererseits unterstützt die KAS in Benin, Burkina Faso und Togo, Namibia, Malawi und Simbabwe die Stärkung der Landbesitz- und Landnutzungsrechte von Frauen.

Wirtschaft

In den letzten 10-15 Jahren haben afrikanische Staaten ein anhaltendes Wirtschaftswachstum erlebt, teilweise mit sehr hohen Wachstumsraten. Die schnell wachsende Bevölkerung, die starke Abhängigkeit vom Rohstoffexport sowie die begrenzte inländische Wertschöpfungskette machen die Wirtschaft jedoch anfällig für Wirtschaftskrisen. Um diesen entgegenzuwirken, arbeitet die KAS mit lokalen Partnern und den deutschen Handelskammern zusammen. Die Schwerpunkte in den Länderprogrammen sind auf das jeweilige Gastland und dessen Bedürfnisse zugeschnitten – denn der Erfolg unserer Arbeit hängt von der Akzeptanz durch und der Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Afrika ab.

Die Schwerpunkte in den Länderprogrammen sind auf das jeweilige Gastland und dessen Bedürfnisse zugeschnitten – denn der Erfolg unserer Arbeit hängt von der Akzeptanz durch und der Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Afrika ab.

Westafrika

Die politischen Rahmenbedingungen im westlichen Afrika lassen sich auf Grund der sehr unterschiedlichen Ausgangslage und Entwicklungspfade nicht verallgemeinern; hier bedarf es einer Differenzierung, um ein treffendes Bild der gegenwärtigen Situation in der Region zu zeichnen. Vor allem im Sicherheitsbereich bestehen in den Ländern der G Staaten (Mali, Niger, Mauretanien, Tschad und Burkina Faso) erhebliche Herausforderungen. Die Arbeit des Regionalprogramms Sahel fokussiert sich hier auf die Förderung von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und politischem Pluralismus, Partizipation der Zivilgesellschaft, Förderung der Zusammenarbeit in der Sahelregion sowie Ordnungs- und Sicherheitspolitik.

Auch Nigeria steht einer Vielzahl von sicherheits- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen gegenüber, wie wirtschaftliche Problemen, Korruption, Armut und vor allem der Konflikt mit der Islamistengruppe Boko Haram im Nordosten sowie die andauernde Unzufriedenheit der Bevölkerung und Übergriffe militanter Gruppierungen im äußersten Süden des Landes. Das Länderprogramm Nigeria ist darauf ausgerichtet einen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten, indem es die aus AA-Mitteln finanzierte Sicherheitssektorreform gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgern, Vertretern der nigerianischen Sicherheitsorgane, Vertretern der Justiz sowie aus Ministerien, Behörden und der Zivilgesellschaft umsetzt und vorantreibt. Darüber hinaus ist im Rahmen der durch BMZ-Mittel geförderten Aktivitäten die Vermittlung und Förderung von demokratischen Werten und Prozessen sowie von Rechtsstaatlichkeit und Subsidiarität das wichtigste Aufgabenfeld der Stiftungsarbeit in Nigeria.

Ergänzend lassen sich in Benin, Togo und der Côte d’Ivoire, welche zu den drei Haupt-Programmländern des Regionalprogramms PDWA gehören, sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen beobachten. Benin, welches lange als Stabilitätsanker der Region galt, sieht sich aktuell einer politischen Krise ausgesetzt. Auch in Togo lässt sich die politische Krise noch nicht als überwunden bezeichnen. Die innenpolitische Lage an der Côte d’Ivoire ist ebenfalls momentan nicht ohne Herausforderungen. Nach dem Auseinanderfallen der großen Koalition im letzten Jahr kam es im Rahmen der Kommunalwahlen Ende 2018 nicht nur zu Unregelmäßigkeiten im Wahlgang, sondern auch zu Todesfällen im Rahmen von politisch motivierten gewaltsamen Zusammenstößen.

Ghana kann im regionalen Vergleich mit einer stabilen wirtschaftlichen Lage punkten. Herausforderungen gibt es in diesem Zusammenhang allerdings im Bereich der Berufsausbildung und der Schaffung von Arbeitsplätzen für die überwiegend junge Bevölkerung. Hier unterstütz das Auslandsbüro junge Unternehmer und Start-Ups durch die Etablierung landesweiter Netzwerke und Hubs.

Im Senegal wurde Staatspräsident Macky Sall im Februar 2019 im ersten Wahlgang mit 58 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Ziel des Engagements der KAS im Senegal ist die Stärkung und Verfestigung der Demokratieentwicklung und der Dezentralisierung. Demokratische und marktwirtschaftliche Strukturen sollen gestärkt und die politischen Rahmenbedingungen entsprechend beeinflusst werden. Im Nachbarland Gambia befindet sich nach 22 Jahren autokratischer Herrschaft seit Januar 2017 in einem tiefgreifenden Demokratisierungsprozess. Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist seit 2018 die erste deutsche politische Stiftung, die vor Ort mit Maßnahmen die demokratische Stabilisierung des Landes unterstützt.

Zentralafrika

Kamerun ist innenpolitisch gespalten, Gewaltausschreitungen und Konflikte sind in allen geografischen Teilen des Landes präsent. Das in Jaunde ansässige Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel zielt darauf ab – auf dem von den Folgen des Klimawandels am stärksten betroffenen Kontinent weltweit – die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Klima- und Energiepolitik zu verbessern.

Die gegenwärtige innenpolitische Situation in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) steht im Zeichen der vergangenen Präsidentschafts-, Parlaments- und Provinzialwahlen, die zeitgleich am 30. Dezember 2018 mit einer Verspätung von zwei Jahren stattfanden. Die dreifache Verschiebung des Wahltermins im jungen Post-Konflikt-Staat, der erstmals 2006 freie Wahlen beging, brachte das zweitgrößte Land Afrikas in eine ernste Verfassungskrise. An die Problemlage im Land anknüpfend, liegen die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit der KAS auf der Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, der Stärkung der Beteiligung von zivilgesellschaftlichen Gruppen und Frauen an politischen Entscheidungsprozessen, der Kooperation mit demokratischen Parteien sowie mit den nationalen Sicherheitskräften.

Ostafrika

In Uganda widmet sich die KAS aufgrund der gegebenen demokratiepolitischen Herausforderungen hauptsächlich der Konsolidierung von politischem Pluralismus und demokratischer Rechtstaatlichkeit, der Stärkung der Partizipation der Zivilgesellschaft und der Wahrnehmung gesellschaftlicher Wächter-, Mediations- und politischer Gestaltungsfunktionen seitens zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ein besonderer Fokus unserer Arbeit liegt hier auf der Jugend in Land. Auch die Förderung von Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und die Stärkung von Institutionen und Akteuren mit ordnungspolitischer Leitfunktion für die Soziale Marktwirtschaft zählen zu unseren Schwerpunkten.

In Tansania lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Rückschritt der demokratischen Entwicklung beobachten. Das Hauptanliegen der KAS in Tansania ist es daher weiterhin, zum Aufbau eines funktionierenden demokratischen Staatswesens beizutragen. Dies beinhaltet die Entwicklung eines funktionierenden Mehrparteiensystems, die Stärkung der Legislative gegenüber der Exekutiven, die Förderung dezentraler Strukturen, lokaler politischer Entscheidungsfindung und rechtsstaatlicher, transparenter Verfahren. Zudem liegt ein Schwerpunkt auf der politischen Bildungsarbeit zur Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere von Frauen und Jugendlichen, über ihre demokratischen Rechte.

In Kenia kam es im März 2018 zur als „Handshake“ bekannt gewordenen Vereinbarung zwischen Präsident Kenyatta und Oppositionsführer Raila Odinga, welche die Blockade nach den Präsidentenwahlen 2017 beendete. Schwerpunkt der Arbeit der KAS in Kenia ist die Förderung und Konsolidierung der Demokratie, der durch die neue Verfassung angestoßene Dezentralisierungsprozess sowie die Stärkung der Zivilgesellschaft und die Förderung der Sozialen Marktwirtschaft.

Südliches Afrika

Im südlichen Afrika finden sich Beispiele demokratischer Erneuerung. Jahrzehntelang regierende Präsidenten oder Diktatoren wurden, mitsamt ihren Patronagenetzwerken, zum Rücktritt gezwungen, um Platz für demokratische Reformen zu machen (so z.B. in Angola, Simbabwe, Südafrika). Gerade in Verbindung mit dem „Wahljahr 2019“ mit Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in Südafrika, Namibia, Botswana, Mosambik und Malawi ergeben sich hier neue Ansatzpunkte für die Arbeit der KAS.

In Simbabwe bleibt die politische und wirtschaftliche Lage auch im Jahr zwei nach dem Sturz Mugabes weiter volatil. Das Länderprojekt der KAS nutzt nichtsdestotrotz die neuen politischen Handlungsspielräume, um mit neuen Kooperationspartnern, z.B. den Medien, politische Bildungsarbeit zu leisten. Zudem werden Maßnahmen im Bereich der Sozialen Marktwirtschaft verstärkt umgesetzt.

Die politische Lage in Namibia ist zwar weitestgehend stabil, jedoch herrscht eine stagnierende Wirtschaftslage mit hoher Arbeitslosigkeit und sozialer Ungleichheit. Die Arbeit der KAS fokussiert sich zum einen auf den Bereich der Parlamentszusammenarbeit, als auch auf Frauenförderung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der regionalen Integration.

Südafrika gilt in vieler Hinsicht als Motor für die Region des Südlichen Afrikas. Gerade deshalb ist es wichtig, regionale Vernetzung zu fördern, um länderübergreifende Themen effizient behandeln zu können. Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen zum einen in der politischen Bildung, der verfassungsrechtlichen Entwicklung, der Förderung des Mehrparteiensystems, der Förderung von sozialer Kohärenz sowie, durch ein Verbindungsbüro in Kapstadt, die Zusammenarbeit mit dem Parlament.

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