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Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlicht Demokratie-Index Lateinamerika 2008

Erstmals in der siebenjährigen Geschichte des Demokratie-Index IDD-Lat wird Chile von Costa Rica in der Spitzenposition der Entwicklung der Demokratie in Lateinamerika abgelöst. Im Demokratie-Index IDD-Lat 2008 behielt Chile lediglich in der Index-Dimension „Achtung der politischen Rechte und der Bürgerfreiheit“ die Nase vorn, während sich Costa Rica in den restli-chen Dimensionen an die Spitze setzen konnte.

Ziel des Demokratieindex IDD-LAT ist es, die aktuelle Situation der Demokratieentwicklung in Lateinamerika mit ihren Stärken und Schwächen vorzustellen und genauer zu analysieren. Er wird erstellt durch die Außenstelle Buenos Aires/Argentinien der Konrad-Adenauer-Stiftung und die politikwissenschaftliche Forschungsgruppe Portal de Servicios y Consultoría Política on-line (www.polilat.com).

Die Messung des IDD-Lat umfasst 18 Länder Lateinamerikas und wird auf der Grundlage folgender Dimensionen der demokratischen Entwicklung erstellt: „Grundvoraussetzungen der Demokratie“, „Achtung der politischen Rechte und der Bürgerfreiheiten“, „Qualität der Institutionen und politische Effizienz“ sowie „Regierungsfähigkeit“, bezogen auf die Umsetzung wohlstands- und wachstumsfördernder Politikkonzepte.

Insgesamt haben sich zehn der achtzehn bewerteten Länder verschlechtert, während sich Costa Rica, Chile und Uruguay über die sieben Jahre der Existenz des Demokratie-Index hinweg einen hohen demokratischen Entwicklungsstand bewahrten. Im Verhältnis zum Vorjahr konnte die Region im Durchschnitt erneut einen geringfügigen Fortschritt des Demokratie-Index verzeichnen. Besonders stark legte die Teildimension „Kompetenz in der Umsetzung einer die Wirtschaftsleistung fördernde Politik“ aufgrund der allgemeinen Verbesserung der ökonomi-schen Kennzahlen zu. Allerdings zeigen die Verbesserungen und Verschlechterungen gegenüber dem Vorjahr wesentliche Unterschiede unter den einzelnen Ländern auf. In regionaler Hinsicht liegen starke Verbesserungen des Demokratie-Index in der Andenregion und Mittelamerika vor, während der MERCOSUR das Schlusslicht bildet.

Aus dem Verhältnis zwischen demokratischer Entwicklung und Menschenrechten wurde darüber hinaus einen Trendindikator 2008 zur Lage der Menschenrechte in Lateinamerika entwickelt. Berücksichtigt wurden die Indikatoren des IDD-Lat, die sich auf die Verwirklichung bzw. Einschränkungen der Menschenrechte auswirken sowie der rechtspolitische Rahmen, über den die Ausübung der Menschenrechte sichergestellt und Verletzungen bestraft werden. Der numerische Durchschnitt des Indikators „Achtung der politischen Rechte und der Bürgerfreiheiten“ liegt wesentlich unter dem Durchschnitt des Indikators „Achtung der wirtschaftlichen und sozialen Rechte“. Costa Rica und Uruguay zeichnen sich durch eine hohe Achtung der politischen Rechte und Bürgerfreiheiten aus, während in Chile die wirtschaftlichen und sozialen Rechte besondere Achtung erfahren.

Ausführliche Informationen zum Demokratieindex finden Sie in spanischer Sprache unter:

www.idd-lat.org

Eine Zusammenfassung in deutscher Sprache sowie ein Interview mit der Landesbeauftragten der Konrad-Adenauer-Stiftung in Costa Rica, Kerstin von Bremen, können Sie einsehen unter:

www.kas.de/demokratieindex-lateinamerika-2008

Weitere Informationen erhalten Sie beim Team Lateinamerika der Konrad-Adenauer-Stiftung unter Telefon 030/26996-3529.

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Berlin Deutschland