Sie möchte mit den ewigen Stereotypen gegenüber Frauen aus dem Nahen und Mittleren Osten aufräumen, aber auch gleichzeitig einen Fortschritt in der palästinensischen Gesellschaft erreichen. Die KAS-Stipendiatin Ahd Samara ist eine junge Frau mit starken Ideen.
Die 25-Jährige Palästinenserin ist auf den ersten Blick eine sehr zierliche Person. Dahinter steckt allerdings eine selbstbewusste Frau, die genau weiß was sie in der eigenen Gesellschaft verändern und wo sie später einmal hinmöchte. Den Grundstein dafür soll das Studium in Gender and Development an der Universität Bir Zait legen: „Ich hoffe, dass ich – und auch jeder Andere - dazu beiträgt, den Blick auf Frauen im Nahen Osten verändern zu können“.
Der Studiengang ist noch relativ neu in seiner Art, aber das alleine reizte die Palästinenserin nicht daran. Für sie ist Bildung sehr wichtig, aber sie betont auch, dass ein Studium nicht alles sein kann. Das Master-Studium ist nur eine Station auf dem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel: „Ich möchte in die Gesellschaft involviert sein und mit der Gemeinschaft interagieren“.
Zukünftigen Stipendiaten möchte Samara daran erinnern, dass Studieren auch bedeutet die Inhalte praktisch anwenden zu können und mit dem Lernfortschritt auch stetig an sich selbst zu arbeiten. In fünf Jahren möchte sie deswegen selbstständig sein und durch ihr eigenes Unternehmen in der fragilen Wirtschaft in den Palästinensischen Gebieten neue Arbeitsplätze schaffen – insbesondere für Frauen.
Ein Umdenken beginnt bereits bei der Erziehung
Doch nicht nur in den Bereichen Gesellschaft und Wirtschaft sieht die Studentin Handlungsbedarf. Sie fordert bereits von Beginn an einen anderen Umgang mit den eigenen Kindern. Die junge Mutter zeigt stolz ein Foto ihrer zwei-jährigen Tochter und erklärt, dass für sie eine liberale Erziehung von hoher Bedeutung sei. Sie solle nicht einfach ihre Meinung oder die ihres Mannes übernehmen, sondern sich eigenständig und frei von Anderen entfalten.
Um die Rolle der Frau zu stärken, reiche ihrer Meinung nach nicht nur der bloße Wille, sondern es müsse tatsächliche Veränderungen geben. Die Werte Freiheit und Gerechtigkeit verbindet Samara auch mit der Konrad-Adenauer Stiftung. Sie sei froh, dass sie durch das Stipendium der Stiftung die Möglichkeit erhalte, neue Leute und Gleichgesinnte kennenzulernen.