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Ausschreitungen im Norden Nigerias

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Im Norden Nigerias bekämpfen sich seit Dienstag Islamisten und nigerianische Sicherheitskräfte. Mitglieder der islamistischen Sekte „Boko Haram“ hatten in der Gegend um die Städte Bauchi und Maiduguri Polizeistationen angegriffen. Als Reaktion stürmten die Sicherheitskräfte das Haus des Islamistenführers Mohammed Yusuf. Nach Medienangaben sollen bei den Kämpfen bis zu 200 Menschen ums Leben gekommen sein.

„Die Sektenanhänger haben eine rückständige Auffassung vom Islam, die von führenden Vertretern der Religion in Nigeria nicht geteilt wird“, charakterisiert Klaus Pähler im Interview mit dem Deutsche Welle Radio die Aufrührer. Pähler leitet die Außenstelle der Konrad-Adenauer-Stiftung in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Obwohl sich die Mitglieder der Sekte teilweise als „nigerianische Taliban“ bezeichnen, vermutet er keine professionelle Struktur hinter den Angriffen: „Ich vermute, dass das eher irregeleitete Leute sind, die keine strukturierte Organisation oder rationale Agenda besitzen.“ Die Zahl der Unterstützer beziffert Pähler auf „allenfalls ein paar hundert.“

Dass inzwischen auch Unruhen aus anderen Teilen des Landes gemeldet werden, hat für Pähler nicht zwingenderweise etwas mit den Kämpfen in Maiduguri zu tun: „Nigeria sieht von außen stabil aus, doch unter der Oberfläche kocht und brodelt es. Unruhen verbreiten sich leicht, das hat mit dem ursprünglichem Konflikt wenig zu tun.“

Die Kämpfe im Norden des Landes stehen in einer Reihe von religiösen Auseinandersetzungen. Seit 1999 hat ein Drittel der 36 nigerianischen Bundesstaaten die Scharia eingeführt, was immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat.

Hören Sie das ganze Interview mit Klaus Pähler im Angebot der Deutschen Welle. Klicken Sie dazu auf den Link auf der rechten Seite.

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Kontakt

Dr. habil Klaus Paehler

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