Der Selbstbestimmer – Aufstieg als berufliche Selbstbestimmung (Ingenieur)

Reportage zur Publikation "Gesundheit und Familie vor Arbeit und Einkommen - Studie zum sozialen Aufstieg in Deutschland"

Ein Vertreter des Aufstiegstypus der Selbstbestimmer ist ein 59-jähriger Ingenieur. In geschäftsführender Funktion tätig, trug er schon früh viel Verantwortung und schätzt genau das an seinem Beruf: „Und ich nehme auch gerne die Verantwortung. Ich könnte nicht unter enger Aufsicht unter einem Mikro- oder Nanomanager arbeiten.“

Sowohl mit seinem Beruf als auch mit seinem Leben insgesamt ist er sehr zufrieden. Dazu trägt zum einen eine gewisse finanzielle Sicherheit bei, zum anderen aber auch die Möglichkeit, über seine Zeit frei verfügen und selbstbestimmt arbeiten zu können: „Insgesamt muss ich sagen, ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben. Was gehört zur Zufriedenheit dazu? Also natürlich eine finanzielle Position, wo ich sage, ich muss nicht jeden Euro umdrehen, sondern ich kann mir Dinge leisten, die Spaß machen. Ich kann mir auch Kurzurlaube leisten. Ganz einfach, ich kann leben, wie ich es für gut und schön finde. Ich genieße es auch und empfinde es als den absoluten Luxus, dass ich mir meine Zeit wirklich einteilen kann. Ich arbeite sehr viel. Aber ich kann mir auch nach meinem Empfinden die Auszeiten nehmen.“

Passend zu dieser Einstellung definiert er Aufstieg als Mischung aus finanzieller Unabhängigkeit und zeitlicher Selbstbestimmung, sodass er sich klar als Aufsteiger wahrnimmt.

Für seinen beruflichen Erfolg sieht er neben seinem eigenen Willen und Ehrgeiz auch seine früheren Chefs als maßgeblich an, die ihm früh Verantwortung übertragen haben. Trotz des hohen Arbeitspensums vernachlässigt er sein Privatleben nicht, auch wenn er deutlich macht, dass seine Karriere ohne seine Frau, die einen Großteil der Familienarbeit übernahm, nicht in dieser Form möglich gewesen wäre: „Natürlich die Frau, die das unterstützt hat. Ich war ja dann wenig verfügbar für die Familie in verschiedenen Phasen des Lebens.“

Neben der Arbeit geht er einer Vielzahl von Hobbys nach, die er als Ausgleich braucht: „Ich arbeite sehr gerne handwerklich. Ich habe Möbel gebaut. Ich bin sehr gerne in der Natur. Treibe das ganze Jahr über Sport bei jedem Wetter. Aber nur Outdoor. Ich mag keine Studios. Ich mache mit dem Mountainbike Alpenüberquerungen genauso wie Alpinskifahren, Freeriden, Schwimmen, Klettern, Klettersteige. Was so der Outdoorsport zu bieten hat. Ja, aber ich mache es nicht wettkampfmäßig. Sondern rein für mich zum Spaß und zum Ausgleich.“