Fachkonferenz

Memento Gulag 2005

Die Erinnerung an jahrzehntelangen Terror ist im heutigen Russland kein wichtiger Faktor im gesellschaftl. Bewusstsein. Die VA ermöglicht einen Dialog zw. Politik, Wissensch. und den Opfern, sie leistet dringend benötigte aktive Erinnerungsarbeit.

Details

Erst mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaftssysteme in Osteuropa und der damaligen Sowjetunion wurde das ganze Ausmaß der jahrzehntelangen Willkür menschenverachtender Regime offenbar. Ein Synonym für den Umgang totalitärer Systeme mit der eigenen Bevölkerung und der anderer Nationen ist der stalinistische GULAG, das sowjetische Straflagersystem der Jahre 1928-1954, in dem nach neuesten Erkenntnissen an die 20 Millionen Menschen zu Tode kamen.

Die Erinnerung an den jahrzehntelangen Terror ist im heutigen Russland kein wichtiger Faktor im gesellschaftlichen Bewusstsein und hat trotz der vielen Informationen, die mit Einsetzen der Perestrojka die Menschen erreichten, nicht zu einem weitgehenden Konsens in der Bevölkerung wie in Deutschland geführt. Erst seit ungefähr zwei Jahren lässt sich wieder mehr Neugier und Interesse an dem Thema gerade auch unter jungen Menschen feststellen, das historische Gedächtnis an die Repressionen wird allerdings nicht zentral, sondern nur regional in kleinen Ausstellungen bzw. in Abteilungen von Heimatmuseen der betroffenen Regionen mit wenigen Exponaten wach gehalten. In den baltischen Staaten und in Ungarn ist das Thema in der Gesellschaft gut verankert, zentrale Museen ermöglichen in Riga und Budapest eine permanente Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus.

Erinnerungsformen und gesellschaftliche Rezeption totalitärer Systeme in Deutschland und Italien sind für die ost-europäischen Länder eine wichtige Grundlage, die nicht nur in der Museumsarbeit, sondern auch in der politischen Bildungsarbeit Anwendung finden kann.

Die Veranstaltung „Memento GULAG 2005 - zum Gedenken an die Opfer totalitärer Regime“ ermöglicht einen intensiven Dialog zwischen Politikern, Wissenschaftlern und Opfern, sie leistet dringend benötigte aktive Erinnerungsarbeit. Nach Rom und Bukarest findet die Gedenkveranstaltung als Kooperationsveranstaltung zwischen der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Italienischen Kulturinstitut, der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Comitatus pro Libertatibus in diesem Jahr in Berlin statt.

Programm

14.00 Uhr

Grußworte

Wilhelm Staudacher, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung

Prof. Dr. Renato Cristin, Direktor des Italienischen Kulturinstituts Berlin

Dr. Dario Fertilio, Comitatus pro Libertatibus

14.30 Uhr

Plenarsitzung

Die Aufarbeitung der totalitären Vergangenheit – Erinnerungskultur als persönliche Erfahrung der Opfer

Moderatorin: Gabriele Baumann, Konrad-Adenauer-Stiftung

Einführung: Sandra Kalniete, ehemalige Kommissarin der Europäischen Union, Lettland

Prof. Dr. Vladimir Bukowski, Vorsitzender der Comitatus pro Libertatibus

Dr. Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Markus Meckel MdB,Vorsitzender des Stiftungsrates der „Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“

Diskussion

16.45 Uhr

Plenarsitzung

Der Umgang mit dem historischen Erbe totalitärer Systeme – Erinnerungsformen und gesellschaftliche Rezeption

Moderator: Dr. Peter Fischer-Bollin, Konrad-Adenauer-Stiftung

Einführung: Dr. Friedbert Pflüger MdB,Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung „Topographie des Terrors“, Berlin

Anna Schor-Tschudnowskaja, „Memorial“ St. Petersburg, Russland

Prof. Dr. Maria Schmidt, Direktorin des Museums „Terrorhaus“, Budapest, Ungarn

Diskussion

18.30 Uhr

Schlusswort

Sen. Prof. Dr. Marcello Pera, Präsident des Italienischen Senats

Empfang

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Veranstaltungsort

Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung Berlin

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1. November 2005
Pressemitteilung