KAS Colombia

Veranstaltungsberichte

Buchvorstellung: ‘Radiografía Política de Colombia’.

Am 29. Oktober fand die Präsentation der Publikation “Radiografía Política de Colombia” (Politische Radiografie Kolumbiens) statt, die vom Politischen Analyse- und Trainingszentrum CAEP und der Konrad-Adenauer-Stiftung Kolumbien KAS herausgegeben wurde.

In dieser qualitativen und quantitativen Studie, die vom Politischen Analyse- und Trainingszentrum CAEP in Zusammenarbeit mit der KAS Kolumbien herausgegeben wurde, werden die politischen und sozialen Vorstellungen von Demokratie und nationaler Identität in Kolumbien widergespiegelt. Grundlage war eine Meinungsumfrage mit 2.505 persönlichen Interviews in verschiedenen Regionen des Landes und die Arbeit mit drei Fokusgruppen in Medellín, Cali und Cartagena. Das Buch präsentiert die politische Demografie Kolumbiens, wobei die internen Probleme mit der Demokratie, die Besonderheiten der politischen Kultur und die unterschiedlichen politischen Ansichten der Bevölkerung in den Regionen berücksichtigt wurden. An der Buchvorstellung nahmen die Meinungsforscher María José Pamplona und Pedro Piedrahita teil.

Eröffnet wurde die digitale Veranstaltung vom Repräsentanten der KAS Kolumbien, Stefan Reith, und dem Direktor des CAEP, Carlos Andrés Pérez. Beide betonten die Notwendigkeit, das Verhältnis zwischen Wählern und Politikern zu verbessern. Außerdem trage die Studie dazu bei, die Bedürfnisse und Forderungen der Bürger besser einzuschätzen zu können und gleichzeitig Instrumente zur politischen Diagnose für künftige Regierungen zu bieten.

Die Koordinatorin der Studie, María José Pamplona wies darauf hin, dass die Umfrage eine oft negative Einstellung zur Politik gezeigt habe, da Politik mit Korruption in Verbindung gebracht werde; außerdem hätten 60% der Befragten ihr Desinteresse an der Politik bekundet. Aber auch wenn ein verbreitetes Misstrauen gegenüber politischen Parteien herrsche, hielten die meisten Befragten und insbesondere Jugendliche, die Wahlen für einen wichtigen Mechanismus zur politischen Partizipation. Es habe sich gezeigt, dass die geographische Fragmentierung Kolumbiens auch zu einer politischen, sozialen und kulturellen Fragmentierung beitrage und die verbreitete Politikmüdigkeit zu einer weiteren Reduzierung der politischen Partizipation führe.  

Der Meinungsforscher, Pedro Piedrahita betonte, dass die Studie einerseits die Auswirkungen der Verfassung von 1991 auf das politische System analysiere und andererseits die Folgen des bewaffneten Konflikts untersuche. Die Umfrageergebnisse zeigten Probleme mit der politischen Partizipation, die Besonderheiten der politischen Kultur, die Politikmüdigkeit und eine mangelhafte Qualität der Demokratie im Lande. Weiterhin hob er die Rolle von Schulen, Medien und der politischen Parteien bei der politischen Bildung hervor. Obwohl 60% der Bürger an die Wahlurnen gingen, hätten sie das Gefühl, dass sich die Situation des Landes nicht verbessere. Die Religion spiele weiterhin eine wichtige Rolle in der Perzeption der Bürger und die aktive Mitgliedschaft in Organisationen und Vereinen konzentriere sich auf öffentliche Angelegenheiten und auf meist konservative politische Sektoren. Letztendlich betonte Piedrahita, dass die Parteien mehr auf die Bedürfnisse der Bevölkerung eingehen sollten, da sie das verbindende Element zwischen Staat und Bürger darstellten.

Der Direktor des CAEP, Carlos Andrés Pérez gab einige Zuschauerfragen an die Experten weiter.

Zum Abschluss dankte Stefan Reith den Teilnehmern betonte erneut die Bedeutung einer solchen Publikation, um die Entwicklung der Demokratie in Kolumbien zu fördern.

Ansprechpartner

María Francisca Cepeda

María Francisca Cepeda bild

Wissenschaftliche Projektkoordinatorin

francisca.cepeda@kas.de +57 1 74309 47-205

Über diese Reihe

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