Veranstaltungsberichte

Capacity Building für weibliche Mitglieder des kurdischen Regionalparlaments und des irakischen Parlaments

Um die Kapazitäten von weiblichen Parlamentsabgeordneten in den Bereichen Good Governance, Legislativverfahren und Frauenrechten auszubauen, veranstaltete das Syrien/Irak-Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Women Empowerment Organization (WEO) eine Reihe von Schulungen für weibliche Abgeordnete der Parlamente in der Autonomen Region Kurdistan im Irak (ARK) und im Irak.

Im irakischen Repräsentantenrat (Parlament) sitzen 85 Frauen als Abgeordnete, während die Zahl weiblicher Abgeordnete im Parlament der Region Kurdistan 39 beträgt. Einerseits ist dies eine wichtige Leistung und ein Schritt in die richtige Richtung, wenn es um die Einbeziehung von Frauen in die Politik geht, andererseits zeigt es aber auch, dass in beiden Parlamenten kaum mehr Frauen vertreten sind, als die Frauenquote es vorhersieht (25% für Bagdad und 30% für Erbil). Darüber hinaus stoßen weibliche Abgeordnete bei der Erreichung politischen Einflusses und bei der Einbeziehung in Entscheidungsprozesse immer noch auf viele Hindernisse, sodass die bloße Anwesenheit von weiblichen Abgeordneten im Parlament nicht unbedingt bedeutet, dass diese Frauen Veränderungen bewirken können. Aufstrebende Politikerinnen müssen viele Hürden überwinden, um gewählt zu werden, und es gibt nur sehr wenige Kabinettsministerinnen oder Frauen in höheren Regierungspositionen, der Justiz und anderen Institutionen.

Um die Fähigkeiten der Frauen zu stärken, in allen Bereichen der politischen Prozesse vollumfänglich teilnehmen zu können und ihnen dazu die nötige technische Unterstützung zu geben, konzipierten KAS und WEO eine Reihe von Anfänger- und Fortgeschrittenenschulungen für neu gewählte weibliche Abgeordnete. Zu den in den Schulungen behandelten Themen gehörten Konfliktmanagement und Friedensförderung, Management von Herausforderungen bei politischer Arbeit, sowie Kenntnisse über Frauenrechtskonventionen und lokaler Gesetzgebung. Einer der Bereiche, an dem die neuen Parlamentarierinnen arbeiten werden, ist die Einrichtung einer Fraktion für Frauen im Parlament. Die Arbeit dieser Fraktion würde eine dringend benötigte Genderperspektive in beiden Parlamenten ermöglichen sowie gemeinsame Anstrengungen zusammentragen, die sich auf Fortschritte bei der Annahme von Gesetzen, die sich positiv auf die Rechte von Frauen, Mädchen und Kindern auswirken können, konzentrieren.

Insgesamt ermöglichten die Schulungen mehr als 100 weiblichen Mitgliedern des kurdischen Regionalparlaments und des irakischen Parlaments, bei ihrer Arbeit eine effektivere Führungsrolle einnehmen zu können sowie frauenrechtsfreundliche Gesetze zu entwickeln und zu fördern. Dieses Projekt war zudem von wesentlicher Bedeutung, um weibliche Abgeordnete im Irak und Kurdistan zusammenzubringen und Fragen der Geschlechtergleichstellung zu diskutieren. Außerdem schuf das Projekt einen Raum für weibliche Abgeordnete, die Prioritäten, Herausforderungen und Fortschritte ihrer Kolleginnen zu verstehen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass öffentliche Bedürfnisse in Bezug auf die Repräsentation von Frauen sowie deren Rechte in tragfähige politische Plattformen umgewandelt werden, die schlussendlich das Engagement von Bürgern und Bürgerinnen für Frauenrechte erleichtern.

Ansprechpartner

Maha Haddad

Maha  Haddad bild

Projektkoordinatorin

Maha.haddad@kas.de +961 (0) 1388 061/062 +961 (0) 1388 064

Bereitgestellt von

Auslandsbüro Syrien/Irak

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.