Veranstaltungsberichte

Irak und das Machtgleichgewicht im Nahen Osten

Dialogforum zur Geopolitik im Nahen Osten

Vom 21. bis 22. November 2019 veranstaltete das Syrien/Irak-Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Zusammenarbeit mit dem Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP) eine Konferenz in Cadenabbia, Italien, bei der aktuelle Themen im Zusammenhang mit dem hochsensiblen geopolitischen Umfeld des Irak sowie verschiedenen internationalen und lokale Interessengruppen diskutiert wurden.

In der Vergangenheit bereitete es der irakischen Regierung große Schwierigkeiten die Politik des Landes mit den Bestrebungen seiner mächtigen Nachbarn, den Erwartungen internationaler Partner und den eigenen nationalen Interessen in Einklang zu bringen. Die aktuelle Welle von Protesten, die das Land seit Oktober dieses Jahres erschüttert, erschwert diese Problematik zusätzlich. In diesem Zuge bot die von KAS und GCSP organisierte Konferenz über die Position des Irak in dem Machtgefüge im Nahen Osten eine Plattform für einen konstruktiven Dialog in sechs Podiumsdiskussionen - zu einer Zeit, in der eine solche Chance dringend benötigt wird.

Am ersten Tag der Konferenz stellte das erste Panel die aktuelle politische Situation im Irak sowie die Interessen und Strategien der beiden Akteure vor, deren regionale Rivalitäten die größten Auswirkungen auf das Land haben - die USA und der Iran. In Anbetracht einer möglichen Eskalation der US-iranischen Beziehungen untersuchte das zweite Panel anschließend, wie potenzielle wirtschaftliche Schäden für den Irak vermieden werden können. Als enger Handelspartner des Iran leidet der Irak indirekt unter den auferlegten Sanktionen. Von der internationalen Sphäre auf nationale Themen zurückkehrend befasste sich das dritte Panel mit den eigenen gesellschaftspolitischen Herausforderungen im Irak, wie dem Aufstand vom Oktober 2019 und den schwierigen Beziehungen zwischen Bagdad und Erbil.

Tag zwei der Konferenz begann mit dem vierten Panel, das die Sicherheitsbedrohungen des Irak analysierte. Während der Irak dringend eine durchführbare Reform des Sicherheitssektors benötigt, stellen die Integration der Milizen der Volksmobilisierungseinheiten in die irakischen Streitkräfte sowie die Stammesmobilisierung an den Grenzen des Irak zusätzliche Probleme dar. Das fünfte Panel konzentrierte sich auf die Beziehungen des Irak zu seinen Nachbarn, insbesondere den Ländern des Golf-Kooperationsrates (GCC). Zum Abschluss der Konferenz, die mit einer Perspektive für den Irak in der Region endete, versuchte das sechste und letzte Panel Überschneidungen der Interessen der USA und des Iran in Einklang zu bringen und diskutierte eine mögliche Rolle der EU bei der Stärkung des Irak als Vermittler in diesem Prozess.

Insgesamt brachte die Konferenz mit dem Irak und seinen einflussreichen Interessengruppen vertraute Experten, Analysten und politische Entscheidungsträger erfolgreich zusammen, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und mögliche Szenarien für die gegenwärtige und zukünftige Rolle des Irak im Nahen Osten zu untersuchen.

 

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Lejla Djulancic

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