Veranstaltungsberichte

Buchvorstellung: Zwischen Information und Verschwörung in Krisenzeiten

Buchvorstellung: Zwischen Information und Verschwörung in Krisenzeiten

Bei der Vorstellung der KAS-Publikation hoben die Autoren hervor, wie wichtig eine wissenschaftliche Antwort auf fake news und Verschwörungsideologien sei. Die Digitalisierung werde die Demokratien nachhaltig verändern und politische Akteure müssten Antworten auf diese Herausforderungen finden. In seinem Grußwort unterstrich Sebastian Grundberger, Leiter des Regionalprogramms „Parteiendialog und Demokratie in Lateinamerika“ mit Sitz in Montevideo die Bedeutung der Publikation und die Rolle der Stiftung bei der Bekämpfung von Desinformation und Verschwörungsideologien. Angel Arellano, Projektkoordinator von Diálogo Político und Moderator der Veranstaltung, stellt die Entwicklungsgeschichte und Ziele des Buchs vor, dessen Konzeption vor einem Jahr in Rio de Janeiro begann, nachdem das Thema Fake news verstärkt Einzug in die politische Debatte erhalten hatte.
Libro entre información y conspiración galería
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Einer der Koordinatoren des Buches, der politische Berater Gil Castilo aus Brasilien, hob zunächst den Wert der KAS und ihre Vorreiterrolle in diesen Fragen hervor. Darüber hinaus betonte sie, dass bei der Vorstellung mehrheitlich Frauen anwesend wären und dass dies hervorzuheben sei.

Castillo hob auch hervor, dass während der Panedmie das Thema der fake news stärker wurde. Er erklärte, in Brasilien gebe es einen Gesetzentwurf zur Regularisierung von fake news. Er zitierte auch eine Umfrage über die Gedanken der Brasilianer zum Thema: 78% der Brasilianer haben ein Social Media-Profil. 87% sind besorgt über gefälschte Nachrichten und 93% stimmen zu, dass die Auswirkungen von fake news negativ seien. Castillo sagte auch, dass es bei den Wahlen 2018 eine "Epidemie" von gefälschten Nachrichten gegeben habe, aber in diesen zwei Jahren habe die Gesellschaft selbst Antikörper gegen fake news in Brasilien gebildet.

Dann fuhr der kolumbianische Berater Juan Selbastian Delgado fort, der das Werk als "wichtig zu lesen, weil es nicht nur um gefälschte Nachrichten geht, sondern um Krise, Verteidigung und Angriff in digitaler Präsenz" bezeichnete. Das Buch bietet verschiedene Ansätze an, um fake news zu erklären und entgegenzuwirken. Er betonte, dass eine Folgeerscheinung der Covid-19-Pandemie auch eine Krise auch in den sozialen Netzwerken ausgelöst habe.

Neben den Ausführungen von Castillo und Delgado präsentierte auch Marilu Brajer (Argentinien), Vorsitzende der Lateinamerikanischen Vereinigung von Politikberatern ihren Beitrag.

"Die Krise ist gekommen, um zu bleiben", sagte die Autorin. "Die politische und Informationskrise, die sich in der Pandemie abgezeichnet hat, wird uns in Zukunft begleiten. Die Digitalisierung  wird sich nachhaltig auf die Demokratie auswirken.”

Ansprechpartner

Ángel Arellano

angel.arellano@kas.de +598 2902 0943-101

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.