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Mali auf der Suche nach Stabilisation

Außenpolitischer Gesprächskreis mit Andreas Erlecke

Im März 2012 wurde der malische Staatschef Amadou Toumani Touré abgesetzt. Der Putsch sei eine Folge der bestehenden Krise und hat diese noch verschärft. Nachdem die französische Armee auf Bitten der malischen Übergangsregierung damit begann, gegen islamistische Rebellen und Al-Kaida zugehörige Extremisten militärisch vorzugehen, stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dieser Konflikt für Europa hat und welchen Beitrag Deutschland jetzt in Mali und bei Krisen in der Region leisten könnte.

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Beim zweiten „Außenpolitischen Gesprächskreis“ des Jahres sprach darüber Andreas Erlecke, Leiter des Institute For European African Dialogue (IFEAD).

Ein Konflikt in Mali, einem großen Land mit einer Regierung, der jegliche parlamentarische Kontrolle fehlt, war nach den Konflikten in Libyen und Ägypten „absehbar“, sagte Andreas Erlecke.

Mit dem Ende der französischen Kolonialzeit in Westafrika 1960 sei das Siedlungsgebiet der Tuareg zwischen Mali, Niger, Algerien, Libyen und Burkina Faso aufgeteilt worden. Nicht in die Gesellschaft integriert wendeten sie sich mit der Zeit dem Kampf zu.

Lange galt Mali als ein demokratischer Musterstaat Afrikas. Heute kann man von einem Rechtsstaat nicht mehr sprechen, so Erlecke. Ein weiteres Problem seien die enormen Gewinne aus dem Drogenhandel. Aus Südamerika über Westafrika käme Kokain in Milliardenwert nach Europa und die malischen Behörden unternähmen nichts dagegen. „Wahrscheinlich weil vermutlich einige Politiker und Militärs mitverdienen und enge Beziehungen zu den Drogenhändlern haben“, so Erlecke.

Deutschland reagiere bei alle diesen Punkten, sowie dem Flüchtlingsproblem und der Frage, ob die Scharia eingeführt werden solle, zurückhaltend. Fällt Mali, bestehe jedoch die Gefahr, dass die gesamte Region destabilisiert werde, fürchtet Erlecke. Ein Land, das so reich an Öl-, Gas- und Goldvorkommen ist, könnte so zu einem wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Problem werden.

Deutschland habe als erstes Land Mali anerkannt und sei nun moralisch verpflichtet, das Land zu beschützen – das sei die Erwartungshaltung vieler vor Ort, berichtete Erlecke. Es müsse ja keine militärische Hilfe in Form von Kampftruppen sein. „Deutschland könnte beim Aufbau neuer Kommando-Strukturen, Sanitätsausbildung oder Infrastruktur helfen. Hilfe leisten könnte Deutschland beim Aufbau eines Justizsystems. Deutschland solle auch den Wiederaufbau und die Verbesserung der Infrastruktur Malis unterstützen.

Hilfe erwarte Mali auch bei der Durchführung eines nationalen Dialogs, der zur Versöhnung innerhalb der Bevölkerung beitragen könnte.

Wichtig ist nach Ansicht Erleckes auch eine Unterstützung der in Mali bevorstehenden Wahlen.

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