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Wahlkampfexperte sagt enges Rennen zwischen Romney/Perry und Obama voraus

Es ist die Zeit der Auguren und Wahrsager: Der republikanische Wahlkampfberater Kevin Shuvalov verlässt sich lieber auf seine jahrzehntelange politische Erfahrung, wenn es um eine Prognose geht, wer von republikanischer Seite in das Rennen gegen Amtsinhaber Barack Obama um das Weiße Haus geht.

Derzeit bewerben sich acht Männer und eine Frau um die Kandidatur. Laut aktuellen Umfragen führt der texanische Gouverneur Rick Perry mit 29 Prozent in der Wählergunst. Noch bis vor wenigen Wochen lag er deutlich hinter dem ehemaligen Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts Mitt Romney, der jetzt mit 23 Prozent auf Platz zwei landen würde. Die Kurven der anderen Kandidaten kommen selten über die zehn Prozent Marke hinaus. Für Michele Bachmann, im Mai noch gefeierte Senkrechtstarterin, könnte also schon bald Schluss ein. Spätestens wohl aber am 6. Februar 2012. Dann beginnen mit der Urwahl in Iowa die Vorwahlen der republikanischen Partei. Wer hier nicht über sechs Prozentpunkte hinauskommt, kann seine Hoffnungen auf das Weiße Haus begraben. Nach diesem Termin wird sich das Bewerberfeld lichten.

In medias res dürfte es dann Anfang März gehen. Am Super Tuesday finden Vorwahlen in 14 Staaten, darunter Florida statt. Der „sunshine-state“ gilt seit jeher als entscheidende Bewährungsprobe. Präsident Obama kann nur hoffen, dass es dann zu einer Entscheidung kommt und sein Herausforderer feststeht. Alles andere, so Shuvalov wäre schlecht für Obama, da die Republikaner andernfalls weiterhin die öffentliche Diskussion und Berichterstattung dominieren würden.

Wichtiges Wahlkampfthema: Jobs

Das dürfte derzeit aber die geringste Sorge von Obama sein. Shuvalov zitierte aus einer Umfrage des Wall Street Journals, wonach nur noch 25 Prozent der Amerikaner daran glauben, dass Obamas politischen Konzepte helfen, die wirtschaftliche Situation der USA zu verbessern. Rund fünfzig Prozent fürchten sich vor einer erneuten Rezession. Die Stimmung im Land sei derzeit folgerichtig geprägt von „Angst und Ärger“, wie Shuvalov berichtete. Die Menschen würden sich nach jemanden sehnen, der anpackt und die Probleme löse.

Tea Party: "Zeiterscheinung"

Ein optimaler Nährboden für so radikale Ideen und Ansichten wie sie die Tea Party vertritt. Für Shuvalov ist die Nicht-Partei ein „Ausdruck der Gefühlslage unserer Zeit“. Er ist sich aber sicher, dass es sich um ein temporäres Phänomen handelt: „Es wird vorüber gehen, wie alle kleinen Dinge, etwa die soccer mums.“

Doch auch wenn es scheint, dass Obama viel an Strahlkraft und Zustimmung verloren hat, Shuvalov erwartet am Wahltag, dem 6. November 2012, ein sehr enges finales Rennen. Dies hat zum einen mit dem Bonus des Amtsinhabers zu tun. Die Mehrheit aller amerikanischen Präsidenten ist wiedergewählt worden. Zum anderen werde Obama, wenn der Wahlkampf erst einmal begonnen habe, viele jetzt verlorene Stimmen aus der Mittelschicht, bei den Weißen und den Hispanics wieder zurückholen. Und schließlich seien Ergebnisse wie etwa 1984 als es Ronald Reagan gelang alle bis auf einen Bundesstaat zu gewinnen, passe. „Wir sind eine 50-50-Nation“, so Shuvalov. „Wir werden auch 2012 wieder ein sehr enges Ergebnis bekommen.“

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