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Demokratie lernen

Zum aktuellen Wandel der Demokratie-Forschung in der MENA-Region
Die Tagung, auf der die Studien dieses Bandes zuerst vorgetragen und diskutiert wurden, setzte sich intensiv mit der aktuellen Demokratieforschung mit Blick auf die MENA-Region auseinander. Welche Veränderungen wurden durch den vermeintlichen "Arabischen Frühling" angestoßen? Welche Transformationsprozesse lassen sich insbesondere in Forschung und Lehre erkennen? Und inwiefern könnte man sogar von einem "Paradigmenwechsel" sprechen?

Über diese Fragen sollte eine akademische Auseinandersetzung und Neupositionierung angestoßen werden. Trotz einer Vielzahl neuer Forschungsthemen stimmten die Teilnehmer allerdings weitgehend darin überein, dass es noch zu früh sei, von einem "paradigmatischen Wandel" zu sprechen. Das Gefüge der akademischen Institutionen lässt in fast allen Staaten der Region weder in der Forschung noch in der Lehre einen nachhaltigen Wandel erkennen. Obwohl es auf der faktischen, politischen Entscheidungsebene sehr wohl zu deutlichen Veränderungen gekommen ist, haben diese nur in Ausnahmefällen in den Lehrplänen Berücksichtigung gefunden. Positiv gewendet lässt sich jedoch auch erkennen, dass Forschungsprojekte aus dem internationalen Raum sehr wohl Beachtung finden, so dass es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass diese Interessen zunehmend die Entwicklungen in der MENA-Region mit einbeziehen. Der vorliegende Band kann dazu beitragen, dass mehr Demokratie nicht nur zu lernen, sondern auch zu lehren in mehr und mehr Lehrpläne Einzug finden wird.