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NDCs: Was bedeutet dies für lateinamerikanische Mega-Cities?

von Sergio Margulis , Susan Seehusen , Gabriella Lattari
Workshop und Fallstudie über die Bedeutung der nationalen Klimabeiträge (NDCs) für lateinamerikanische Großstädte
Das Projekt konzentrierte sich auf die lateinamerikanischen Großstädte: Rio de Janeiro (Brasilien), Mexiko City (Mexiko), Buenos Aires (Argentinien) und Lima (Peru). In jeder dieser Städte fand im Laufe des Projektes ein lokaler Workshop statt, gefolgt von einem abschließenden Workshop in Rio de Janeiro, der noch einmal alle Delegierte der vier Städte und Länder zusammenbrachte.

Die nationalen Klimabeiträge (engl. Nationally Determined Contributions, NDCs) bildeten das Herzstück des Pariser Klimabkommens. Durch sie formulierten die Vertragsstaaten ihre Emissionsminderungs-und Anpassungsziele bis zum Jahr 2030 vor dem Hintergrund des Gesamtziels des Pariser Abkommens, nämlich der Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 2 °Grad.

Die einzelnen Strategien und Lösungsansätze zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen unterscheiden sich hierbei von Land zu Land und wurden zumeist auf Bundesebene entwickelt, während die Rolle der Landesregierungen und Kommunalverwaltungen nur in seltenen Fällen über eine Beratungsfunktion hinausging. Dies ist zunächst auch naheliegend, da ein Großteil der nationalen Treibhausgas-Emissionen in den Verantwortungsbereich des Bundes fällt. Hierzu gehören zum Beispiel der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix und die Agrarpolitik.

Nichtsdestotrotz wird hierbei oft vergessen, dass auch die Länder und Kommunen ihren Anteil zur Verringerung (oder Steigerung) nationaler Treibhausgas-Emissionen beitragen. So entwickeln sie nicht nur regelmäßig kommunale Klimaschutz- Aktionspläne, sondern sind darüber hinaus auch für grundlegende Infrastruktur wie die städtische Wasserversorgung, den öffentlichen Nahverkehr und die Abfallentsorgung verantwortlich. Mehr als die Hälfte der Welt Bevölkerung lebt heutzutage in Städten, wodurch auf sie über 70 % des weltweiten Energieverbrauchs entfallen.

Gerade in Lateinamerika wird die Bedeutung der Städte im Kontext der NDCs besonders deutlich, da hier der Anteil sogar der in Städten lebenden Bevölkerung sogar bei über 80% liegt. Die Workshops und die Fallstudie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Dialog zwischen den im Rahmen der Fallstudie behandelten Mega-Cities und den nationalen Regierungen auszubauen und zu fördern. Hierbei sollen einerseits Synergien in Bezug auf kommunale und nationale Initiativen zum Klimaschutz entdeckt und weiterentwickelt werden und anderseits soll auf das große Potenzial der Städte verwiesen werden, die nationalen Anstrengungen zum Klimaschutz mit Erfahrung und Innovationen zu unterstützen. Eine solche Kooperation ist auch notwendig, um die Herausforderungen des Pariser Abkommens bewältigen zu können.

Die Fallstudie zum Thema „NDCs: Was bedeutet dies für lateinamerikanische Mega-Cities?“ steht oben zum Download bereit.

Ansprechpartner

Karina Marzano Franco

Karina Marzano Franco bild

Projektkoordinatorin

Karina.Marzano@kas.de +55 21 2220 5441 +55 21 2220 5448
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