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Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und Standortwettbewerb

Die internationalen Wissenschaftstagung „Internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und Standortwettbewerb“, wurde in Kooperation mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – acatech durchgeführt. Es wurde dabei vor allem den Fragen nachgegangen, welche Herausforderungen im globalen Wettbewerb der Forschungsstandorte zu bewältigen sind und wie die internationale Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung verbessert werden kann.

Die Tagung gliederte sich in vier Tagungseinheiten:

1. Aktuelle Veränderungen und Dynamiken in der internationalen F&E-Landschaft;

2. Internationalisierungsstrategien in Wissenschaft und Wirtschaft;

3. Innovationsstrategien in internationaler Perspektive;

4. Global Challenges and Global Cooperation – Welche Rolle spielt die Gesellschaft?

Die Investitionen in Wissenschaft und Forschung steigen weltweit stark an. Dies gilt nicht nur für die entwickelten Länder, sondern ebenso für Länder mit nachholendem Entwicklungsbedarf. Innerhalb der OECD-Länder spielen Wissenschaft, Forschung und Technologie erwartungsgemäß eine sehr große Rolle. Deutschland steht beispielhaft für diese Entwicklung: In den letzten Jahren haben die F&E-Ausgaben fast 3 Prozent des BIP erreicht; auch in die Bildung wird immer mehr investiert; die Akademikerquote steigt rapide an. Eher unerwartet ist dagegen der Befund, dass die F&E-Zuwächse in Nicht-OECD-Länder vergleichsweise noch größer sind. Auch wenn das Niveau von F&E in diesen Ländern noch verhältnismäßig niedrig ist, wird deutlich, dass viele Länder die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen, die mit Forschung verbunden sind, erkannt haben und versuchen, diesen Bereich besonders zu stärken.

Zu den aufstrebenden Schwellenländern gehören z. B. China, Indien und die Türkei. In wenigen Jahren wird China die USA als weltweit führende Wissenschaftsnation etwa im Hinblick auf die Anzahl der wissenschaftlichen Publikationen und den Zitationsindex überholen. In Süd- und Mittelamerika sind besonders Brasilien und Mexiko hervorzuheben, in Afrika besonders Südafrika und Ägypten. Im Hinblick auf diesen globalen Trend ist ein zweiter Befund bemerkenswert: Die Anzahl und die Bedeutung von internationalen Forschungskooperationen nimmt weiter zu. Globale Probleme (z. B. Klima, Energie, Ernährung, Epidemien etc.) brauchen offensichtlich globale Lösungsstrategien. Darüber hinaus verbessert die internationale Zusammenarbeit die Effizienz und trägt für die einzelnen Länder zur Kostensenkung der zunehmend aufwendigen Forschungsprojekte bei.

Die Einsicht, dass „wissenschaftliches Wissen“ entscheidend zur gesellschaftlichen Entwicklung und zum Wohlstand beiträgt, setzt sich zunehmend weltweit durch. Der aktuelle Trend der wachsenden F&E-Intensitäten ist zu begrüßen und muss weiter gefördert werden. Die Sättigungstendenzen einiger Industriegesellschaft sind dagegen eine kontraproduktive Entwicklung, der es entgegenzusteuern gilt. Sowohl die innovierende Industrie als auch die akademische Wissenschaft sind auf geeignete politische Rahmenbedingungen angewiesen. Dies betrifft nicht nur die klassischen Felder der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspolitik, sondern auch die Wirtschafts- und Innovationspolitik sowie zunehmend die Außen- und Entwicklungshilfepolitik. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass F&E kein „wissenschaftsinternes Thema“, sondern ein zutiefst politisches ist.

Die Internationalisierungsstrategien fallen naturgemäß sehr unterschiedlich aus: Die Industrie- und Schwellenländer verfolgen Strategien zur Sicherung der Wettbewerbsvorteile im globalen Standortwettbewerb. Die Länder mit einem bisher niedrigeren Entwicklungsstand versuchen über internationale Partnerschaften die tertiäre Bildung und die Qualität der Forschung zu verbessern, um am globalen Wohlstand stärker partizipieren zu können; obwohl sie sich z.T. noch auf einem relativ niedrigen technologischen Niveau befinden, sind ihre qualitätsorientierten Ansätze zum Ausbau von Hochschulen und zum Aufbau technologischer Industrien unverkennbar. Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftspolitik erhalten vor diesem Hintergrund eine wachsende Bedeutung in der internationalen Zusammenarbeit zwischen höher und geringer entwickelten Ländern.

Ähnlich große Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Innovationsstrategien: Während Länder mit nachholendem Entwicklungsbedarf die Grundlagen für Innovationen erst noch schaffen müssen, differenzieren sich die Innovationssysteme in bereits etablierten Schwellenländern und in Industrieländern zunehmend aus, und zwar sowohlhinsichtlich des Hochschul- und Wissenschaftssystems als auch der F&E-intensiven Unternehmen, die besondere Erwartungen an ihre Unternehmensstandorte stellen.

Ein Überblick

"Jeder dritte Student war während seines Studiums im Ausland“ - Tag 1

„Wissenschaften müssen eigene internationale Strategien entwickeln“ - Tag 2

„Der humane Fortschritt ist abhängig von der Wissenschaft“ - Tag 3

Event Reports
January 16, 2015
Tag 1: "Jeder dritte Student war während seines Studiums im Ausland“
Event Reports
January 16, 2015
Tag 2: „Wissenschaften müssen eigene internationale Strategien entwickeln“
Event Reports
January 16, 2015
Tag 3: „Der humane Fortschritt ist abhängig von der Wissenschaft“

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