Machtvakuum belastet Tunesien

Interview mit Dr. Hardy Ostry, Teamleiter Afrika und Naher Osten

Hardy Ostry, Teamleiter Afrika und Naher Osten bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, hält das Machtvakuum für eine große politische Gefahr für Tunesien. Es sei fraglich, ob die nach wie vor vorhandene Partei für einen Neuanfang stehen könne, sagte Ostry am Sonntag im Deutschlandradio Kultur. Er glaubt jedoch, dass das Land in der Lage sei, einen Neuanfang zu wagen. Allerdings brauche es dafür Zeit. Zeit, die vor allem Interimpräsident Foued Mbazaa brauchen wird, den Ostry grundsätzlich zutraut, „alle an einen Tisch“ zu bringen und relativ schnell eine Regierung zu bilden. Nicht nur aufgrund verankerter Grundrechte, sondern auch wegen der Eliten im Land, des hohen Bildungsgrades der Tunesier und der Verantwortung, die viele jetzt zeigen würden, kann Ostry sich vorstellen, dass es zu einer echten Demokratisierung Tunesiens kommen kann.

Ein Überspringen der Unruhen auf die benachbarten Länder hält Ostry für unwahrscheinlich. „Es wird regional kein Zündeln geben“, so Ostry. Er empfiehlt, die Länder des Maghrebs einzeln zu analysieren. Derzeit sieht er „keine prinzipielle Gefahr“ für alle Staaten der Region.

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