McAllister, David

Jurist, Ministerpräsident, mdEP, * 12.01.1971 Berlin (West), evangelisch

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1986 JU, 1988 CDU, 1989 Abitur, 1989–1991 Zeitsoldat, 1991–1994 Kreisvorsitzender der JU Cuxhaven, 1991–1996 Studium der Rechtswissenschaften in Hannover, 1996 1. juristisches Staatsexamen, 1996–2002 Mitglied des Rates des Fleckens Bad Bederkesa, 1996–2010 Mitglied des Kreistages Cuxhaven, 1998 2. juristisches Staatsexamen, 1998 Rechtsanwalt, seit 1998 MdL Niedersachsen, 2001–2002 Bürgermeister des Fleckens Bad Bederkesa, 2002–2003 Generalsekretär der CDU Niedersachsen, 2003–2010 Fraktionsvorsitzender der CDU im Niedersächsischen Landtag, seit 2008 CDU-Vorsitzender in Niedersachen, 2010-2013 Ministerpräsident von Niedersachsen, seit 2014 MdEP.

Als David McAllister am 1. Juli 2010 zum niedersächsischen Ministerpräsidenten gewählt wird, ist das der vorläufige Höhepunkt seiner steilen Karriere. Bereits als Kind interessiert er sich für Politik und ahmt Reden von Franz Josef Strauß nach. Die ersten elf Lebensjahre verbringt er in seiner Geburtsstadt Berlin und nimmt so auch die deutsche Teilung wahr. Sein Vater, schottischer Weltkriegsveteran aus Glasgow, arbeitet als Zivilbeamter bei den britischen Streitkräften, seine deutsche Mutter ist Lehrerin. Nach der Pensionierung des Vaters zieht die Familie ins ländliche Niedersachsen, wo McAllisters politische Laufbahn beginnt und er bis heute regional verwurzelt ist. Den CDU-Beitritt lässt er sich von seinen Eltern zum Geburtstag schenken, da er anfangs noch nicht die Mitgliedsbeiträge zahlen kann. Nach einigen kommunalpolitischen Funktionen wird er 1998 Landtagsabgeordneter und macht durch seine Qualitäten als angriffslustiger und rhetorisch gewandter Redner auf sich aufmerksam. Landesvorsitzender Christian Wulff ernennt den Senkrechtstarter mit den schottischen Wurzeln 2002 zum Generalsekretär. Dank des von McAllister erfolgreich organisierten Landtagswahlkampfes wird Wulff 2003 neuer Ministerpräsident, während McAllister ihm im Amt des Fraktionsvorsitzenden nachfolgt. An der Spitze der Fraktion gelingt es ihm, einerseits parteiinterne Flügelkämpfe zu verhindern, andererseits Wulff politisch den Rücken freizuhalten. Mit dem Ministerpräsidenten verbinden McAllister die gemeinsamen liberal-konservativen Grundüberzeugungen, auch wenn McAllisters energische Persönlichkeit, sein vergleichsweise forscher Politikstil und seine volkstümliche Art ihn deutlich von seinem Mentor abheben. Die von Angela Merkel angebotene Möglichkeit, Generalsekretär der Bundes-CDU zu werden, lehnt der überzeugte Landespolitiker ab. Als Wulff 2010 zum Bundespräsidenten gewählt wird, steht McAllister als designierter Nachfolger fest. Bereits 2008 hatte Wulff den Landesvorsitz für ihn freigemacht. Damit wird der gelernte Jurist, der über die deutsche und britische Staatsangehörigkeit verfügt, zum jüngsten Landesvater in der Geschichte Niedersachsens. Bei der Landtagswahl am 20. Januar 2013 bleibt die CDU unter McAllisters Führung zwar stärkste Partei, das Regierungslager von CDU und FDP unterliegt jedoch knapp der bisherigen Opposition von SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Bis März 2014 nimmt McAllister sein Abgeordnetenmandat wahr, zieht anschließend als Spitzenkandidat der CDU in den Europawahlkampf und ist seit dem 1. Juli 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments.

Tim B. Peters