Workshop

Schule der Christdemokratie

Das erste Treffen
Am Samstag, den 26. März fand das erste Seminar im Rahmen des Projektes Schule der christlichen Demokratie statt, das die Konrad- Adenauer-Stiftung zusammen mit der Bewegung der christlichen Demokraten Serbiens und dem Zentrum für interdisziplinäre

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Religionsstudien und politische Theologie organisiert hat.

Die Teilnehmer wurden auf einem Ausschreiben ausgewählt, dass die Organisatoren Anfang März veröffentlicht hatten und dass ein großes Interesse hervorgerufen hat, nicht nur in Serbien sondern auch in anderen Ländern der Region.

Herr Vladimir Marjanovic, Vertreter der Bewegung der christlichen Ddemokraten Serbiens (PHDS) hat die Teilnehmer über die Arbeit der Bewegung PHDS informiert und betonte, dass eines der Ziele dieser Schule ein Informationsangebot über die Eigenschaften der christlichen Demokratie sei.

Den Vortrag, der am Vormittag stattfand „Christliche Demokratie als eine Form des politischen Konservativismus“ hielt Dr. Misa Djurkovic aus dem Zentrum für konservative Studien. Herr Djurkovic sprach über die Geschichte dieser Idee und den Platz, die sie in der konservativen Tradition einnimmt. Seinen Vortrag eröffnete er mit der Erläuterung der gesellschaftlich-historischen Umstände, die zu der Entstehung der christlichen Demokratie geführt haben. Besonders interessant war sein analytischer und kritischer Rückblick auf die Rolle der römisch-katholischen Kirche in der europäischen Gesellschaft in der Zeit vor und nach der französischen Revolution, beginnend mit der Ablehnung der modernen Tendenzen und der demokratischen Staatseinrichtung bis hin zu der Akzeptanz der „modernen Welt“. Gerade in diesen Umständen entstand die christliche Demokratie, deren historische Entwicklung in diesem Vortrag dargelegt wurde, seit ihren Vorgängen von Lamne und Montalamber über die päpst-lichen Enzykliken bis hin zu den modernen christlich-demokratischen Gründern der Europäischen Union Alcide de Gasperi, Robert Schuman und Konrad Adenauer. Dieser Diskurs hat in einem überwiegend orthodoxen Land als Thema eine große Bedeutung, weil die Rolle der Kirche in der Gesellschaft sowie von den Angehörigen der Kirche nicht richtig verstanden wird. Der Grund hierfür liegt bestimmt in einem jahrzehntelangen Verdrängen der Kirche an den Rand der Gesellschaft und die Konsequenzen dessen sind, wie manche Theoretiker behaupten, oft gestellte Fragen, die von gebildeten Menschen kommen, warum die Kirche überhaupt ein Interesse hat, in wichtigen Institutionen, wie Schulen, Krankenhäusern, den Streitkräften, präsent zu sein.

Nach dem anschaulichem Vortrag, der von einer entsprechenden Präsentation unterstützt wurde (die Präsentation ist am Link http://www.pokret-hriscanskih-demokrata.org/article/materijali-sa-prve-sesije-skole-hriscanske-demokratije-2011

zu finden), kam es zu einer dynamischen Diskussion über die Möglichkeiten der konservativen Ideen in Serbien, über die Position der rechtsorientierten Parteien an der politischen Bühne in Serbien wie auch über Fragen und Lösungen, die sie anzubieten haben. Die Moderatorin des ersten Teils war Frau Gordana Pilipovic, die auf die eventuelle Radikalisierung der Ideen der rechtsorientierten Parteien in Serbien verwies und damit ein neues Thema für die Diskussion eröffnete. Die Teilnehmer stellten weitere Fragen, die sich hauptsächlich an Informationen über verschiedene konservative und rechtsorientierte Ideologien konzentrierten und die ganze Gruppe suchte gemeinsamen nach den Antworten im Rahmen einer Diskussion.

Am Nachmittag hielt Herr Leo van Duisburg, der Hauptvertreter der Europäischen christlichen politischen Bewegung, seinen Vortrag „Entwicklung der christlich-demokratischen Werte in (Süd-) und Osteuropa: Möglichkeiten und Herausforderungen“. Er eröffnete seine Darlegung mit Informationen über die Arbeit dieser politischen Bewegung und sagte, seine Vision sei die Verbreitung der christlich-demokratischen Ideen und Prinzipien in Europa, die Promotion der christlich-sozialen Lösungen für moderne Probleme an verschiedenen politischen Ebenen in Europa, die Affirmation des Friedens und der Gerechtigkeit und das Bewußtsein über eine nachhaltige Entwicklung in Europa und der ganzen Welt.

Danach hat er die Aktivitäten der Bewegung seit dem Entstehen in 2005 bis heute vorgestellt, einschließlich aller Kongresse und Konferenzen, die in Europa stattgefunden haben. Im Laufe seines Vortrags fragte Herr Disburg die Teilnehmer des Seminars: „Was sind die wichtigsten christlich-demokratischen Prinzipien?“ Junge und ausgebildete Aktivisten verschiedener politischer Parteien und regierungsunabhängiger Organisationen verschiedener Bildungsprofile zeigten große Kenntnisse über die Grundwerte der christlichen Demokratie. Der Vortrag bezog sich dann auf die unterschiedliche Einstellung der Regierung, des Staates und der Zivilgesellschaft im System des heutigen Rußlands, und darauf wie diese Einstellungen von der christlichen Demokratie durch die sog. Sphärensouverenität gesehen werden. Dies hat zusätzliches Interesse der Teilnehmer hervorgerufen, was zu Fragen über die Rolle und die Bedeutung der Zivilgesellschaft in der Entwicklung der Demokratie führte (der Vortrag befindet sich auf http://www.pokret-hriscanskih-demokra-ta.org/sites/default/files/leo_van_doesburg_25_3_2011.ppt).

Herr van Duisburg hat den Möglichkeiten und Herausforderungen der christlichen Demokratie in den Ländern des Ost- und Südosteuropas besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Er sprach über viele Beispiele der Entwicklung christdemokratischer Parteien in Rumänien, Georgien, der Ukraine, Moldawien, Weißrußland und in anderen ehemaligen sozialistischer Staaten. Als jemand, der in der Arbeit mit Parteien und regierungsunabhängigen Organisationen dieser Ausrichtung große Erfahrung hat, hat Herr van Duisburg auf die Möglichkeiten und zwar Herausforderungen für die Entwicklung der christlichen De-mokratie in Serbien hingewiesen. Die Teilnehmer haben die soziale Marktwirtschaft als eine wichtige Chance für die Entwicklung nicht nur der christlich-demokratischen Idee sondern auch der serbischen Gesellschaft hervorgehoben. Abschließend wurden Fragen in Bezug auf die Bioethik gestellt, auf die Herr Duisburg geanwortet hat, dass er „als Christ nicht gegen das Leben (Abtreibungen, Sterbehilfe..) sondern für den Schutz des Lebens, der Familienwerte und der Rechte des ungeborenen Kindes sei.“

Die Teilnehmer werden die Gelegenheit haben über alle relevante Themen in Zusammenhang mit den Ideen und Werten der christlichen Demokratie mit ihren Kollegen in einem Forum zu diskutieren. Das Forum ist auf der Internetseite der christlichen Demokraten Serbiens zu finden. Zugang zu dem Forum werden alle haben, die sich für die Schule der christlichen Demokratie beworben haben.

Da wir drei Mal so viele Bewerbungen für diese Schule hatten, als für das Seminar vorgesehen war, können wir feststellen, dass das Interesse für dieses Thema viel größer ist als wir vermuten konnten. Das kann man leider über einige politische Parteien, die behaupten europäische konservativen Parteien zu sein, nicht sagen. Die Organisatoren sind mit den Teilnehmern zufrieden und erwarten, dass die Diskussion am Forum weitergeführt wird. Die Seminare werden in Zukunft fortge-setzt werden.

Das nächste Treffen findet am 07. Mai in der Räumen der Konrad Adenauer Stiftung statt. Das Thema dieses Treffens lautet: „Die christlich-demokratische Idee aus dem Blick des Christentums.“

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Veranstaltungsort

Belgrad

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Jelena Jablanov Maksimović

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