Fachkonferenz

Sicherheit und Zusammenarbeit am Golf

Historische Studienfahrt Berlin – Kreisau – Niederschlesien

Mitte Juni begaben sich 90 Schülerinnen und Schüler auf eine historische Spurensuche. Im polnischen Kreisau beschäftigten sie sich mit der deutsch-polnischen Vergangenheit, in Berlin stand die deutsch- deutsche Geschichte auf der Tagesordnung.

Details

Nach einer langen Busfahrt erreichte die Gruppe am ersten Tag die internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau. Dominik Kretschmann, Mitarbeiter der Stiftung Kreisau, führte die SchülerInnen über das Gelände des ehemaligen Gutes der Familie Moltke. Hierbei ging er auf die Geschichte des historischen Ortes ein, das seit 1998 eine deutsch-polnische Begegnusstätte ist.

Der Kreisauer Kreis

Der darauffolgende Tag war der Geschichte des Widerstandes gegen totalitäre Systeme gewidmet. Dazu wurden die TeilnehmerInnen in zwei Gruppen aufgeteilt.

Inhaltlich ging es zum einen um den Kreisauer Kreis, der sich zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus gründete. Ziel war der Aufbau einer rechtsstaatlichen Demokratie nach einem Staatsstreich und einer militärischen Niederlage Deutschland. Dazu fanden sich Adel, Katholiken, Protestanten und Sozialdemokraten unter den Gründern Peter York Graf von Wartenburg und Helmuth James Graf von Moltke zusammen. Der Rundgang über den Kapellenweg und der Besuch des Berghauses vertieften die historische Bedeutung des Ortes.

Widerstand in Polen

Zum anderen ging es um den Widerstand gegen den Kommunismus in Polen nach 1945. Dazu bearbeiteten die SchülerInnen in Gruppenarbeit verschiedene Aspekte und Ereignisse des polnischen Widerstandes. Die historische Bedeutung der Solidarnosc und die Stellung des polnischen Papstes Johannes Paul II beim Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa wurden erfahrbar.

Abends erfolgte eine Lesung aus den Briefen von Helmuth James von Moltke und seiner Frau Freya aus den Jahren 1944-45. Die SchülerInnen zeigten sich ergriffen von dem Briefwechsel, der die Grauen dieser Zeit sehr gut darstellte.

Am Morgen des dritten Tages wurden die SchülerInnen in drei Gruppen aufgeteilt.

Die erste Gruppe säuberte und pflegte den Friedhof auf dem Kapellenberg in unmittelbarer nähe des Tagungshauses, auf dem Mitglieder der Familie von Moltke begraben sind.

Die zweite Gruppe bereitete eine Stadtführung durch Breslau für den folgenden Tag vor.

Die dritte Gruppe befasste sich mit dem Thema Umsiedlung und Vertreibung in Deutschland und Polen.

Der deutsch-polnische Aussöhnungsprozess - Gespräch mit einem Zeitzeugen

Am Nachmittag stand Winfried Lipscher als Zeitzeuge und Referent zur Verfügung. Der ehemalige Diplomat wurde in Ostpreußen geboren und siedelte 1957 von Polen nach Westdeutschland um. Sein Lebensmotto „Heimat des Menschen ist der andere Mensch“ wurde zum Sinnbild für sein Heimatgefühl als Europäer. Die SchülerInnen stellten verschiedene Fragen zur Bedeutung von Umsiedlung und Vertreibung im 20. Jahrhundert.

Im zweiten Teil seiner Ausführungen ging es um den Aussöhnungsprozess zwischen Deutschland und Polen, das mit dem Brief der polnischen Bischöfe an die deutschen Amtsbrüder 1965 begann. Weitere Ereignisse waren die Papstwahl von Johannes Paul II sowie die Kreisauer Versöhnungsmesse im November 1989.

Niederschlesiens wechselvolle Geschichte

Der letzte Tag in Polen stand für eine Exkursion nach Schweidnitz und Breslau zur Verfügung.

Zunächst besichtigte die Gruppe die evangelische Friedenskirche in Schweidnitz. Im sogenannten „Westfälischen Frieden“ von 1648 wurde Kaiser Ferdinand durch Schweden verpflichtet, im Erbfürstentum Schweidnitz eine Friedenskirche zu errichten. Die Habsburger sahen damit nicht die konfessionelle Gleichstellung der Protestanten gegenüber den Katholiken, sondern als einen erzwungen Akt der Duldung.

Die Fahrt ging weiter nach Breslau, dem heutigen Wroclaw . Die Stadtführung begann auf der Dominsel, dem ältesten Stadtteil. Auf ihr befindet sich auch die Domkirche. Es folgte das Rathaus, das zu den schönsten spätgotischen Bauwerken in Mitteleuropa gehört. Das heutige Wroclaw gehört seit 1945 zu Polen, vorher war es für 200 Jahre preußisch. Bis 1740 war es Bestandteil von Österreich. Die Führung wurde von den SchülerInnen selbst vorgenommen.

Nach einer kurzen Zwischenauswertung des Seminars ging es für die Gruppe nach Berlin. In den folgenden vier Tagen erfuhren die SchülerInnen bei Besuchen im Bundestag, Zeitzeugengesprächen und Gedenkstätten viel über die deutsch-deutsche Vergangenheit.

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