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X. Eichholzer Sportforum: Brauchen wir Goldmedaillen?

Sport und Sportler im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Leistungssteigerung durch Doping
Die Olympischen Spiele in Peking waren ein großes Festdes Sports. Sie haben aber auch erneut ein Fragezeichenin Bezug auf die Grundüberzeugung des Baron de Coubertingesetzt, dass Dabei sein alles ist.

Details

Die Erwartungen an die Sportler, ob in Richtung Kommerzialisierung oder persönliche Vermarktung, nehmen zu. Der offiziell schon einmal abgeschaffte Medaillenspiegel wird von vielen zum Gradmesser des Erfolges, nicht nur der Athleten, sondern auch der Nationen hochstilisiert. Da kann es nicht verwundern, dass während und nach den Spielen immer wieder die Diskussion über Doping aufgebrochen ist. Um dem Erfolgsdruck gerecht zu werden, erliegen einzelne Sportler der Versuchung, verbotene, Leistung steigernde Stimulanzien zu verwenden, obwohl sie ein hohes, nicht nur gesundheitliches Risiko eingehen. Die Methoden der Dopingfahnder haben sich – und auch das haben die Spiele gezeigt – zwar zunehmend verfeinert; die Chance, Doping aufzudecken nimmt immer mehr zu. Offen bleibt trotzdem die Frage, in wie weit alle Stimulanzien überhaupt nachgewiesen werden können. Somit bleibt ein unbestimmtes Gefühl, dass ein Grundprinzip jedes sportlichen Vergleichs mehr und mehr außer Kraft gesetzt werden könnte: die Fairness.

Das Sportforum will die Dopingproblematik sowohl von der sportlichen als auch von der politischen, medizinischen,

ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung her aufgreifen und einen Ausblick in die Zukunft geben. Darüber

hinaus soll auch der Aspekt der Funktion von Sport in der Politik – von der Völkerverständigung bis zu seiner Instrumentalisierung – behandelt werden.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung übernimmt gesellschaftliche Vermittlerfunktionen und initiiert und fördert den Dialog zwischen Verantwortlichen aus Politik, Verbänden, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien. So auch im Sport. Bereits Mitte der 70er Jahre trafen sich erstmals Vertreter aus Sport, Politik und Wissenschaft in Schloss Eichholz, dem Gründungsort der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Eichholzer Sportforum erwies sich als ein ideales Format für einen offenen Dialog und Gedankenaustausch. Alle Beteiligten waren sich einig, sich auch zukünftig immer wieder in Eichholz zu treffen, um aktuelle sportpolitische Fragen zu diskutieren. Von den dann folgenden Sportforen gingen immer wieder wichtige Impulse zur gesellschaftlichen Rolle des Sports in Deutschland aus. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gab die Konrad-Adenauer-Stiftung dem Eichholzer Sportforum eine besondere Bedeutung. Die Konrad-Adenauer-Stiftung wollte mit dem Eichholzer Sportforum den Verständigungs- und Einigungsprozess zwischen den sich nun zusammenschließenden Sportverbänden aus der alten Bundesrepublik Deutschland sowie der DDR unterstützen und fördern. Das erste gemeinsame Sportforum fand am 16. und 17. Oktober 1990 statt, das Thema lautete „Die Zukunft des Sports im vereinten Deutschland”. Mit diesem Sportforum wurde auch die Tradition begründet, die Sportforen numerisch auszuweisen. Das diesjährige ist das Zehnte.|2008 findet das Sportforum in der traditionsreichen Sportstadt Leipzig statt.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

14.00 - 16.00 Uhr

Begrüßung

Anton Pfeifer, Staatsminister a.D. | Stellvertretender Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung

DOPING UND DIE VERANTWORTUNG DES STAATES

Dr. Christoph Bergner, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren

anschließend Diskussion

16.30 - 18.00 Uhr

SIND SPITZENLEISTUNGEN AUCH OHNE DOPING MÖGLICH?

Podiumsdiskussion

  • Prof. Dr. Joachim Mester, Leiter des Instituts für Trainingswissenschaft an der Sporthochschule Köln
  • Prof. Dr. Rudhard Klaus Müller, Vorstandsmitglied der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA)
  • Dr. Jürgen Wick, Fachbereichsleiter Ausdauersportarten am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig
  • Lena Schöneborn, Olympia-Siegerin 2008 im Modernen Fünfkampf
  • Marc Huster, Leichtschwergewichtler im Gewichtheben, Silbermedaillengewinner bei Olympia 1996 und 2000, mehrfacher Welt- und Europameister
Moderation: Wolf-Dieter Jacobi, Leiter der MDR-Sportredaktion

20.00 – 21.30 Uhr

DER ANTIDOPING-KAMPF AUS SICHT DES ANALYTIKERS

Prof. Dr. Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln

anschließend Diskussion

Freitag, 24. Oktober 2008

9.00 - 10.00 Uhr

DOPING UND ETHIK

Prof. Dr. Dietmar Mieth, Universität Tübingen, Theologische Ethik unter besonderer Berücksichtigung der Gesellschaftswissenschaft

anschließend Diskussion

10.00 - 11.00 Uhr

SPORT UND POLITIK

Prof. Dr. Günther Schulz, Universität Bonn, Dekan der Philosophischen Fakultät

anschließend Diskussion

11.30 - 13.00 Uhr

MANIPULATIONSFREIER SPORT BEGINNT BEREITS IN DER SCHULE

Manfred Palmen MdL, Parlamentarischer Staatssekretär für Verwaltungsstruktur und Sport im Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen

anschließend Diskussion

14.00 - 15.30 Uhr

HOCHLEISTUNGSSPORT NACH PEKING

Dr. Thomas Bach, Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)

anschließend Diskussion

15.30 Uhr

Schlusswort

Klaus Riegert MdB, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Teilnahmebedingungen:

Während der Veranstaltung sind Sie Gast der Konrad-Adenauer-Stiftung. Es wird ein Teilnehmerbeitrag von 100,– € erhoben, der die Verpflegung und die Übernachtung im Tagungshotel (NH Hotel Leipzig Messe, Fugerstrasse 2) einschließt. Ohne Übernachtung reduziert sich der Beitrag auf 40,– €. Fahrtkosten werden nicht erstattet. Bitte senden Sie den ausgefüllten Anmeldebogen an die Faxnr.: 030-26996-3217 oder schreiben uns eine E-Mail mit den benötigten Angaben an: anmeldung-berlin@kas.de.

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Veranstaltungsort

NH-Hotel Leipzig Messe, Fuggerstrasse 2

Referenten

Dr. Thomas Bach
Marc Huster
Lena Schöneborn
Klaus Riegert
Dr. Bergner

Publikation

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Kontakt

Dr. Werner Blumenthal

Head of Team Educational Institutions South

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