Veranstaltungsberichte

16. Symposium zur Räterepublik 1919

von Anna Gräfin von Armansperg
Die Räterepublik von 1919 und deren Auswirkungen auf die spätere kommunistische Ära in Ungarn waren das Thema einer weiteren Veranstaltung in der Vortragsreihe „Verbrechen des Kommunismus“. An dem von der Stiftung Verbrechen des Kommunismus, dem Nationalen Gedenkkomitee und der Konrad-Adenauer-Stiftung am 7. Februar 2019 in dem Hotel Gellért organisierten Symposium nahmen 120 Teilnehmer aus dem Bereich der Wissenschaft und der Bürgergesellschaft teil.

Péter Eötvös, Vorsitzender der Stiftung Verbrechen des Kommunismus, Frank Spengler, Leiter des Auslandbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung, und Dr. Bence Rétvári, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Humanressourcen, eröffneten die Veranstaltung und erinnerten dabei vor allem an die gesellschaftliche Verantwortung, gerade in der heutigen Zeit den extremistischen Strömungen entgegenzuwirken. In den Vorträgen gingen die Historiker auf die Machtergreifung kommunistischer Milizen in Ungarn detailliert ein. Für den Machterhalt des Systems waren diese bewaffneten Gruppen bereit, andersdenkende Bürger systematisch zu verfolgen, unter menschenunwürdigen Zuständen einzukerkern und letztlich auch zu ermorden. Die Konsequenzen dieser Herrschaft über Ungarn und vor allem die Zwangsverstaatlichungen von Privateigentum hatten verheerende Auswirkungen für die Wirtschaft. Dies alles geschah unter dem Vorwand der „Gerechtigkeit für alle“. Doch das beschlagnahmte Eigentum kam nicht wie versprochen den Arbeitern zu Gute, sondern wurde zur Stärkung der kommunistischen Ideologie und des Systems eingesetzt. Die Folge war eine weitgehende Verarmung der gesamten Bevölkerung. Die Redner sprachen vom Roten Terror, der zur Polarisierung und Ausgrenzung der Gesellschaft führe. Auch heute gilt es, sich den extremistischen Tendenzen weiter entgegenzustellen.

Zentrale Themen der Vorträge waren die Entwicklung Ungarns zu einer föderativen Räterepublik, die Einflussnahme der Räterepublik auf die kommunistische Bewegung in Ungarn, die Wahrnehmung der Räterepublik in den Geschichtsbüchern und die Darstellung der Erinnerungen in der ersten ungarischen kommunistischen Diktatur.

Teilen

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.