Veranstaltungsberichte

APURIMAC AUF DEM WEG ZUR NACHHALTIGKEIT

von Giovanni Burga

Regional Seminar

In Abancay, in der Region Apurímac, fand der nun dritte Workshop im laufenden Jahr 2019 statt: „Abancay, auf dem Weg zur Nachhaltigkeit, umweltfreundliche Energien und Klimawandel in Peru“. Dieses Seminar wurde organisiert vom Programm EKLA- KAS und dem Netzwerk Erneuerbare Energie Peru.

Die Veranstaltung begann mit den Worten von Pedro Gamio (Direktor von Erneuerbare Energie Peru), der die Wichtigkeit der Nutzung erneuerbarer Energien in ländlichen Gebieten betonte. Letztere sind in der Region Apurímac vorherrschend. Danach richtete er einen Appell an die Anwesenden. Für unseren Planeten ist es dringend nötig, dass in der Zivilgesellschaft, in den Universitäten, den Privatunternehmen und natürlich im Staat Personen eine Führungsrolle im Hinblick auf den Umweltschutz einnehmen. Die letzten IPCC Berichte zeigen, wie dringend dies aufgrund des fortgeschrittenen Klimawandels geworden ist.

 

Vorträge

Elektromobilität

Anschließend hielt der Kongressabgeordnete Armando Villanueva einen Vortrag über Elektromobilität. Dies ist eine großartige Möglichkeit, um Verkehrsemissionen und Luftverschmutzung zu reduzieren. Derzeit befindet sich unser Land noch in einer „Pilotphase" (aufgrund der Anschaffungs- und Installationskosten). Dies wird wohl voraussichtlich im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Die Elektromobilität würde der Region Abancay sehr zugutekommen aufgrund der hohen Kupferaufkommen, die unter der Erde liegen. Ebenfalls verpflichtete er sich, weiterhin Gesetze im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern, wie z.B. das „Gesetz für Sicherheit und Förderung der Diversität der Energiematrix“ und das „Gesetz für die Regulierung von Plastik für den einmaligen Gebrauch und Plastikbehälter“, welche er als Abgeordneter bereits unterstützt hat.

 

Nachhaltige Städte für nachhaltige Regionen: Die Herausforderung der Nachhaltigkeit für die peruanischen Städte

Anna Zucchetti (Periferia S.A.C.) präsentierte die Plattform „Mi Ciudad" (Meine Stadt), die darauf abzielt, städtische Daten zu sammeln und urbane Lösungen zu finden und eine gemeinsame Wertschöpfung zu erreichen. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie z.B. dem Netzwerk Erneuerbare Energie Peru. Sie erklärte, dass Abancay eine Stadt mit einer hohen Armutsrate ist und eine sehr schnelle Wachstumsrate aufweist. Letzteres bewirkt unter anderem das Verschwinden von Grünflächen (Mangel an Parks in der Stadt). Des Weiteren erwähnte sie das Fehlen einer Mülldeponie. Allerdings gibt es ein gutes Netz für Wasser und Abwasser. Im Bereich Umweltmanagement besitzt Abancay bereits eine Umweltstrategie, einen Plan und Bestimmungen über Organisation und Aufgaben (ROF). Daher kann mit etwas politischem und zivilem Willen einiges verbessert werden.

 

Klimawandel und erneuerbare Technologien

Pedro Gamio Aita (Direktor für Erneuerbare Energie Peru und ehemaliger stellvertretender Energieminister) betonte die Notwendigkeit, die Nutzung der Bioenergie zu fördern, beispielsweise durch verbesserte Kochherde anstelle von Brennholz, was für Haushalte mit niedrigem Einkommen eine große Hilfe wäre. Es ist die Pflicht der Region, ihre Landwirtschaft zu stärken. Sie verfügt über verschiedene Höhenlagen, die für den biologischen Anbau (hoher wirtschaftlicher und ernährungsphysiologischer Wert) von Lebensmitteln wie der Quinoa geeignet sind. Des Weiteren besitzt sie auch ein großes Potential für Forstwirtschaft.

Peru ist ein verwundbares Land im Hinblick auf den Klimawandel. Es ist eines der Länder, welches am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels zu leiden hätte. Deshalb muss Apurímac daran arbeiten, sich auf diese Veränderungen vorzubereiten und Strategien für den Umgang mit Katastrophen, Frost, Dürren usw. analysieren. Dies wird durch qualitativ hochwertige Bildung, Gleichberechtigung der Geschlechter, innovative Industrie, sowie nachhaltige Städte und Gemeinden erreicht. Sicherheit als ein Menschenrecht.

 

Management natürlicher Ressourcen, Aufwertungsanlage für organische Abfälle

Miguel Ángel Atausupa Quin (Umweltmanagement Machu Picchu) präsentierte seine Erfahrungen in der Region Cusco, insbesondere seine Arbeit in der Stadt Machu Picchu (Aguas Calientes), welche vor Kurzem als erste nachhaltige Stadt Perus ausgezeichnet wurde. Dies ist zum einen auf die Einrichtung einer Anlage zur Verwertung organischer fester Abfälle zurückzuführen (BIOCHAR), die 100 % der Abfälle der Stadt verarbeiten wird. Diese stammen größtenteils von Touristen, die auf dem Weg in die Heilige Stadt sind. Zum anderen liegt dies auch an Kampagnen, die die Anwohner dazu bewegt haben, Plastikgebrauch zu reduzieren und den Müll vor Ort zu trennen. Er sprach auch über seine Erfahrungen in der Regionalregierung von Cuzco, wo er es schaffte, 18 prioritäre Schutzgebiete einzurichten. Dies sind 40% des gesamten Cusqueño-Gebietes (Choqueiquirao, Feuchtgebiete von Lucre in Huarcarpay, die Drei Flussläufe usw.).

 

 

Nicht-konventionelle erneuerbare Energien in Amazonas und Ayacucho 

Wildor Gosgot Ángeles (Nationale Universität Toribio Rodríguez de Mendoza aus Amazonas) stellte die in Amazonas durchgeführten Forschungsarbeiten zur Herstellung von Biogas (Installation von Biokompostern) vor, den Prototyp eines Biogasautos, einen Biokomposter in der Art einer abgedeckten Lagune und Hybridsysteme für die Wind- und Photovoltaik zur Stromerzeugung. Die Universität UNTRM hat Solarmodule für: Campusbeleuchtung, Handyaufladung, Laptop-aufladung, etc. Schließlich erklärte Professor Julio Ore García (Zentrum für Erneuerbare Energie der Nationalen Universität San Cristóbal von Huamanga, Ayacucho), dass seine Universität ein Mehrzweck-Solarmodul, einen Strahlungs-Bündler, einen Solarkocher, Solarmodule und ähnliche Dinge entwickelt hat. Er erwähnte, dass sie auch den Wettbewerb "Ingenio Solar" und Solarmessen organisieren. Außerdem findet ein Technologieaustausch mit kanadischen Praktikanten statt (Credil de Canadá), mit denen sie beispielsweise in diesem Jahr Gewächshäuser in der Gemeinde Socos bauen werden, in 2020 Solartrockner und im Jahr 2021 ein Gemeinschaftsunternehmen für die Gemeinde Socos gründen werden. Diese beiden Erfahrungen zeigen, dass die Wissenschaft eine große Quelle für Lösungen ist, die Politik und Zivilgesellschaft nur noch umsetzen müssen.

Zum Abschluss der Veranstaltung gründeten die Teilnehmer das Netzwerk für Erneuerbare Energie Apurímac. Sie verpflichteten sich dazu, Kampagnen durchzuführen, damit feste Abfälle bereits von den Haushalten selbst getrennt werden und die Verwendung von Stofftaschen auf den Märkten gefördert wird. Ebenfalls soll erreicht werden, dass der Müll nicht mehr auf die Straße geworfen und das Recycling gefördert wird. Diese Kampagnen sollen durch Medien oder Vorträge in Schulen und Instituten bekannt gemacht werden. Und generell soll auf allen Wegen erreicht werden, dass der Energiewandel sowohl im städtischen wie auch im ländlichen Bereich gefördert wird.

 

Ansprechpartner

Giovanni Burga

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Projektkoordinator

Giovanni.Burga@kas.de +51 1 320 2870

Über diese Reihe

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