Veranstaltungsberichte

Buch: "Ein Jahrhundert Bolivianische Wirtschaftsgeschichte (1900-2015)" in La Paz vorgestellt

Am Donnerstag, 12. Juli stellte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Bolivien das neu erschienene Buch über die wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten 115 Jahre vor. Die Veranstaltung fand in der Residenz der deutschen Botschaft in La Paz statt.

Nach der Begrüßung durch den deutschen Botschafter Matthias Sonn sowie den Repräsentanten der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bolivien, Dr. Georg Dufner, stellte Dr. Iván Velasquez-Castellanos, einer der Autoren des Buches und wissenschaftlicher Koordinator in der KAS Bolivien, das Werk vor und erklärte, dass das Werk hervorsticht, da die letzten Forschungen zu diesem Thema aus den 90er Jahren stammen. Zudem diene das Buch dazu, das Verhalten verschiedener Wirtschaftssektoren zu analysieren, die Zyklen von Booms und Krisen, vor denen Bolivien stand. Anschließend hielt Juan Antonio Morales Anaya, früherer Präsident der Zentralbank (BCB) und Autor der Publikation, eine Rede über 100 Jahre Wirtschaft in Bolivien, in der er auf die wirtschaftlichen Etappen der Erfolge und Rückschläge der Bolivianischen Wirtschaft einging.

Das Werk gliedert sich in zwei Bände und gibt einen Überblick zu 100 Jahren Wirtschaftsgeschichte, einzigartig in seiner Form. An dem Buch, das in 23 Kapitel gegliedert ist, haben 22 Wissenschaftlicher gearbeitet, die alle anerkannte Forscher in ihren Bereichen sind und einen umfangreichen Überblick der Wirtschaftsgeschichte des Landes geben. Die verschiedenen Kapitel wurden im globalen und politisch-historischen Kontext miteinander verknüpft. Dem schließt sich eine Analyse der drei produktiven Sektoren an: Landwirtschaft, Bergbau und Industrie sowie des Bereichs Kommunikation.

Horst Grebe López beginnt mit dem ersten Kapitel des ersten Bandes zum Thema Weltwirtschaftszyklus und der Wachstum in Bolivien. Im zweiten Kapitel präsentiert Juan A. Morales Anaya die großen historischen Zyklen Boliviens im 20. und 21. Jahrhundert. Im dritten Kapitel analysiert Beatriz Muriel Hernández die Handelsmodelle Boliviens. Gonzalo Flores Céspedes, Autor des vierten Kapitels, analysiert die Landwirtschaft und Agrarstrukturen sowie die Konfliktakteure zwischen 1900 und 1952. Der Autor des fünften Kapitels, Rolando Jordán Pozo, untersucht den Bergbau und analysiert die Paradoxie der Errichtung eines Kapitalismus in Bolivien. Im sechsten Kapitel forscht Rubén Ferrufino Goitia zum Thema der Industrialisierung in Bolivien. Der Autor des siebten Kapitels, Manuel E. Contreras Cabezas, analysiert die Entwicklung des Transports in Bolivien und die wirtschaftliche sowie soziale Relevanz der Eisenbahn und Schnellstraße. Im achten Kapitel untersucht Oscar Zegada Claure den Charakter der Währungspolitik und den Wandel im 20. und 21. Jahrhundert. Mario Napoleón Pacheco Torrico, Autor des neunten Kapitels, untersucht die Beziehung zwischen der Auslandsverschuldung und dem Höchstpreis der Exportwaren im 20. Jahrhundert und Anfang des 21. Jahrhunderts. Der Autor des zehnten Kapitels, Carlos Toranzo Roca macht eine Analyse der Wirtschaftseliten des 20. sowie des 21. Jahrhunderts. Iván Velásquez-Castellanos, Autor des elften Kapitels, analysiert eine wichtige Facette der menschlichen Entwicklung, die Ausbildung und Bildung in der bolivianischen Geschichte. Der Autor des zwölften und letzten Kapitels des ersten Bandes, Augusto Soliz Sanchez, schafft eine historische Auswertung der Demographie und des Bevölkerungswachstums.

Der zweite Band des Werkes beginnt mit dem Thema Wachstum und Entwicklung, die Entwicklung Boliviens im 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts von Rolando Morales Anaya. Im zweiten Kapitel gibt S. Mauricio Medinaceli Monrroy einen historischen Bericht über den Sektor der fossilen Brennstoffe in Bolivien (1916-2016). Das dritte Kapitel, welches von José Gabriel Espinoza Yañez geschrieben wurde, hat das Thema Die Unternehmen des Staates im 20. und 21. Jahrhundert. Luis Alberto Dips Salvatierra und Iván Velásquez-Castellanos, die Autoren des vierten Kapitels, untersichten die Armut, Gesundheit, Lebensstandard und soziale Ungleichheit in Bolivien. Das fünfte Kapitel, geschrieben von Darío Monasterio Suárez, geht um das Thema der Dezentralisierung und Autonomien, die regionalen Widersprüche und Dispute in der Geschichte. Das sechste Kapitel mit dem Thema der Rohstoffe und der makroökonomischen Führung in Bolivien wurde von José Luis Evia Vizcarra geschrieben. Carlos Hugo Barbey Alpine, Autor des siebten Kapitels, forschte zum Thema einer alternativen Sichtweise auf die Bank und das Finanzsystem. Das achte Kapitel, geschrieben von Carlos Schlink Ruiz, hat das Thema der Staatsfinanzen in der bolivianischen Geschichte. Hernán Zeballos Hurtado, Autor des neunten Kapitels, schreibt über den Wandel der Landwirtschaft seit der Revolution von ´52. Im zehnten Kapitel analysiert Alexis Pérez Torrico das Bolivien des 19. Jahrhunderts und seine wirtschaftliche Leistung: (1880-1910). Zum Schluss zeigt der Autor des elften Kapitels, Julio Humérez Quiroz, die Wirtschaftszyklen Boliviens ab dem 20. Jahrhunderts.

Beide Bänder in digitaler Form:

http://www.kas.de/bolivien/es/pages/15804/

Ansprechpartner

Dr. Georg Dufner

Dr

Leiter des Auslandsbüros in Bolivien und des Regionalprogramms PPI

georg.dufner@kas.de +591 22 71 26 75

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.