Veranstaltungsberichte

Buchvorstellung: "Democracy under Threat: A Crisis of Legitimacy?"

Herausgegeben von Ursula van Beek
Am 20. September veranstaltete die Konrad-Adenauer-Stiftung Südafrika (KAS) in Zusammenarbeit mit dem South African Institute of International Affairs (SAIIA) und der Transformation Research Unit (TRU) - University of Stellenbosch die Vorstellung von dem Buch "Democracy under Threat - A Crisis of Legitimacy?", herausgegeben von Ursula van Beek. Die Veranstaltung fand am Hauptquartier des SAIIA statt. An der Veranstaltung nahmen über fünfzig Delegierte aus Diplomaten, Politikern, Wissenschaftlern und Studenten teil.

Aufbauend auf fast zwei Jahrzehnten der Forschung der Demokratie in den großen globalen Kulturen, behandelt dieses Buch einige der Herausforderungen, denen sich die Demokratie und ihre Legitimität im gegenwärtigen globalen und regionalen Kontext stellen müssen. Diese Buchvorstellung bot nicht nur eine Plattform, um diese wissenschaftliche Arbeit dem Publikum vorzustellen, sondern ermöglichte auch einen Dialog über die demokratische Landschaft der Welt und Südafrikas.

 

Steven Gruzd (Head of the Governance and APRM Programme, SAIIA) begrüßte die Gäste. Es folgte Henning Suhr (Landessprecher, Konrad-Adenauer-Stiftung), der sich bei SAIIA für die Zusammenarbeit bedankte und den Autoren, die Kapitel in das Buch einbrachten, insbesondere auch den vier Autoren, die an der Buchvorstellung teilnahmen. Er betonte die Bedeutung und Notwendigkeit eines demokratischen Systems, an dem die KAS mit vielen Partnerinstitutionen auf der ganzen Welt arbeitet. Nicht nur die Regierung, sondern auch die Qualität der Demokratie sollte gründlich untersucht werden, was in diesem Buch vorgenommen ist. Unter den großen Bedrohungen für die Demokratie konzentrierte sich seine Rede auf das Phänomen des wachsenden Populismus, der die junge Demokratie Südafrikas gefährden könnte. Er sagte: "Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, wie wir einen stärkeren sozialen Zusammenhalt schaffen und politische Kompromisse zwischen den verschiedenen Kräften für das Gemeinwohl erreichen können".

 

S.E. Dr. Martin Schäfer - Deutscher Botschafter in Südafrika hielt die Eröffnungsrede. Er betonte die gemeinsame Geschichte Deutschlands und Südafrikas als Leuchtturm der Hoffnung auf Demokratie. Im Hinblick auf die Ära der Globalisierung profitieren die beiden Länder auch von den vielen Veränderungen, die dieser Prozess mit sich bringt. Die lange Geschichte der deutschen Demokratie werde jedoch durch die sich verändernde politische Landschaft herausgefordert, die vom Aufstieg des rechtsextremen und populistischen Denkens, den Identitätsproblemen und der Migrationskrise beeinflusst werde. Andererseits sei Südafrika mit der Bedrohung konfrontiert, die durch die Unfähigkeit der politischen Führer verursacht werde, ihre Pläne und Versprechen, die sie während des Wahlkampfes machen, einzuhalten. Der Transformationsprozess sei daher zum Stillstand gekommen. Folglich bleibe die soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeit auch nach dem Beginn der Demokratie bestehen, die leider das demokratische System bedrohe. Der Botschafter schlug eine Reihe von Lösungen vor, betonte aber die wichtigsten Faktoren wie gute Regierungsführung, verantwortliche politische Führer und einen politischen Rahmen, der dem Regierungssystem die Leitlinie gibt. Starke und robuste Debatten müssen als Grundlage für die Demokratie im Gegensatz zum populistischen Denken dienen. Abschließend hob er das Engagement Südafrikas und Deutschlands in der internationalen Ordnung und der liberalen, demokratischen Ordnung als Leitlinie für die Aufrechterhaltung einer nachhaltigen Demokratie hervor.

 

Anschließend hielt Professorin Ursula van Beek (Gründungsdirektorin, Transformation Research Unit - University of Stellenbosch), die Herausgeberin des Buches, die einleitenden Bemerkungen zur Publikation. Dieses Buch basiert auf einer Geschichte der Beobachtung der Demokratie seit mehr als zwei Jahrzehnten in mehreren Ländern in allen wichtigen Kulturregionen der Welt. Diese gemeinsame Arbeit von vierzehn Autoren untersucht und analysiert nicht nur die Demokratie in den Ländern der Fallstudien, sondern auch zwei Aspekte, die die Demokratie stark beeinflussen und auf globaler Ebene viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen: die Globalisierung und die Auswirkungen der "Screen Culture". An einer der Einschränkungen des Buches erklärte Prof. van Beek, dass die für die Forschung verwendeten Daten nur bis 2014 verfügbar seien. In diesem Buch hat Prof. van Beek auch ein Kapitel über die liberale Demokratie Polens geschrieben und ein Kapitel über die Frage der Legitimität in temporären Demokratien mitgeschrieben.

 

Der Rede von Prof. Ursula van Beek folgten die Präsentationen der anderen Autoren. Prof. em. Pierre du Toit (University of Stellenbosch) gab dem Publikum einen kurzen Überblick über sein Kapitel: "Global Electronic Screen Culture: Legitimacy at Stake?". Im Zeitalter der Digitalisierung bietet die digitale Welt eine Plattform für den sozialen Zusammenhalt, einen Kanal zur Mobilisierung von Menschen für verschiedene Zwecke und Gemeinschaften, in denen Gleichgesinnte verbunden sind. Auch durch diesen Kanal können der Staat oder die politischen Parteien Daten von Nutzern sammeln und für Propaganda- und Manipulationszwecke nutzen. Unter diesen Umständen erwies sich eine Regelung als notwendig, deren Umsetzung jedoch schwierig ist. Dr. Nicola de Jager (Senior Lecturer, University of Stellenbosch), Mitautorin des Kapitels "Political Radicalism: Responding to the Legitimacy Gap in South Africa", stellte sie ihre Studien zu bestimmten Indizes vor, die die Herausforderungen für die Demokratie in Südafrika zeigen. Anhand von Daten aus dem World Value Survey zeigte Dr. de Jager eine Tendenz zum Rückgang der staatlichen Leistungsbeurteilung und des institutionellen Vertrauens auf, was zu den Herausforderungen für die Demokratie in Südafrika führt. Anhand von Daten aus dem World Value Survey zeigte Dr. de Jager eine Tendenz zum Rückgang der staatlichen Leistungsbeurteilung und des institutionellen Vertrauens auf, was zu der abnehmenden Gunst einer demokratischen Regierung führte. Dr. Krige Siebrits schrieb das Kapitel "Globalisierung und Sozialschutz": Eine wirtschaftliche Perspektive". In seinem Kapitel diskutierte Dr. Siebrits die Vermutung, dass die Globalisierung die Bürgerinnen und Bürger von einkommensstarken Demokratien schwereren wirtschaftlichen und sozialen Risiken durch Arbeitsmarktwirkungen und durch Kontraktion des Umfangs und der Großzügigkeit der Sozialschutzsysteme ausgesetzt habe. Diese Auswirkungen seien mit der Legitimität der demokratischen Systeme in den OECD-Ländern und dem Wiederaufleben des Populismus in einigen dieser Länder verbunden.

 

Den Vorträgen folgten verschiedene Fragen und Kommentare der Delegierten. Eine der Bedenken, die an das Panel gerichtet wurden, war die in der Forschung verwendete Stichproben, ob er repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung in Südafrika war und ob die Ansichten ein wahres Spiegelbild der Wahrnehmung der Südafrikaner als Ganzes sind. Insgesamt war es der Veranstaltung gelungen, das Buch vorzustellen und dem Publikum einen ersten Überblick über die behandelten Themen zu geben.

Ansprechpartner

Nancy Msibi

Nancy Msibi bild

Programmbeauftragte

Nancy.Msibi@kas.de +27 11 214 29 00 +27 11 214 29 13/14

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.