Veranstaltungsberichte

Cátedra Konrad Adenauer 2014 in San Juan - Tag 2

Politische Kommunikation: Perspektiven und aktuelle Praxis

Im Modul IV „Politische Kommunikation: Perspektiven und aktuelle Praxis” referierten Jorge Dell’ Oro, Leiter der Trigo S.A., Antonio de Tommaso, Leiter des Instituts für politische Meinungsforschung und soziale Projekte (IOPPS), Santiago Rossi, Leiter der Presseabteilung bei Llorente & Cuenca, und Augusto Reina, Leiter der politischen Beratungsgesellschaft Doserre und des Instituts für politische Kommunikation bei ACEP. Moderiert wurde es von Gabriel Colonna, Journalist bei Canal 8 TV San Juan.

„Durch die konstante technische und mediale Entwicklung ist das Auftreten der Politiker in den Medien immer bedeutender“, so Dell’Oro. Daher stünden Persönlichkeit und Präsenz im Vordergrund, die eigentlichen Inhalte ihrer Politik seien dagegen oft zweitrangig. Diese Beobachtung brachte Dell´Oro zu der Frage, ob die sozialen Netzwerke zum wichtigsten Instrument der Politik aufsteigen könnten. Seiner Meinung nach sei dies nicht der Fall. Vielmehr seien soziale Medien wichtig innerhalb der Wahlkampfstrategie. Denn durch die sozialen Netzwerke hätten Politiker die Möglichkeit, mit den Nutzern in Dialog zu treten.

Abschließend präsentierte Dell´Oro bemerkenswerte Statistiken zur Nutzung von sozialen Netzwerken. So kämen allein 76 Prozent der Facebook-Nutzer aus nur 20 Ländern. Auch Argentinien, im weltweiten Vergleich ein relativ bevölkerungsarmes Land, befinde sich unter diesen Top-20, was dementsprechend eine hohe Nutzungsrate bedeute.

Rossis Präsentation hob die Diskrepanz zwischen lokalen und nationalen Medien hervor. „Das Interessengebiet der jeweiligen Medien ist unterschiedlich”, so der Experte. Zudem betonte er, dass durch das Smartphone die Beziehung zwischen Journalisten und Lesern quasi aufgelöst sei. „Nutzer der sozialen Netzwerke interessieren sich nicht für Zeitungen und Zeitschriften.” Dass durch Kurznachrichten nicht der komplette Informationsgehalt einer Nachricht übermittelt werden kann, führe daher oft dazu, dass Nachrichten missdeutet oder falsch weitergegeben werden.

Die Wichtigkeit der Medien und sozialen Netzwerke betonte Reina mit einem Beispiel des Wahlkampfes zwischen Nixon und Kennedy aus dem Jahre 1968. Obwohl Nixon als erfahrenem Politiker große Chancen zugerechnet worden waren, die Wahl zu gewinnen, gewann Kennedy. Die entscheidenden Stimmen erhielt er erst kurz vor der Wahl. Ausschlaggebend dafür war sein Auftritt während einer im Fernsehen ausgestrahlten Debatte der beiden Kontrahenten. Durch sein überzeugendes Auftreten und seine Argumentation gewann er an Wählerstimmen und Nixon verlor an Boden, den er bis zur Wahl nicht wieder aufholen konnte. Das erste Mal in der Geschichte sei das Auftreten eines Politikers in den Medien ein ausschlaggebender Faktor bei der Wahl gewesen, so Reina.

Daniel Latsch und Yasmina Yusuf

Am ersten Tag der Cátedra Adenauer ging es um die Werte des Christlichen Humanismus und die demokratische Entwicklung Argentiniens. KAS

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