Veranstaltungsberichte

Dankbarkeit, Freude und Respekt

von Elke Erlecke

Deutschland gratuliert: 60 Jahre Staat Israel

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Johannes Gerster, langjähriger Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem, hat auf der zentralen Festveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche anlässlich Israels Staatsjubiläums die einzigartige Stellung des Staates unterstrichen. „Israel ist die einzige Demokratie der Region und Partner und Freund Deutschlands“, so Gerster.

Israels Sicherheit ist deutsche Staatsräson (Dr. h.c. Johannes Gerster)

Sechzig Jahre und ein Staatsjubiläum habe es gebraucht, bis die drei Veranstalter - die Deutsch-Israelische Gesellschaft, der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Zentralrat der Juden in Deutschland - einen gemeinsamen Festakt geplant hätten. Auslöser sei das Wunder der Gründung des Staates Israels gewesen. Hierauf sei das zweite Wunder gefolgt, die sprunghaft wachsende Bevölkerung von 750 000 Einwohnern im Jahre 1948 bis zu den heutigen sieben Millionen. Bemerkenswert in dieser Reihe sei zudem die Entwicklung von einem bitterarmen Land zu einem führenden Hightech-Standort. Nicht in die Kategorie der Wunder, sondern in die der harten politischen Realität falle die Tatsache, dass – wie von der Bundeskanzlerin kürzlich in Israel betont- Israels Sicherheit für Deutschland nicht verhandelbar sei.

Vergessen und Erinnern überdauern Generationen (Dr. h.c.Petra Roth)

Für die Frankfurter Oberbürgermeisterin hatte der Ort der Veranstaltung symbolhaften Charakter. An der „Wiege der deutschen Demokratie“, der Frankfurter Paulskirche, erinnerte sie an die dauernde Bindung zwischen Täter und Opfer. Beide hätten ihre unauflösliche Beziehung in den vergangenen Jahrzehnten zum Guten gewendet.

Ein Traum wurde wahr (Charlotte Knobloch)

Der jüdische Staat sei ein Symbol für den Triumph der Ethik über den NS-Rassenwahn, für die Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts. „Die Menschlichkeit blieb, auch wenn die Nationalsozialisten Ehre, Familie und Heimat genommen hatten“, so die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Glaubens- und Gewissensfreiheit seien in Israel garantiert. Ihr Dank richtete sich an die verlässlichen Freunde von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit . Sie stünden für die Vermittlung eines differenzierten Israelbildes und die entschiedene Positionierung pro Israel in der Öffentlichkeit.

Wir sind nicht allein (Yoram Ben Zeev)

Geschichte der Verbrechen sei verknüpft mit der Geschichte der Moderne. Um so mehr äußerte der Botschafter Israels in Deutschland seine Freude darüber, dass israelische und deutsche Politik –vor allem belegt durch den Besuch Angela Merkels in Jerusalem – Parallelen in Zielen und Grundsätzen aufwiesen. Im Bewusstsein der eigenen Vergangenheit strecke Israel die Hand zu seinen Nachbarn aus, um in Frieden mit ihnen zu leben.

Deutschland ist der größte Freund Israels in Europa ( Prof. Dr. Norbert Lammert MdB)

Der gemeinsame Festakt sei nur anscheinend normal, so der Bundestagspräsident, der auch Vorstandsmitglied der Konrad-Adenauer-Stiftung ist. Zwischen Israel und Deutschland habe sich eine Freundschaft entwickelt, auf die man anfangs nicht zu hoffen gewagt hätte. Deutschland und Israels Staatsgründungen hätten einen inneren Zusammenhang gehabt: die eine sei 1948 auf der Asche des Holocausts erfolgt, die andere ein Jahr später auf den Trümmern eines totalitären Regimes. Ein doppelter Glücksfall seien die beiden Staatsgründer Adenauer und Ben Gurion gewesen, die Einsicht und Größe zu einem völligen Neuanfang gehabt hätten. Einzigartig sei ihr gegenseitiges Vertrauen als Grundlage für Zusammenarbeit und Freundschaft gewesen. Israel sei die einzige Demokratie im Nahen Osten – ohne sichere Grenzen, stabil trotz sieben durchstandener Kriege. Sicher brauche auch die israelische Politik Veränderungen. Grundlage müsse aber seine gesicherte Existenz in international anerkannten Grenzen sein. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel würden nie normale Beziehungen, sie seien und blieben ganz besondere, so Lammert.

Signale für neue Wege auf der gemeinsamen Strasse gäbe es für die beiden befreundeten Staaten. Lammert hob die ab jetzt jährlich statt findenden Regierungskonsultationen hervor, die einzigen die Israel mit einem Staat bislang vereinbart habe: „Das schönste Geschenk zum gegenseitigen Jubiläum“.

„Wunder“ avancierte in diesen Stunden des späten Nachmittags zum meistbemühten Wort in allen Reden des Tages. Dazu die Dankbarkeit dafür, dass eine solche Freundschaft geschehen kann und die Zuversicht, dass sie dauern wird. Aber das glückliche Staunen wird nur all zu schnell umschlagen in die konkrete Agenda des Überlebenskampfes. Was von diesem Tag bleibt neben Glück- , Segens- und Friedenswünsche, die über den vierzehnten im Mai hinaus tragen? Der Wunsch, dass die Sicherheit Israels endlich als nicht verhandelbar gelten möge; die Zuversicht, dass Deutschland die Partnerschaft mit Israel - gerade weil sie sechzig Jahre lang positiv verlief - , immer noch als außer-gewöhnlich ansehen möge. Und nicht zuletzt: die Aufforderung an die Medien bleibt, von dem Automatismus Abstand zu nehmen, dass Berichterstattung über den Nahen Osten automatisch „Positionierung gegen Israel“ heißt.

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Über diese Reihe

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Berlin Deutschland