Veranstaltungsberichte

Die Deutsche Energiewende: Lektionen für Korea

von Peter Hefele
Wege zu einer erfolgreichen Transformation
Nach Unterzeichnen der Pariser Klimaschutzvereinbarung haben viele Länder ihre Bemühungen zur Dekarbonisierung ihres Energiesystems verstärkt, um dem Klimawandel entgegenzutreten. In Asien wird Deutschland häufig als Modell und Vorreiter in energiepolitischen Transformationen gesehen. Auf dem Internationalen Energiesymposium 2017 des Weltenergierats in Seoul teilte Dr. Peter Hefele, Leiter von KAS RECAP, seine Einsichten in die jüngsten Entwicklungen der deutschen Energiewende und diskutierte die Implikationen für Asien.

Mit gegenwärtig mehr als 30 Prozent elektrischer Energie aus erneuerbaren Quellen führt Deutschland in der grünen Transformation von Energiesystemen. Während auf der Erzeugerseite erneuerbarer Energien große Fortschritte erzielt wurden, steht die deutsche Energiewende jetzt vor mehreren Engpässen: die Verbesserung und Einführung intelligenter Steuerung in die Netzsysteme, Koordination mit und Integration in die Europäische Energieunion, Herausforderungen im Erfüllen der ambitionierten Ziele zur Verringerung von Emissionen aufgrund geringer Fortschritte in der Elektromobilität und der schnelle Ausstieg aus der Kernenergie.

Andererseits besteht in Deutschland ein breiter öffentlicher Konsens über die Notwendigkeit einer solchen Transformation (bei allen Diskussion über einzelne Maßnahmen) – nicht zuletzt aufgrund der langjährigen öffentlichen Debatte, die bereits in den 1970er Jahren begann und den Weg zu einer überwältigenden Unterstützung für eine erhöhte Energieeffizienz ebnete und wegen grundlegender finanzieller Zuschüsse für erneuerbare Energien.

Südkorea führt zur Zeit eine grundsätzliche Debatte über seine zukünftige Energiepolitik. Deswegen ist der Austausch über die Erfahrungen in Europe, aber auch im Nachbarland Japan von großer Bedeutung. Schlüsselelemente einer Energiewende sich auch in Korea die Anpassung rechtlicher und administrativer Bestimmungen; ökonomische Anreize für private Haushalte und Unternehmen; und die Öffnung von Produktions- und Verteilermärkten, um die Innovationskraft zu stärken und erneuerbaren Energien eine größere Rolle im nationalen Energiemix einzuräumen. Umstritten bleibt die Rolle der Nuklearenergie, die von einflussreichen Kräften als unabdingbarer Teil eines Konzeptes nationaler Energiesicherheit angesehen wird.

Ansprechpartner

Dr. Peter Hefele

Dr

Leiter des Regionalprojekts Energiesicherheit und Klimawandel Asien-Pazifik

peter.hefele@kas.de +852 28822245 +852 28828515

Über diese Reihe

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