Veranstaltungsberichte

Drittes Treffen für Seelsorger „Versöhnung und Frieden“

Vom 3. bis 5. April veranstaltete die Nationale Versöhnungskommission der Kolumbianischen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung das “Dritte Nationale Treffen für Seelsorger in den Entwaffnungszonen für ehemalige Guerilleros der FARC”.

An dem Treffen nahmen Priester, Nonnen und kirchliche Seelsorger aus verschiedenen Regionen Kolumbiens teil, die besonders vom bewaffneten Konflikt zwischen der Guerilla und dem Staat betroffen sind. Weitere Teilnehmer waren Opfer des Konflikts sowie Mitglieder der regionalen Versöhnungskommissionen. Bei dem Treffen sollten Erfahrungen und Ansichten über die Zustände in den Zonen, die Fortschritte bei der Umsetzung des Friedensabkommens und die Rolle der Kirche bei der Bewältigung der Hürden für eine Aussöhnung ausgetauscht werden.

Der Generalsekretär der Nationalen Versöhnungskommission, Padre Darío Echeverri, der deutsche Botschafter in Kolumbien, Michael Bock und die Projektkoordinatorin der KAS in Kolumbien, Angélica Torres, eröffneten das Event.

Der deutsche Botschafter lobte das Engagement der katholischen Kirche in Kolumbien, insbesondere hinsichtlich ihrer Arbeit in den Entwaffnungszonen und sicherte die weitere Unterstützung Deutschlands zu. Angélica Torres betonte wie wichtig die Arbeit der Priester und Nonnen in den vom bewaffneten Konflikt betroffenen Regionen sei, da der Frieden gerade in solchen abgelegenen Gebieten konstruiert werde. Die KAS werde auch weiterhin Aktivitäten unterstützen, die eine Versöhnung in den betroffenen Gebieten fördern können.

Im Anschluss präsentierten Raúl Rosende, Stabschef der UNO-Mission in Kolumbien und Alessandro Preti, Leiter der Abteilung Friedenskonstruktion des PNUD, eine Bestandsaufname der Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC.

In seinem Beitrag betonte Preti, wie wichtig die Wiedereingliederung der ehemaligen Guerilla-Kämpfer in die Gemeinschaft und ein friedliches Zusammenleben in den Entwaffnungszonen sei. In diesem Sinne hob er auch die Rolle der katholischen Kirche hervor, weil sie in den Gebieten Präsenz zeige und Glaubwürdigkeit genieße.

Ein weiterer Referent war der Hochkommissar für den Frieden, Sergio Jaramillo. Er äußerte die Ansicht, dass neue Wege für den Aufbau eines funktionierenden Staates gefunden werden müssten. Dabei sollte die Bevölkerung mit Hilfe partizipativer Prozesse Protagonist des Wandels sein.

Das Treffen endete mit der Präsentation des Buches “Die 11 zentralen Punkte der pastoralen Dialoge”, ein Handbuch, das die Seelsorger der katholischen Kirche dabei unterstützen soll, auf konkrete und praktische Weise zum Schutz der Menschenwürde und der Menschenrechte beizutragen. Jedes Modul behandelt einen unterschiedlichen zentralen Punkt, der durch die Darstellung verschiedener Situationen, allgemeiner Richtlinien und Empfehlungen ergänzt wird. Damit soll eine Orientierungshilfe gegeben werden, wann ein seelsorgerischer Dialog, geistlicher Beistand, Vermittlung, Versöhnung oder einfaches Zuhören angebracht sind.

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.